Thrombozytenaggregationshemmung beim ischämischen Schlaganfall – ein Update
- 04.09.2025
- Acetylsalicylsäure
- Arzneimitteltherapie
- Verfasst von
- Prof. Dr. F. Block
- Erschienen in
- DGNeurologie | Ausgabe 7/2025
Auszug
Weltweit ist der Schlaganfall eine häufige Ursache für den Tod und im Erwachsenenalter die häufigste Ursache für eine bleibende Behinderung [1]. Der ischämische Schlaganfall ist bei Weitem deutlich häufiger als der hämorrhagische, das gilt besonders für die westlichen Länder [2]. In Deutschland geht man von ca. 250.000 Schlaganfällen pro Jahr aus, davon sind etwa 80 % ischämisch [3]. Auch wenn die Rate der schlaganfallbedingten Todesfälle abnimmt, ist davon auszugehen, dass bis zu 50 % der tödlich verlaufenden Schlaganfälle Folge von schlecht behandelten Risikofaktoren sind [4]. Das Risiko für einen Rezidiv-Insult innerhalb der ersten 30 Tage ist mit einem von 25 recht hoch [5]. Deshalb ist es wichtig, Anstrengungen zu unternehmen das Risiko für weitere Schlaganfälle zu senken und damit auch die damit einhergehende Morbidität und Mortalität zu reduzieren. Thrombozytenaggregationshemmer spielen in diesem Zusammenhang bei nicht kardioembolischen Schlaganfällen seit vielen Jahrzehnten eine wesentliche Rolle, indem sie sowohl in der Akutphase als auch langfristig das Risiko für weitere Schlaganfälle reduzieren. Dieser Artikel möchte die Datenlage zur Thrombozytenaggregationshemmung beim ischämischen Schlaganfall auf dem aktuellen Stand zusammenfassen und kritisch beleuchten (Tab. 1).
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Tab. 1
Substanzen zur Thrombozytenaggregationshemmung beim ischämischen Schlaganfall
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Substanz
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Indikation
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Dosis
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Kommentar
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|---|---|---|---|
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ASS
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Frühe Sekundärprophylaxe
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100 mg p.o.
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Standardtherapie
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Langfristige Sekundärprophylaxe
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100 mg p.o.
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Standardtherapie
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periprozedural
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500 mg i.v.
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Option bei periprozeduralen Thrombosen
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Clopidogrel
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Frühe Sekundärprophylaxe
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Loading Dose 300 mg, dann 75 mg p.o.
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Standardtherapie
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Langfristige Sekundärprophylaxe
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75 mg p.o.
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Standardtherapie
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Prasugrel
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Langfristige Sekundärprophylaxe
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10 mg p.o.
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Off-Label-Use
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beim Schlaganfall keine Relevanz
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Indikation: akutes Koronarsyndrom oder STEMI
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Ticagrelor
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Langfristige Sekundärprophylaxe
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90 mg p.o.
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Off-Label-Use
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Alternative zu Clopidogrel
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Indikation: akutes Koronarsyndrom oder nach Herzinfarkt
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Cilostazol
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Langfristige Sekundärprophylaxe
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2 × 100 mg p.o.
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Off-Label-Use
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beim Schlaganfall keine Relevanz
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Indikation: pAVK
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Tirofiban
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Periprozedural
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0,4 ug/kg und min für 30 min i.v., dann 0,1 ug/kg und min für 12 h i.v.
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Off-Label-Use
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Option bei periprozeduralen Thrombosen
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Indikation: akutes Koronarsyndrom
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Anzeige
- Titel
- Thrombozytenaggregationshemmung beim ischämischen Schlaganfall – ein Update
- Verfasst von
-
Prof. Dr. F. Block
- Publikationsdatum
- 04.09.2025
- Verlag
- Springer Medizin
- Schlagwörter
-
Acetylsalicylsäure
Acetylsalicylsäure
Tirofiban
Schlaganfall
Ischämischer Schlaganfall
Clopidogrel
Ticagrelor
Akutes Koronarsyndrom
Prasugrel
Intrakranielle Blutung
Neurologie - Erschienen in
-
DGNeurologie / Ausgabe 7/2025
Print ISSN: 2524-3446
Elektronische ISSN: 2524-3454 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s42451-025-00812-1
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