Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Dieser Leitfaden für Kinder- und Jugendärzte bietet Techniken, Tipps und Tricks für eine gelungene Kommunikation mit Eltern und in typischen Gesprächssituationen im sensiblen Kontext der Kinder- und Jugendmedizin. Welche Kommunikationsmodelle im Alltag helfen, veranschaulicht der Kinder- und Jugendarzt Wolfgang Kölfen anhand zahlreicher Fallbeispiele und eingängiger Fotos und Schaubilder.

Kurze Übungen und Fälle aus dem pädiatrischen Alltag ergänzen dieses Buch zu einem praktischen Ratgeber nicht nur für Pädiater, sondern auch für Ärzte aller Fachrichtungen, die ihren Umgang mit Patienten effektiver und zufriedenstellender gestalten wollen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Eine Gebrauchsanleitung, die Sie ausnahmsweise lesen sollten

Zusammenfassung
Der Kinder- und Jugendarzt ist ein Spracharzt. In seinem Berufsleben führt er bis zu 300.000 Gespräche mit Eltern und Patienten. Aus diesem Grund macht es Sinn, dass der Kinder- und Jugendarzt in der Lage ist, professionelle Arztgespräche zu führen. Hierzu ist es notwendig, einen Methodenkoffer mit kommunikativen Techniken zu kennen. Kochrezepte für die ärztliche Kommunikation gibt es nicht, sondern jeder einzelne Arzt muss seine spezielle ärztliche Gesprächsführung entwickeln. Die theoretischen und methodischen Grundlagen dieses Buchs bilden die zahlreichen Arbeiten von Friedemann Schulz von Thun, Carl Rogers und Jakob Moreno ab. In dem Buch werden sehr viele praktische Beispiele aus dem Berufsleben in der Klinik und in der Praxis gegeben. Nutzen Sie die Chance, Ihre ärztliche Kommunikationsfähigkeit zu verbessern – zum Wohle Ihrer Patienten und Ihrer eigenen Arbeitszufriedenheit.
Wolfgang Kölfen

2. Eine Frage der Perspektive: Kinder- und Jugendarzt und Eltern

Zusammenfassung
Die Erwartungen der Eltern an den Kinder- und Jugendarzt sind hoch. Wenn das eigene Kind krank ist, gehen die Eltern mit ihrem Problem zum Kinderarzt in die Praxis oder kommen in eine Klinik für Kinder und Jugendliche. Zahlreiche Studien konnten zeigen, dass das Hauptproblem aus Sicht der Eltern die mangelnde Kommunikationsfähigkeit des Arztes ist. Nur 50 % der Eltern verstehen, was der Arzt ihnen mitgeteilt hat. Im Vergleich zu anderen Fachgebieten ist dies ein schlechteres Ergebnis. Grundvoraussetzung für eine gelingende ärztliche Kommunikation ist das Vertrauen der Eltern in den Arzt. Es ist die Aufgabe des Arztes, die elterliche Kompetenz zu stärken, speziell bei einem Kind mit einer chronischen Grunderkrankung. Bei solchen Erkrankungen fordert der Arzt die aktive Mitarbeit des Patienten bzw. seiner Eltern ein. Deutlich wird in diesem Kapitel: Eine gute Kommunikation ist erlernbar, erfolgreiche ärztliche Gesprächsführung erspart dem Arzt Zeit, und positiv erlebte Kommunikation führt zu mehr Arbeitszufriedenheit.
Wolfgang Kölfen

3. Körpersprache – eine Säule der Kommunikation

Zusammenfassung
Körpersprache entsteht immer aus einem komplexen Zusammenspiel mehrerer Faktoren wie Mimik, Gestik und Haltung. Unser Körper setzt mithilfe seiner Körpersprache unser Denken um. Im täglichen Arztgespräch dechiffriert die Mutter oder der Vater, was der Arzt wirklich meint. Stimmen Körpersprache und Worte nicht überein, folgen wir eher den Botschaften der Körpersprache. Auch die Stimme und die Kleidung haben einen Einfluss auf die Akzeptanz einer medizinischen Botschaft. Will der Arzt die Eltern überzeugen, so sollte ihm klarsein, wie er mit seiner persönlichen körpersprachlichen Inszenierung das Gespräch steuern kann. Wer vertraut schon einem Arzt, der verwirrende und zwiespältige körpersprachliche Signale sendet, wenn es um das Thema der Gesundheit seines Kindes geht?
Wolfgang Kölfen

