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05.07.2018 | Leitthema | Ausgabe 7/2018

Der Gynäkologe 7/2018

Adjuvante Therapie bei Patientinnen mit Mammakarzinom

Zeitschrift:
Der Gynäkologe > Ausgabe 7/2018
Autoren:
Univ.-Prof. Dr. med. Elmar Stickeler, Prof. Dr. med. Michael Untch
Wichtige Hinweise

Redaktion

A. Wöckel, Würzburg
R. Kreienberg, Mainz

Zusammenfassung

Die Indikation zu einer adjuvanten Chemotherapie beim primären Mammakarzinom wird heute zunehmend auf der Basis von tumorbiologischen Charakteristika als prognostischen Faktoren getroffen, wobei vor allem die intrinsischen Subtypen von größter Bedeutung sind. Die Indikationsstellung sollte streng nach dem eingeschätzten Risiko erfolgen. Ab einem Metastasierungsrisiko höher als 10 % ist generell eine Indikation zur Chemotherapie gegeben. Obwohl die Überlebensdaten nach adjuvanter wie neoadjuvanter Chemotherapie vergleichbar sind, sollte bei Indikationsstellung zur Chemotherapie ein neoadjuvanter Ansatz erwogen werden mit der Möglichkeit einer Erhöhung der Rate brusterhaltender Operationen, einem Erkenntnisgewinn über die Wirksamkeit der Therapie und der Option, im Rahmen postneoadjuvanter Studienkonzepte schneller individuelle und innovative Therapieansätze zu entwickeln. Prinzipiell sollten moderne adjuvante Chemotherapieregime Anthrazykline und Taxane enthalten. Darüber hinaus haben sich zunehmend dosisdichte und dosiseskalierte als überlegen gegenüber konventionell dosierten Regimen erwiesen und gewinnen daher an Bedeutung. Sie werden nicht nur bei lokal fortgeschrittenen, sondern auch bei Hochrisikosituationen, die durch die Tumorbiologie bedingt sind, zunehmend empfohlen. Der differenzierte Einsatz der Chemotherapie erlaubt aber auch partielle Deeskalationen mit dem Verzicht auf Anthrazykline, beispielsweise bei einer mittleren Risikosituation. Der Stellenwert erweiterter adjuvanter Chemotherapieregime mit einer vierten Substanz oder dem spezifischen Einsatz von Platinsalzen beim triple-negativen Mammakarzinom (TNBC) ist weiterhin unklar.

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