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Springer Medizin – Mein Arztwissen


Der FlapFinder soll helfen, eine möglichst einfache, aber auch ästhetisch ansprechende Rekonstruktionsoption für unterschiedlichste Haut-Defekte im Kopf-Hals Bereich zu finden. Bei der Erstellung des FlapFinders wurde versucht, unterschiedliche etablierte Konzepte der rekonstruktiven Chirurgie zu berücksichtigen.

Die Basis stellt eine Modifikation des Konzeptes der Rekonstruktion nach ästhetischen Einheiten von Gary Burget und Frederik Menick dar [1,2]. Für fast alle Regionen und Defektgrößen gibt es häufig mehrere unterschiedliche Rekonstruktionsmöglichkeiten. Diese hängen natürlich auch mitunter von der Patientenpräferenz ab. Um dem Nutzer bei der Auswahl einer Verschlussmöglichkeit zu helfen, wurden für den FlapFinder die unterschiedlichen Defekte nach der Defektgröße (klein – mittel – groß) und die Verschlussmöglichkeiten angelehnt an die  Leiter der plastischen Rekonstruktion sortiert [3]. Die Sortierung ist jedoch invers, d.h. bei einem kleinen Defekt an der oberen Helix wäre die erste Wahl zufolge eine Dehnungsplastik und nicht eine Rotationslappenplastik von präaurikulär. Obwohl uns bewusst ist, dass die Leiter der plastischen Rekonstruktion primär für die Defektdeckung an der unteren Extremität gedacht war, halten wir sie doch auch für eine sinnvolle Ergänzung, um strukturiert die möglichen Rekonstruktionsmöglichkeiten unter der Primärprämisse „Nihil Nocere“ zu ordnen. Jedoch kann die Leiter der Plastischen Chirurgie nicht vollständig auf die Kopf-Hals Region übertragen werden. So denken wir beispielsweise, dass eine Hauttransplantation infraorbital schwieriger ist als eine „einfache“ Wangenrotation.

Insgesamt ergeben sich für die meisten Techniken Indikationen für deren sinnvollen Einsatz. Da jedoch häufig auch unterschiedliche Techniken zu vergleichbar guten Ergebnisse führen können, haben wir uns entschieden, die Bezeichnung „relative“ Indikation zu wählen. Hier sollte einerseits immer darauf geachtet werden, dass die Defektgröße und Lokalisation passend ist, aber auch ein Gewebeüberschuss im Bereich des zukünftigen Hebedefektes gegeben ist.


Referenzen

  • Gonzales-Ulloa et al., Plast Recons Surg 1954.
  • Burget & Menick, Plast Reconstr Surg 1985. 
  • Mathes & Nahai. Mosby, St. Louis, 1982.