Skip to main content
main-content

04.08.2022 | AIDS 2022 | Kongressbericht | Nachrichten

Mehrere Studien initiiert

mRNA-Technologie: Eignet sie sich für eine HIV-Impfung?

verfasst von: Dr. Miriam Sonnet

print
DRUCKEN
insite
SUCHEN

In verschiedenen Studien prüfen Forschende zurzeit Impfstoffe gegen HIV – unter anderem auch auf mRNA-Basis. Die ersten Ergebnisse einer vielversprechenden Studie werden im ersten Quartal 2023 erwartet.

Wissenschaftler versuchen seit Jahrzehnten, eine Impfung gegen HIV zu entwickeln. Dass sich das als schwierig gestaltet, hat verschiedene Gründe, berichtete Prof. Lynn Morris, University of the Witwatersrand in Johannesburg. So kann das Immunsystem das HI-Virus nicht eliminieren, das Virus ist stark anfällig für Mutationen und das HIV-Env-Protein sehr komplex. Außerdem entwickeln sich neutralisierende Antikörper erst nach Jahren und nur bei einem kleinen Anteil der Betroffenen. Die mRNA-Technologie, die bei SARS-CoV-2-Impfstoffen verwendet wird, ist auch für die Entwicklung einer HIV-Vakzine vielversprechend. Doch zwischen HIV und SARS-CoV-2 gibt es einige Unterschiede, betonte die Referentin: So könne das Immunsystem SARS-CoV-2 erfolgreich eliminieren, das Virus verfügt über ein relativ stabiles Genom und fast alle Menschen entwickeln neutralisierende Antikörper. Erste Versuche im Tiermodell zeigen aber zumindest, dass mit einer mRNA-Impfung die Produktion neutralisierender Antikörper gegen HIV stimuliert werden kann.

Sequenzielle Impfung mit mRNA

Prof. Dr. William Schief, Scripps Research / IAVI's Neutralizing Antibody Center (NAC), präsentierte die G001-Studie, in der durch den eOD-GT8 60mer-Impfstoff – der allerdings nicht auf mRNA basiert –  breit neutralisierende Antikörper stimuliert werden sollen. Erste Ergebnisse zeigten, dass die Impfung sicher ist und von den Teilnehmenden gut vertragen wird. Zudem detektierten die Studienautoren VRC01-Immunantworten bei fast allen Probanden. Die zweite Impfung erhöhte die Mutationslevel und die Affinität, ein laut Prof. Schief gewünschter Effekt, der das Konzept der sequenziellen Vakzinierung unterstütze. Die Post-Vakzinierungs-Antikörper wurden anschließend genutzt, um Booster-Kandidaten für die nächste Studie, G002, auszuwählen. Darin wird eine mRNA-Impfung genutzt.

HVTN 302: Erste Ergebnisse in 2023 erwartet

In der offenen, multizentrischen, randomisierten HVTN 302-Studie werden mRNA-basierte HIV-Impfstoffe geprüft, sagte Prof. Dr. Sharon Riddler, University of Pittsburgh. Die Wissenschaftler nutzen dabei die mRNA-Lipid Nanoparticle (LNP)-Plattform, um lösliche und membrangebundene Trimere herzustellen. In der Studie kommen drei Produkte zum Einsatz – BG505 MD39.3 mRNA, BG505 MD39.3 gp151 mRNA und BG505 MD39.3 gp151 CD4K0 mRNA. Die Studienhypothese lautet: Die BG505 MD39.3 löslichen und mebrangebundenen mRNA-Vakzinen werden von nicht mit HIV-infizierten Personen gut vertragen und stimulieren autologe neutralisierende Antikörper.

Die Forschenden wollen 108 gesunde, nicht mit HIV infizierte Erwachsene einschließen. Die Teilnehmenden werden in sechs Gruppen mit den verschiedenen Produkten und jeweils zwei unterschiedlichen Dosierungen eingeteilt. Bis Juli 2022 wurden 106 der 108 Probanden rekrutiert. Die ersten Ergebnisse werden im ersten Quartal 2023 erwartet, schloss die Referentin. Die vorläufigen Ergebnisse zur Immunogenität könnten aber bereits früher verfügbar sein.

basierend auf: 24th international AIDS conference, 29.07. – 02.08.2022; Session: Will mRNA lead to a long-awaited HIV vaccine?

print
DRUCKEN

Weiterführende Themen

Neu im Fachgebiet Innere Medizin

Newsletter

Bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter Update Innere Medizin und bleiben Sie gut informiert – ganz bequem per eMail.