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15.08.2017 | Akutes Koronarsyndrom | Diagnostische Elektrophysiologie und Devices | Ausgabe 5/2017

Der Kardiologe 5/2017

EKG-Befunde bei speziellen Herzerkrankungen

Zeitschrift:
Der Kardiologe > Ausgabe 5/2017
Autor:
Prof. Dr. H.-J. Trappe

Zusammenfassung

Das 12-Kanal-Oberflächen-EKG ist von großer Bedeutung für die Diagnostik von Rhythmusstörungen und für das akute Koronarsyndrom. Das EKG erfordert jedoch eine sorgfältige Befundung und die exakte Analyse der verschiedenen EKG-Abschnitte. Aus dem 12-Kanal-Oberflächen-EKG können nicht nur die Diagnosen eines akuten Koronarsyndroms gestellt werden, sondern es lassen sich auch Ort und Ausmaß von Koronarläsionen in über 95 % der Fälle festlegen. Bradyarrhythmien (BA) sind durch Sinusknotendysfunktionen, höhergradige AV-Blockierungen oder Schenkelblockbilder bedingt, und die Häufigkeit von BA beim akuten Koronarsyndrom (ACS) beträgt 0,3–18 %. Sinusknotendysfunktionen können als Sinusbradykardie, sinuatriale Blockierungen oder Sinusknotenstillstand imponieren. AV-Blockierungen I° werden in einer Häufigkeit von 4–13 % bei ACS beobachtet und sind Ausdruck einer Leitungsverzögerung in Vorhof, AV-Knoten, His-Bündel oder Tawara-System. AV-Blockierungen I° und II° treten sehr häufig <24 h nach Infarktbeginn auf und dauern gewöhnlich nicht mehr als 72 h an. AV-Blockierungen III° sind bei vielen Patienten mit ACS und inferoposteriorer Ischämie nur vorübergehend, bei Vorderwandinfarkt dagegen oft dauerhaft. Ein linksanteriorer Hemiblock wird beim ACS bei ca. 5 % der Patienten gesehen, ein linksposteriorer Hemiblock ist deutlich seltener (Häufigkeit <0,5 %). Ein kompletter Schenkelblock entwickelt sich beim ACS bei 10–15 % der Patienten, wobei ein kompletter Rechtsschenkelblock bei zwei Drittel der Patienten und ein kompletter Linksschenkelblock bei einem Drittel der Patienten beobachtet wird. Bei Kindern und Jugendlichen gibt es spezielle EKG-Befunde, die sich von denen der Erwachsenen unterscheiden.

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