Wissenschaftler von der University of Chicago untersuchten das Schlafverhalten von insgesamt 308 Kinder zwischen vier und zehn Jahren. Bei den kleinen Probanden konnte eine Schlafdauer von durchschnittlich acht Stunden verzeichnet werden, was laut den Autoren unter den empfohlenen neun bis zehn Stunden liegt. Jedoch unterschied sich die Dauer der Nachtruhe, je nach Gewicht der Kinder. Es stellte sich heraus, dass die Kinder, die den geringsten Schlaf abbekamen und deren Schlafzeiten sehr unregelmäßig waren, ein um den Faktor 4,4 erhöhtes Risiko für Adipositas hatten.
Bei adipösen Kindern fiel der Schlaf geringer aus, sie schliefen auch im Laufe der Woche immer weniger und erreichten am Wochenende ein signifikantes Defizit (p = 0,03). Gerade am Wochenende war der Schlaf bei diesen Kindern sehr variabel. Kurze Nächte und unregelmäßige Schlafgewohnheiten waren auch mit veränderten Werten von Insulin, Low Density Lipoprotein (LDL) und high-sensitivity C-reaktives Protein (hs-CRP) verbunden. Eine durchweg lange Schlafdauer, die um die empfohlenen 9,5 Stunden lag, zeichnete sich durch ein gesündesten metabolischen „Profil“ aus.
Nur eine halbe Stunde mehr ...
Abhilfe wird schon geschaffen, wenn am Wochenende Schlaf nachgeholt wird: Das Risiko für eine Adipositas wird dann auf weniger als das 2,2-Fache verringert. Und eine zusätzliche halbe Stunde Schlaf pro Nacht senkt den Body-Mass-Index und verringert metabolische Entgleisungen, die später im Leben zu Diabetes und kardiovaskulären Erkrankungen führen.
Die Wissenschaftler vermuten, dass zu wenig Schlaf Veränderungen bei den Neuropeptiden verursachen, die den Appetit regulieren. Dabei wird Ghrelin, ein appetitanregendes Hormon, erhöht und Leptin, das den Appetit hemmt, reduziert. Die Betroffenen nehmen somit mehr Nahrung zu sich.
Daneben gibt es aber noch eine Fülle von weiteren guten Gründen, den Schlaf von Kindern nicht unnötig zu verkürzen und sich an regelmäßige Schlafenszeiten zu halten: Optimaler Schlaf sorgt für eine bessere Aufmerksamkeit, bessere Lernfähigkeit und ein besseres Gedächtnis. Professor Dr. David Gozal aus Chicago, Leiter der Studie, erklärte: „Wenn Ihr Kind glücklich und erfolgreich sein soll, geben Sie dem Schlaf den Vorrang.“
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