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Akute obere Gastrointestinalblutung

Diagnostik und Management

  • 01.05.2003
  • Schwerpunkt: Gastroenterologische Notfälle
Erschienen in:

Zusammenfassung

Diagnostik und Therapie der oberen gastrointestinalen Blutung sind interdisziplinär. Bei bewusstseinsgetrübten Patienten wird eine Aspiration durch frühzeitige Intubation vermieden. Bei der Notfallendoskopie verbessert die Gabe von Erythromycin 20 min vor dem Eingriff die Sicht.
Goldstandard der Therapie der Varizenblutung ist die Gummibandligatur. Terlipressin, Somatostatin oder Octreotid sind initial ähnlich wirksam, bedürfen zur langfristigen Rezidivprophylaxe aber einer weiterführenden Therapie. Frühe Rezidive, nicht jedoch die Letalität können durch die Kombination von Ligatur und Somatostatin(analoga) geringfügig verringert werden. Eine 3- bis 7-tägige Antibiotikaprophylaxe ist Standard. Reservetherapie ist der TIPS.
Bei nichtvariköser Blutung benötigen nur Patienten mit aktiver Blutung bzw. sichtbarem Gefäßstumpf eine hämostatische Behandlung; die übrigen Patienten können frühzeitig entlassen werden. Die Therapie ist primär endoskopisch (Injektion gewebeschonender Lösungen, sekundär thermische Verfahren). Sklerosierungsmittel sind kontraindiziert, Fibrinkleber und Endoclip Reserveverfahren. Säureblockade verringert das Rezidivblutungsrisiko, einer "i.v.-Hochdosis-PPI-Therapie" bedarf es aber eher nicht. Eine H.-pylori-Infektion sollte radiziert werden. Die Rezidivblutung wird ebenfalls endoskopisch behandelt. Reserveverfahren sind Operation oder angiographische Okklusion.
Titel
Akute obere Gastrointestinalblutung
Diagnostik und Management
Verfasst von
H. Nietsch
E. Lotterer
Prof. Dr. W. E. Fleig
Publikationsdatum
01.05.2003
Verlag
Springer-Verlag
Erschienen in
Die Innere Medizin / Ausgabe 5/2003
Print ISSN: 2731-7080
Elektronische ISSN: 2731-7099
DOI
https://doi.org/10.1007/s00108-003-0918-4
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