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18.12.2018 | Aktinische Keratose | Nachrichten

Aktinische Keratose, Basalzell- & Plattenepithelkarzinom

Fluoruracil kann Therapiekosten bei Hautkrebs senken

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Eine weitläufige Anwendung von 5-Fluoruracil kann die Therapiekosten für aktinische Keratose, Plattenepithel- und Basalzellkarzinome verringern. Werden die Ergebnisse hochgerechnet, ließen sich 69 Millionen Dollar innerhalb von drei Jahren sparen.

Etwa 8 Milliarden Dollar kostet in den USA jährlich die Therapie von Hautkrebs. Die verbreitete Applikation von Fluoruracil (5-FU) bei Risikogruppen könnte die Gesundheitsträger möglicherweise bei der Behandlung von aktinischer Keratose (AK), Plattenepithel (PK)- und Basalzellkarzinomen (BK) monetär entlasten. Zumindest zeigen das die Ergebnisse einer neuen Studie, für die die Autoren 932 Teilnehmer rekrutierten und zu einer Verwendung von 5-FU oder einer Vehikel-Kontrollcreme randomisierten.

Die Probanden erhielten eine medizinische Versorgung durch die Veterans Health Administration (VHA) und wurden von zwölf Veteran Affairs medizinischen Versorgungszentren rekrutiert. Die Cremes wurden zweimal täglich für bis zu vier Wochen auf Gesicht und Ohren aufgetragen. Zusätzlich erhielten die Teilnehmer Informationen über Hautkrebs, Sonnenschutz und die richtige Verwendung von Sonnencremes. Alle Probanden wiesen ein erhöhtes Risiko für die oben genannten Krebsarten auf, d.h., sie waren bereits fünf Jahre vor Beginn der Studie an mindestens zwei PKs/AKs erkrankt. 30 Probanden beendeten die Studie vorzeitig, 41 verstarben.

Weniger Arzt-Patienten-Kontakte

Insgesamt waren sowohl die Begegnungen zwischen Arzt und Patient, als auch die Kosten im Interventionsarm geringer als in der Placebogruppe. Beispielsweise gab es aufgrund von BKs/PKs/AKs im ersten Jahr mit 5-FU im Mittel 2,87 ambulante Begegnungen, unter Placebo waren es 3,08.

Betrachteten die Autoren die verschiedenen Hauterkrankungen getrennt, stellten sie ebenfalls Unterschiede zwischen den Gruppen fest. Im ersten Jahr nach der Randomisierung waren die Begegnungen zwischen Arzt und Patient für eine PK-Therapie signifikant geringer als in der Kontrollgruppe. Im zweiten und dritten Jahr nach Randomisierung gab es zwar die gleiche Tendenz, die Unterschiede waren allerdings nicht mehr signifikant. Für die Therapien des BK gab es im ersten Jahr nach Randomisierung keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Im zweiten Jahr hatten die Patienten der Interventionsgruppe jedoch signifikant öfter einen Arzt aufgrund ihrer BK-Erkrankung aufgesucht. Die Tendenz für die AK war wieder umgekehrt: Hier hatten in allen drei Jahren nach der Randomisierung in der Interventionsgruppe weniger Arzt-Patienten-Kontakte aufgrund einer AK-Erkrankung stattgefunden. Für das zweite Jahr war das Ergebnis signifikant (komplette Tabelle mit Ergebnissen siehe Yoon et al, [1]).

Flurouracil verringert Kosten

Verglichen die Autoren alle Kosten von PK/BK/AK-Behandlungen (inkl. Kosten für chirurgische Entfernung, dermatologische Versorgung und verschriebene Medikamente), waren die Kosten im Interventionsarm im ersten Jahr nach der Randomisierung geringer als in der Placebogruppe (2106 Dollar vs. 2444 Dollar, p = 0,02), und das, obwohl es höhere Aufwendungen bzgl. Verschreibungen für 5-FU und andere dermatologische Kosten in der Interventionsgruppe gab. Die Aufwendungen für die Mohs-Chirurgie waren in der 5-FU-Gruppe 104 Dollar geringer.

Insgesamt entstanden im Interventionsarm über das drei-Jahres-Follow-up hinweg 771 Dollar weniger Kosten pro Patient als in der Kontrollgruppe. Würde dies auf die 90.000 VHA-Patienten, die jedes Jahr aufgrund von BKs/PKs behandelt werden, hochgerechnet, und würden alle Patienten mit 5-FU behandelt, könnte die VHA 69 Millionen Dollar über drei Jahre hinweg sparen.

Limitationen

Laut der Autoren zahlt die VHA für verschreibungspflichtige Medikamente weniger Geld, als es andere Kostenträger tun. Die Ergebnisse lassen sich daher nicht generell auf diese übertragen. Weitere Limitationen der Studie: Die Teilnehmer waren meist älter und männliche Veteranen, die medizinische Versorgung von der VHA erhielten. Ob sich die Ergebnisse daher auf weibliche, jüngere Patienten oder Menschen in anderen Gesundheitssystemen übertragen lassen, ist fraglich. Auch könnte es sein, dass Veteranen im Laufe ihres Lebens einer höheren Sonnenexposition ausgesetzt sind, als der Rest der Bevölkerung.

Das Wichtigste in  Kürze

Frage: Kann eine Anwendung von Fluoruracil (5-FU) bei Risikogruppen die Kosten einer Hautkrebstherapie (Plattenepithel- und Basalzellkarzinom) verringern?

Antwort: Ja, die Kosten waren im Drei-Jahres-Follow-up in der Interventionsgruppe (5-FU) um 771 Dollar pro Patient geringer als in der Kontrollgruppe (Vehikelcreme).

Bedeutung: Rechnet man die Ergebnisse hoch, könnten 69 Millionen Dollar Behandlungskosten über drei Jahre hinweg für bestimmte Hautkrebsarten gespart werden, wenn Risikogruppen mit 5-FU behandelt werden würden.

Einschränkung unter anderem: Möglicherweise lassen sich die Ergebnisse nicht auf die gesamte Bevölkerung bzw. andere Gesundheitssysteme und Kostenträger übertragen, da für die Studie fast ausschließlich ältere, männliche Veteranen rekrutiert wurden.  

Literatur

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