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Über dieses Buch

„Was fehlt denn nun meinem Kind?“ Jeder Kinder- und Jugendarzt kennt die Frage von Eltern, die in ihrer Sorge um den kleinen Patienten zu schwierigen Gesprächspartnern werden können. Der Umgang mit dem Kind selbst ist für Pädiater meist unproblematisch. Doch bei der Kommunikation mit den Eltern stehen deren Erwartungen und emotionaler Stress dem Handlungsdruck des Arztes gegenüber. Wie kann er das Gespräch empathisch führen und so konstruktiv und effizient lenken, dass alle Beteiligten kooperieren können?

Dieser Leitfaden bietet Techniken, Tipps und Tricks für eine gelungene Kommunikation mit Eltern und in typischen Gesprächssituationen im sensiblen Kontext der Kinder- und Jugendmedizin. Welche Kommunikationsmodelle dem Kinderarzt im Alltag helfen, veranschaulicht der Kinder- und Jugendarzt Wolfgang Kölfen anhand zahlreicher Fallbeispiele aus seiner langjährigen Erfahrung an Kinderkliniken und aus vielen Workshops zum Thema.

Der Werkzeugkasten für die ärztliche Gesprächsführung enthält u.a. Tools für:

- Körpersprache

- Fragetechniken

- Umgang mit Schockreaktionen und Traumatisierung

- Notfallkommunikation im Stress

- Konflikte innerhalb des Klinik- und Praxisteams.

Kurze Übungen und Fälle aus dem pädiatrischen Alltag ergänzen dieses Buch zu einem praktischen Ratgeber für Pädiater und alle Mitarbeiter im Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendmedizin.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Eine Gebrauchsanleitung, die Sie ausnahmsweise lesen sollten

Sie, lieber Leser, der Sie dieses Buch gerade in der Hand halten, sind es gewohnt, Gespräche mit Patienten und deren Eltern oder Angehörigen zu führen. Vielleicht sind auch Sie Kinder- und Jugendarzt und fragen sich „Was soll ich denn noch dazulernen?“ Der brasilianische Formel-1-Weltmeister Emerson Fittipaldi wurde einmal nach dem Rezept für seinen Erfolg befragt. Er antwortete: "Die Kunst des Rennfahrens besteht darin, so langsam wie möglich der Schnellste zu sein." So langsam wie möglich der Schnellste in der Kommunikation zu sein, das charakterisiert auch die Situation des Arztes, speziell des Kinder- und Jugendarztes, der in seinem Berufsleben 200.000 bis 300.000 Gespräche mit Eltern und Patienten führen dürfte.
Wolfgang Kölfen

2. Eine Frage der Perspektive: Kinder- und Jugendarzt und Eltern

Für die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen stehen im Fachgebiet Kinder- und Jugendmedizin im stationären Bereich Kinderabteilungen, Kinderkliniken, selbstständige Kinderkrankenhäuser und Universitätskinderkliniken zur Verfügung.
Wolfgang Kölfen

3. Körpersprache – eine Säule der Kommunikation

Können Sie aus Ihren Beobachtungen erschließen, was der Geschäftsführer wohl dem Chefarzt mitgeteilt hat?
Wolfgang Kölfen

4. Grundlagen verbaler Kommunikation

Aus wissenschaftlichen Untersuchungen weiß man, dass die gewählten Methoden und Zugangswege der Forscher sehr wichtig, teilweise sogar determinierend für die Ergebnisse sind. Dieses Phänomen haben Gregory Bateson , Heinz von Foerster und vor allem Paul Watzlawick auf die Analyse zwischenmenschlicher Kontakte übertragen. Was uns nicht besonders überrascht, ist die Tatsache, dass die Menschen um uns herum für uns nicht objektiv sind.
Wolfgang Kölfen