4. Der direkte Weg zum erfolgreichen Arztgespräch: die vier wichtigsten Instrumente

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die wichtigsten Brückenpfeiler für ein erfolgreiches Arztgespräch erläutert. Neben Empathie sind dies aktives Zuhören, die Zauberfrage und die Ich-Botschaft. Um die Chance der Empathie zu nutzen, muss der Arzt ein Wissen um seine eigene Ambivalenz und seine Befindlichkeit haben. Zusätzlich muss er eigene Wünsche und Bedürfnisse zurückstellen können. Das aktive Zuhören ist wichtig, um herauszufinden, was genau heute das Thema der Eltern aus ihrer Sicht ist. Bevor der Arzt dies nicht weiß, sollte er weder Ratschläge erteilen noch Anklagen formulieren. Wovor haben Sie so furchtbare Angst, oder was ist genau das Problem? Das sind die Zauberfragen, die helfen können, die Eindringtiefe der Sprachbotschaft des Arztes zu erhöhen. Sind diese Instrumente in der ärztlichen Gesprächsführung eingesetzt, dann kann auch in Ich-Botschaften gesprochen werden.
Wolfgang Kölfen

5. Geben Sie Ihrem Arztgespräch Struktur – Klarheit vor Nebel

Zusammenfassung
Um den Verzerrungswinkel im ärztlichen Gespräch möglichst gering zu halten, ist es notwendig, dass der Arzt auf bestimmte Regeln achtet. Das Gespräch braucht eine Struktur mit Einstieg, Botschaft und Ausstieg. Die fünf Ks, möglichst wenige medizinische Fachwörter, eine Visualisierung, ein roter Faden im Gespräch und eine gezielte Wortwahl sind Voraussetzungen für ein erfolgreiches Arztgespräch. Keine Weichspüler und Kerzenlöscher in der Wortwahl und auch keine abwertenden Formulierungen sollten im Arztgespräch gebraucht werden. Der Arzt, der die Chance von Powertalking kennt und in der Lage ist, über unterschiedliche Fragen das Gespräch zu steuern, wird eindeutig erfolgreicher sein als jemand, der durch seine Worte die Eltern narkotisiert oder verängstigt. Die Struktur im Arztgespräch sichert den Erfolg.
Wolfgang Kölfen

6. Kommunikationseinfluss der eigenen Haltung

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die wichtigsten Interventionstechniken nach Schulz von Thun vorgestellt und auf ihre Anwendbarkeit in der Medizin überprüft. Das innere Team, das Kommunikationsquadrat, das Riemann-Thomann-Modell und das Wertequadrat werden theoretisch und anhand praktischer Beispiele erläutert. Alle Interventionstechniken haben unterschiedliche Einsatzgebiete in der ärztlichen Gesprächsführung. Zusätzlich wird aufgezeigt, wie der Arzt durch seinen eigenen Sprachstil sowohl positiv als auch negativ auf seine Gesprächspartner einwirken kann. Das Riemann-Thomann-Modell ist ein Turbolader, um sich und andere Menschen nicht nur besser zu verstehen, sondern auch mit ihnen besser sprechen zu können. Zu allen Interventionstechniken gibt es Übungen, die helfen können, die Effizienz und die Akzeptanz eines Arztgesprächs deutlich zu erhöhen.
Wolfgang Kölfen

7. Eltern – unsere Sprachtrainer

Zusammenfassung
Die elterlichen Persönlichkeitsstile sind unterschiedlich. Neben aggressiven gibt es ängstliche, sachliche, autonome, mitteilsame, anstrengende und Zettel-Eltern. Bei diesen unterschiedlichen Verhaltensweisen ist es für den Arzt wichtig, mit unterschiedlichen Gesprächsstilen zu arbeiten. Wer den ängstlichen Patienten alle Nebenwirkungen einer Medikation erläutert, wird scheitern. Bei sachlichen oder autonomen Eltern ist dies wiederum zwingend notwendig, um Erfolg zu haben.
Wolfgang Kölfen

