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04.08.2022 | AIDS 2022 | Kongressbericht | Nachrichten

Aktuelles zu LAT und Kryptokokkose

HIV: WHO veröffentlicht neue Empfehlungen

verfasst von: Dr. Miriam Sonnet

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Auf der 24. internationalen AIDS Konferenz wurden aktuelle Empfehlungen der WHO veröffentlicht. Neuigkeiten gab es unter anderem zur Long-Acting-Therapie mit Cabotegravir und der Behandlung der Kryptokokkose.

Die Long-Acting-Therapie (LAT) mit Cabotegravir kann das relative Risiko einer HIV-Infektion um fast 80 % verringern, erinnerte Dr. Rachel Baggaley, WHO, Genf. Hervorzuheben sei auch die hohe Adhärenz in den Studien. Bezüglich Awareness müsse man aber noch vorankommen: So hatten laut einer aktuellen Umfrage nur 48 % der Teilnehmenden von der Cabotegravir-LAT gehört. Davon würden immerhin 71 % in Betracht ziehen, diese zur Verfügung zu stellen.

Die WHO veröffentlichte kürzlich neue Leitlinien, die jetzt unter anderem die Empfehlung zur LAT mit Cabotegravir beinhalten [1,2]. Die HIV-Testung sei ein kritischer Aspekt, der in den neuen Guidelines adressiert werde, betonte Dr. Baggaley. Die verschiedenen Länder könnten auf ihre bisherige Teststrategie zurückgreifen. Das solle die Nutzung der LAT in Ländern mit geringem Einkommen vereinfachen.

Toxizität der Kryptokokkose-Behandlung verringern

Auch die Empfehlungen zur Behandlung der Kryptokokkose wurden 2022 aktualisiert [3]. Die Kryptokokken-Meningoenzephalitis sei weltweit für schätzungsweise 15 % aller mit AIDS in Verbindung stehenden Todesfälle verantwortlich, konstatierte Prof. Dr. Alexandra Calmy, Universitätskliniken Genf. In den Guidelines von 2018 lautete die Empfehlung, als bevorzugte Erstlinientherapie eine Woche Amphotericin B, bevorzugt als liposomale Formulierung, plus Flucytosin zu geben, gefolgt von einer einwöchentlichen Behandlung mit hochdosiertem Fluconazol. Hohe Kosten und Medikamentenverfügbarkeit seien aber noch immer eine Hürde, so die Referentin, und der Bedarf an einer vereinfachten und weniger toxischen Behandlung hoch.

Eine kürzlich publizierte Phase-3-Studie demonstrierte, dass eine einzelne Dosis von liposomalem Amphotericin B plus Flucytosin und Fluconazol dem bisherigen Schema in Bezug auf Todesfälle aus jeglichem Grund nach zehn Wochen nicht unterlegen ist. Gleichzeitig traten Nebenwirkungen vom Grad 3 oder 4 innerhalb der ersten 21 Tage mit dem neuen Regime seltener auf.

Die aktualisierten WHO-Empfehlungen lauten daher wie folgt: Die bevorzugte Induktion zur Behandlung von Personen mit Kryptokokken-Meningoenzephalitis sollte aus einer einzelnen Dosis von liposomalem Amphotericin B hochdosiert (10 mg/kg) mit 14-tägiger Behandlung mit Flucytosin (100 mg/kg täglich, aufgeteilt in vier Dosen pro Tag) und Fluconazol (1200 mg täglich für Erwachsene; 12 mg/kg täglich für Kinder und Jugendliche bis zu einer Maximaldosis von 800 mg täglich) bestehen. Das Monitoring sei ebenfalls vereinfacht, erläuterte Prof. Dr. Nelesh Govender, National Institute for Communicable Diseases, Johannesburg. Alternative Regime könnten aber, je nach Verfügbarkeit, zum Einsatz kommen.

Offene Fragen klären

Unklar sei u. a. bisher, ob das neue von der WHO bevorzugte Schema die Länge von Klinikaufenthalten verringern könne und ob es sich unter Real-World-Bedingungen als kosteneffizienter erweist. Geklärt werden müsse außerdem, wie man das neue Induktionsregime hochskalieren kann – ein Problem sei hier die Verfügbarkeit von liposomalem Amphotericin B und Flucytosin.

basierend auf: 24th international AIDS conference 29.07. – 02.08.2022; Session: What's new in WHO guidelines: innovations, access and monitoring

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