5. Handwerkszeug der ärztlichen Gesprächsführung: die vier wichtigsten Instrumente

Empathie bedeutet, durch respektvolles Verstehen Kontakt zu einem anderen Menschen aufzunehmen. Grundvoraussetzung ist, dass eigene Wünsche, Bewertungen und Ratschläge für einen zeitlich befristeten Augenblick zurückgestellt werden können, es stehen also Achtung und Respekt vor dem Gegenüber im Zentrum. Im Vordergrund des Gesprächs steht das Verständnis für die emotionale Botschaft des anderen. Empathie ist die Voraussetzung für eine Beziehungsstabilität .
Wolfgang Kölfen

6. Kommunikationseinfluss der eigenen Haltung

Die Mutter hatte sich mit ihrem dreijährigen Sohn abgehetzt, um rechtzeitig zum Behandlungstermin in der Klinik zu sein. Bei der telefonischen Anmeldung hatte man ihr gesagt, sie möge spätestens gegen 9:00 Uhr da sein, weil sonst die ambulante Operation nicht mehr durchgeführt werden könne. Am Morgen war auch ihr zweiter Sohn krank geworden, so dass die Oma noch kurzfristig als Babysitter einspringen musste. Endlich war sie in der Kinderklinik. Wie durch ein Wunder hatte sie es noch geschafft und trat, gehetzt und ziemlich nervös, 8:59 Uhr durch die Eingangstür. Was wohl der heutige Tag für sie bringen würde? Ob alles klappt? Ob die Ärzte und Kinderkrankenschwestern Ihnen wohl freundlich begegneten? Sie hatte aus den Berichten anderer Mütter schon so manches Unerfreuliches gehört, weshalb es nicht gerade Anlass zu großen Erwartungen gab.
Wolfgang Kölfen

7. Eltern – unsere Sprachtrainer

Jeder Mensch hat bevorzugte soziale Verhaltensweisen. Diese beruhen auf ausgewählten Wertevorstellungen, sind Teil des individuellen Charakters und bestimmen unser Leben. Angesichts meist sehr verschiedener Persönlichkeitsstile unterscheiden sich auch unsere Wahrnehmungen und Bewertungen.
Wolfgang Kölfen

8. Gelingende Kommunikation im Konfliktfall

Frau Dr. Hohenmorgen betritt das Patientenzimmer von Anna, um sie zu untersuchen und mit der Mutter zu sprechen. Anna ist ein Frühgeborenes der 32. Schwangerschaftswoche mit einem Geburtsgewicht von 1650 g. Das Mädchen ist mittlerweile 5 Monate alt und wiegt momentan 1980 g. Es wird zu Teilen noch über eine Magensonde ernährt und benötigt auch noch das Wärmebettchen.
Wolfgang Kölfen

9. Situationen, die Sie kennen könnten: Gespräche aus dem Arztalltag

Das Gespräch mit den Eltern wird auf Augenhöhe geführt. Die Eltern fühlen sich mit ihren Sorgen und Fragen sehr ernst genommen, sie fassen im Laufe des Gesprächs Vertrauen zum behandelnden Arzt und können sich auf eine Lösung einlassen, obwohl diese nicht ihrem Ursprungswunsch entspricht.
Wolfgang Kölfen

10. Jetzt sind Sie dran: wie lösen Sie diese Fälle?

„Herr Gräfenberg, es gab vorab keine Anzeichen, dass die Geburt Ihres Kindes so schwierig würde. Wenn das Kind aber plötzlich im Geburtskanal stecken bleibt, dann ist wirklich höchste Eile angesagt. Glücklicherweise war alles gut vorbereitet, so dass wir Ihren Sohn ganz schnell holen konnten. Ganz bestimmt war das für Sie sehr dramatisch. Ich versichere Ihnen, wir mussten schnell handeln. Jetzt ist die Lage stabil und unter Kontrolle.“ (Empathie )
Wolfgang Kölfen

Backmatter

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Herausgeber:
Dietrich Abeck, Hansjörg Cremer
Bildnachweise