8. Gelingende Kommunikation im Konfliktfall

Zusammenfassung
Um mit schwierigen Eltern in erfolgreiche Verhandlungen eintreten zu können, ist es notwendig, die Position der Eltern einzunehmen. Zunächst gilt es, herauszufinden, ob es die Umstände mit ungünstigen Rahmenbedingungen oder schwierige Helfer sind, die schwierige Eltern erzeugt haben. Sind es die Eltern allerdings in ihrer Persönlichkeit, dann braucht der Arzt einen anderen Ansatz. Die Stoßdämpfertechnik, die Technik der verständlichen Verneinung oder die Abkühlung sind wichtige Instrumente, um in solchen Situationen dennoch zu einem erfolgreichen Arztgespräch zu kommen. Auch im Team können Konflikte auftreten, sodass es wichtig ist, zwischen einem Konflikt um Wahrheit, Bewertung oder Interessen zu unterscheiden. Nutzen Sie die Chance, die die richtige Analyse des Konfliktthermometers beinhaltet. Metakommunikation, Harvard-Konzept und Kenntnisse über eine effektive Notfallkommunikation werden erläutert. Fallbeispiele werden dargestellt.
Wolfgang Kölfen

9. Ärztliche Gespräche mit kranken Jugendlichen – eine echte Herausforderung

Zusammenfassung
Erkrankte Jugendliche möchten nicht in jedem Fall in Anwesenheit ihrer Eltern mit dem Arzt über ihre medizinischen Probleme sprechen. Anhand eines längeren Fallbeispiels wird aufgezeigt, wie die beschriebenen Gesprächstechniken bei Jugendlichen eingesetzt werden können. Die wichtigen Säulen wie Körpersprache, Empathie, aktives Zuhören und Struktur im Arztgespräch werden unter anderen Rahmenbedingungen neu beleuchtet. Auch das Kommunikationsquadrat und das Riemann-Thomann-Modell bieten Chancen auf ein erfolgreiches Gespräch mit dem Jugendlichen im Rahmen seines Arztbesuches. Anamneseerhebungen nach HEADDSSS und SSHADESS können Hilfestellungen geben zu einem strukturierten Arzt-Jugendlichen-Gespräch.
Wolfgang Kölfen

10. Arztgespräche in speziellen Situationen

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden Arztgespräche in speziellen Situationen dargestellt. Das Überbringen schlechter Nachrichten wie einer Tumorerkrankung ist für den Arzt zwar selten, aber dann eine echte Herausforderung. Wichtig ist eine empathische und dennoch klare Strukturierung des Arztgespräches. Auch der Sonderfall der Pädiatrie muss berücksichtigt werden, denn hier gibt es neben dem Patienten auch die Eltern, die entsprechend informiert werden müssen. Ist bei der Mutter eine extreme Frühgeburt aufgetreten, ist es notwendig, die verschiedenen Phasen der Traumatisierung der Eltern zu kennen. Will der Arzt die Eltern erreichen, muss er in der Schockphase anders mit den Eltern sprechen als in der Einwirkphase oder in der posttraumatischen Situation. Hier steht auch im Vordergrund die elterliche Kompetenz durch gute Kommunikation früh zu stärken. Zu den extremsten Belastungen eines Arztes gehört es sicherlich, die Todesnachricht eines Kindes den Eltern zu übermitteln, welches wenige Stunden zuvor noch gesund war. Auch hierzu wird in diesem Kapitel ein Beispiel gegeben.
Wolfgang Kölfen

11. Situationen, die Sie kennen: Gespräche aus dem Arztalltag

Zusammenfassung
Auch in diesem Kapitel werden praktische Beispiele von Arztgesprächen vorgestellt. Es handelt sich um Gespräche, die Sie in der täglichen Routine führen. Zu allen Gesprächen werden Gesamtbeurteilungen über den Erfolg bzw. Misserfolg des Gesprächs mit Verbesserungspotenzial aufgezeigt. Die zuvor im Buch dargestellten Interventionstechniken werden eingeübt und mit vielen Bildern unterstützt. Vom Behandlungsfehler, über das nicht vorhandene Einzelzimmer, bis zum Geburtstag im Kinderkrankenhaus werden viele individuelle alltagshäufige Gespräche vorgestellt.
Wolfgang Kölfen

