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27.04.2020 | Schwerpunkt: Sport und Bewegung in der Psychotherapie - Originalien | Ausgabe 3/2020 Open Access

Psychotherapeut 3/2020

Ärztliche Vorbildfunktion bezüglich körperlicher Aktivität für Patienten mit psychischen Erkrankungen

Empfehlungsverhalten und Selbstkonkordanz von Psychiatern und ärztlichen Psychotherapeuten

Zeitschrift:
Psychotherapeut > Ausgabe 3/2020
Autoren:
Dr. rer. medic. Moritz Bruno Petzold, Felicitas Ernst, Ursula Spitzer, Julian Gabrysch, Nina Schweinfurth, Norman Satorius, Andreas Ströhle, Felix Betzler
Wichtige Hinweise
Die Autoren Andreas Ströhle und Felix Betzler haben zu gleichen Teilen zum Manuskript beigetragen.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Beitrag das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten sind ausdrücklich mitgemeint.

Zusammenfassung

Hintergrund

Körperliche Aktivität spielt eine bedeutende Rolle bei der Behandlung psychischer Störungen. Psychiatern/ärztlichen Psychotherapeuten kommt eine Schlüsselrolle dabei zu, ihren Patienten körperliche Aktivität zu empfehlen. Zum Empfehlungsverhalten dieses Kollektivs liegen bisher keine Untersuchungen vor.

Ziele der Arbeit

Das Empfehlungsverhalten in Bezug auf körperliche Aktivität sowie verhaltensbezogene und motivationale Korrelate, die das Empfehlungsverhalten potenziell beeinflussen, bei deutschen Psychiatern/ärztlichen Psychotherapeuten sollte untersucht werden.

Material und Methoden

Insgesamt beantworteten 151 deutsche Psychiater/ärztliche Psychotherapeuten (Alter: M = 32,5 Jahre; Geschlecht: 47,0 % weiblich) einen Onlinefragebogen bezüglich körperlicher Aktivität. Dabei wurden das Empfehlungsverhalten körperlicher Aktivität, die Einstellung, das eigene Aktivitätsverhalten und die Selbstkonkordanz eigener Motivation, körperlich aktiv zu sein, erfasst.

Ergebnisse

Die meisten Psychiater/ärztliche Psychotherapeuten gaben an, körperliche Aktivität einigen (54,5 %, n = 82) oder all ihren Patienten zu empfehlen (33,8 %, n = 51). Das Empfehlungsverhalten korrelierte signifikant positiv mit der Selbstkonkordanz der Motivation (r = 0,19) sowie mit der Einstellung zur Bedeutsamkeit körperlicher Aktivität (r= 0,16). Hingegen bestand keine signifikante Korrelation zwischen dem eignen Aktivitätsniveau und dem Empfehlungsverhalten der Psychiater/ärztlichen Psychotherapeuten (r = 0,04).

Schlussfolgerung

Ein Großteil der Psychiater/ärztlichen Psychotherapeuten empfiehlt körperliche Aktivität. Positiv auf das Empfehlungsverhalten wirkten sich insbesondere die Einschätzung der körperlichen Aktivität als bedeutsam sowie eine hohe Selbstkonkordanz der eigenen Motivation, körperlich aktiv zu sein, aus. Interventionsprogramme, die das Empfehlungsverhalten von Psychiatern/ärztlichen Psychotherapeuten steigern wollen, sollten auf die Selbstkonkordanz der Motivation der Psychiater/ärztlichen Psychotherapeuten, körperlich aktiv zu sein, fokussieren und sich nicht nur auf die Bedeutsamkeit körperlicher Aktivität konzentrieren.

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