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Thrombozytenaggregationshemmung beim ischämischen Schlaganfall – ein Update

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Auszug

Weltweit ist der Schlaganfall eine häufige Ursache für den Tod und im Erwachsenenalter die häufigste Ursache für eine bleibende Behinderung [1]. Der ischämische Schlaganfall ist bei Weitem deutlich häufiger als der hämorrhagische, das gilt besonders für die westlichen Länder [2]. In Deutschland geht man von ca. 250.000 Schlaganfällen pro Jahr aus, davon sind etwa 80 % ischämisch [3]. Auch wenn die Rate der schlaganfallbedingten Todesfälle abnimmt, ist davon auszugehen, dass bis zu 50 % der tödlich verlaufenden Schlaganfälle Folge von schlecht behandelten Risikofaktoren sind [4]. Das Risiko für einen Rezidiv-Insult innerhalb der ersten 30 Tage ist mit einem von 25 recht hoch [5]. Deshalb ist es wichtig, Anstrengungen zu unternehmen das Risiko für weitere Schlaganfälle zu senken und damit auch die damit einhergehende Morbidität und Mortalität zu reduzieren. Thrombozytenaggregationshemmer spielen in diesem Zusammenhang bei nicht kardioembolischen Schlaganfällen seit vielen Jahrzehnten eine wesentliche Rolle, indem sie sowohl in der Akutphase als auch langfristig das Risiko für weitere Schlaganfälle reduzieren. Dieser Artikel möchte die Datenlage zur Thrombozytenaggregationshemmung beim ischämischen Schlaganfall auf dem aktuellen Stand zusammenfassen und kritisch beleuchten (Tab. 1).
Tab. 1
Substanzen zur Thrombozytenaggregationshemmung beim ischämischen Schlaganfall
Substanz
Indikation
Dosis
Kommentar
ASS
Frühe Sekundärprophylaxe
100 mg p.o.
Standardtherapie
Langfristige Sekundärprophylaxe
100 mg p.o.
Standardtherapie
periprozedural
500 mg i.v.
Option bei periprozeduralen Thrombosen
Clopidogrel
Frühe Sekundärprophylaxe
Loading Dose 300 mg, dann 75 mg p.o.
Standardtherapie
Langfristige Sekundärprophylaxe
75 mg p.o.
Standardtherapie
Prasugrel
Langfristige Sekundärprophylaxe
10 mg p.o.
Off-Label-Use
beim Schlaganfall keine Relevanz
Indikation: akutes Koronarsyndrom oder STEMI
Ticagrelor
Langfristige Sekundärprophylaxe
90 mg p.o.
Off-Label-Use
Alternative zu Clopidogrel
Indikation: akutes Koronarsyndrom oder nach Herzinfarkt
Cilostazol
Langfristige Sekundärprophylaxe
2 × 100 mg p.o.
Off-Label-Use
beim Schlaganfall keine Relevanz
Indikation: pAVK
Tirofiban
Periprozedural
0,4 ug/kg und min für 30 min i.v., dann 0,1 ug/kg und min für 12 h i.v.
Off-Label-Use
Option bei periprozeduralen Thrombosen
Indikation: akutes Koronarsyndrom
Titel
Thrombozytenaggregationshemmung beim ischämischen Schlaganfall – ein Update
Verfasst von
Prof. Dr. F. Block
Publikationsdatum
04.09.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
DGNeurologie / Ausgabe 7/2025
Print ISSN: 2524-3446
Elektronische ISSN: 2524-3454
DOI
https://doi.org/10.1007/s42451-025-00812-1
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