12. Ärztliche Kommunikation mit Patienten und Eltern aus anderen Kulturkreisen

Zusammenfassung
In den Praxen und auch in den Kliniken wird in zunehmendem Maße für den Arzt durch die vielen kranken Kinder mit Eltern aus anderen Kulturkreisen eine interkulturelle Kompetenz notwendig. Sprachliche Kompetenz ist notwendig, zudem ist es für den behandelnden Arzt von Vorteil, wenn er ein paar Grundregeln kennt über die Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit in den verschiedenen Kulturkreisen. Selbstverständlich sind medizinische Sachverhalte nur in der Sprache vermittelbar, die die Eltern verstehen. Kann der Arzt sich aber darauf verlassen, dass der nichtprofessionelle Übersetzer wie ein Familienmitglied oder ein Geschwisterkind ausreicht? Kann auf eine eventuell vorhandene Universalsprache ausgewichen werden, oder ist es nicht doch notwendig, einen professionellen Dolmetscher zu bestellen? Worauf muss der Arzt bei dem Dolmetscher achten? Was sind die wichtigsten ärztlichen Fragen an die Migrationseltern, um die Behandlung und die Beratung von ihren kranken Kindern sicherzustellen?
Wolfgang Kölfen

13. Jetzt sind Sie dran: wie lösen Sie diese Fälle?

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden Patientengeschichten, die sich täglich in der Klinik oder in der Praxis abspielen, kurz dargestellt. Die Chance des Lesers besteht darin, entsprechende Lösungsvorschläge für die Beispiele zu entwickeln. Anschließend werden Kommentare und Lösungsvorschläge vorgestellt. In den Hilfestellungen werden die im Buch zuvor vorgestellten Interventionstechniken eingesetzt. Elterliche sprachliche Angriffe, Beschwerden und andere Vorwürfe stehen im Mittelpunkt.
Wolfgang Kölfen

14. Visionen durch Rückblicke

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden persönliche Bewertungen des Autors kurz zusammengefasst. Zusätzlich gibt es eine Zusammenfassung der wichtigsten Botschaften anhand von Abbildungen. Sie finden hier alles auf einen Blick. Kopieren Sie sich diese Abbildungen für Ihre Arztkitteltasche. Probieren Sie dann täglich unterschiedliche Interventionstechniken aus, um für sich ein erfolgreiches und zeiteffizientes Arztgespräch einzuüben. Sie werden überrascht sein, wie Ihre Arbeitszufriedenheit und Ihr Glücksgefühl steigen werden.
Wolfgang Kölfen

Backmatter

In b.Flat Sozialpädiatrie enthaltene Bücher

In b.Flat Allgemeinmedizin kompakt enthaltene Bücher

In b.Flat Pädiatrie 360° enthaltene Bücher

In b.Flat Pädiatrie pro enthaltene Bücher

In b.Flat Klinik Pädiatrie & Sozialpädiatrie enthaltene Bücher

In b.Flat Klinik Allgemeinmedizin enthaltene Bücher

In b.Flat SpringerMedizin.de Gesamt enthaltene Bücher

Weitere Informationen

Neu im Fachgebiet Pädiatrie

Meistgelesene Bücher aus dem Fachgebiet

2014 | Buch

Pädiatrische Notfall- und Intensivmedizin

Wenn es um pädiatrische Notfälle auf Station oder um schwerst kranke Kinder auf der Intensivstation geht, ist dieses Buch ein verlässlicher Begleiter. Übersichtlich nach Organen eingeteilt, enthält das Kitteltaschenbuch sämtliche essenziellen Themen der Kinderintensivmedizin, von kardiozirkulatorischen bis infektiologischen Erkrankungen.

Autor:
Prof. Dr. Thomas Nicolai

2015 | Buch

Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter

Klinik - Diagnose - Therapie

Das Buch bietet für die 30 häufigsten Hauterkrankungen bei Kindern einen Diagnose- und Behandlungsfahrplan: Für jede Erkrankung gibt es präzise Texte, zahlreiche typische klinische Farbfotos sowie Tabellen zu Differentialdiagnosen und zum therapeutischen Prozedere. Für alle Ärzte, die Kinder mit Hauterkrankungen behandeln! 

Herausgeber:
Dietrich Abeck, Hansjörg Cremer

Mail Icon II Newsletter

Bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter Update Pädiatrie und bleiben Sie gut informiert – ganz bequem per eMail.

Bildnachweise