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01.03.2017 | Akute myeloische Leukämie | Leitthema | Ausgabe 7/2017

Der Onkologe 7/2017

Akute myeloische Leukämie

Zeitschrift:
Der Onkologe > Ausgabe 7/2017
Autoren:
MSc PD Dr. med. Christoph Röllig, Christian Thiede, Gerhard Ehninger

Zusammenfassung

Hintergrund

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist die häufigste akute Leukämie des Erwachsenenalters und tritt gehäuft bei Patienten über 60 Jahre auf. Bei steigender genereller Lebenserwartung ist mit einer Zunahme der Inzidenz zu rechnen.

Ziel

Derzeitige Standards von Diagnostik und Therapie der AML sollten zusammenfassend dargestellt werden.

Material und Methoden

Es erfolgte eine Recherche der aktuellen Literatur.

Ergebnisse

Bis zu einem biologischen Alter von 75 Jahren kann die Erkrankung mittels intensiver Chemotherapie mit oder ohne Einsatz einer allogenen Stammzelltransplantation kurativ behandelt werden. Prognose und Therapieintensität hängen v. a. vom Alter und zytogenetischen bzw. molekularbiologischen Veränderungen ab. Durch deren Einsatz gelingt die Einteilung der Erkrankung in genotypspezifische Subgruppen, die eine Prognosestratifikation erlauben. Bei schweren Komorbiditäten oder in höherem Lebensalter kann eine ambulante niedrigdosierte zytoreduktive Therapie das Überleben verlängern. Die seltene akute Promyelozytenleukämie (APL) geht in allen Altersgruppen mit einer deutlich günstigeren Prognose und hohen Heilungsraten einher. Die bei Erstdiagnose z. T. lebensbedrohlichen Blutungskomplikationen können durch rasche Gabe von All-trans-Retinolsäure (ATRA) kontrolliert werden. Das Ansprechen von Patienten mit NPM1-Mutation und spezifischen Translokationen kann durch molekularbiologische Methoden individuell beobachtet werden (MRD, minimale Resterkrankung). Spezifische Substanzen mit gezielten subgruppenspezifischen Angriffspunkten wie Tyrosinkinaseinhibitoren oder Antikörper befinden sich in klinischer Entwicklung.

Schlussfolgerungen

Ein wachsendes Verständnis von Krankheitsbiologie und zugrunde liegenden genetischen Veränderungen erlaubt eine zunehmende Individualisierung von Prognose und Therapieintensität und lassen auf eine weitere Verbesserung der Heilungschancen von Patienten mit AML in der Zukunft hoffen.

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Literatur
Über diesen Artikel

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