Handlungsempfehlung Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie
- 07.11.2024
- Akupunktur
- Wissenschaft für die Kitteltasche
- Verfasst von
- Dr. med. Joanna Dietzel
- Erschienen in
- Deutsche Zeitschrift für Akupunktur | Ausgabe 1/2025
Auszug
Die Chemotherapie-induzierte periphere Neuropathie (CIPN) tritt bei 68 % der Patienten innerhalb des ersten Monats nach der Chemotherapie auf, insbesondere nach Behandlung mit Taxanen, Platinverbindungen, Vinca-Alkaloiden, Proteasom-Inhibitoren oder Carmustin [7]. Die S3-Leitlinie „Komplementärmedizin“ in der Behandlung onkologischer PatientInnen listet eine „Kann“-Empfehlung für die Behandlung mit Akupunktur auf bei der schmerzhaften Polyneuropathie [6]. Die Empfehlung basiert im Wesentlichen auf einer Cochrane-Review von 2017 [4] und 2 neueren „randomized controlled trials“ (RCTs). In der systematischen Review wurden 6 Studien mit Daten von 462 Patienten mit chronischen Chemotherapie-induzierten neuropathischen Schmerzen analysiert, darunter eine Studie aus Großbritannien. Die Akupunktur zur Behandlung der CIPN hatte, im Vergleich zu den Kontrollgruppen: Vit. B12, Inositol, Nimodipin, Sham oder keine Therapie, zwar bessere Ergebnisse auf die heterogenen Outcome-Parameter mit Bezug zu Symptomen der Neuropathie, die Autoren monieren jedoch niedrige Reporting-Standards, kleine Fallgrößen und eine fragliche klinische Relevanz der Schmerzreduktion in den Studien mit VAS-Verwendung. Die Review verwies 2017 immerhin auf 12 noch unpublizierte Studien zum Thema. Ein in der S3-Leitlinie erwähntes RCT aus Hongkong von Molassiotis et al. untersuchte 87 Patientinnen mit verschiedenen Krebsarten und unter verschiedenen neurotoxischen Chemotherapien, die Anzeichen einer CIPN aufwiesen [5]. Sie wurden entweder randomisiert in einen Arm, in dem sie 2‑mal die Woche Akupunktur über 8 Wochen erhielten, oder in eine Wartelistenkontrollgruppe, die Routinetherapie erhielt. Der primäre Zielparameter war der Brief Pain Inventory (BPI) zum Ende der Behandlung, der sich in der Akupunkturgruppe signifikant verbesserte mit einer klinisch relevanten Reduktion der Schmerzen im BPI. In den späteren Follow-ups zu Woche 14 und Woche 20 kam es in der Kontrollgruppe zu einer kontinuierlichen Zunahme der Schmerz-Scores, die Interventionsgruppe hatte ebenfalls einen n-Rückfall der Symptome, blieb aber bis Woche 20 leicht unterhalb des Baseline-Niveaus (im BPI, p = 0,49 im Vergl. zu Baseline). …
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- Titel
- Handlungsempfehlung Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie
- Verfasst von
-
Dr. med. Joanna Dietzel
- Publikationsdatum
- 07.11.2024
- Verlag
- Springer Medizin
- Schlagwörter
-
Akupunktur
Periphere Neuritis
Zytostatische Therapie - Erschienen in
-
Deutsche Zeitschrift für Akupunktur / Ausgabe 1/2025
Print ISSN: 0415-6412
Elektronische ISSN: 1439-4359 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s42212-024-00697-3
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