Akutschmerztherapie in der stationären Versorgung an deutschen Krankenhäusern
Ergebnisse des Akutschmerzzensus 2012
- 01.04.2014
- Originalien
- Verfasst von
- Dr. J. Erlenwein
- U. Stamer
- R. Koschwitz
- W. Koppert
- M. Quintel
- W. Meißner
- F. Petzke
- Erschienen in
- Der Schmerz | Ausgabe 2/2014
Zusammenfassung
Hintergrund
Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, aktuelle Struktur- und Prozessdaten zur Akutschmerztherapie an deutschen Krankenhäusern zu erheben und vor dem Hintergrund der 2007 publizierten S3-Leitlinie zur Behandlung akuter perioperativer und posttraumatischer Schmerzen und anderer Initiativen wie dem Benchmarking oder der Zertifizierung des Schmerzmanagements zu analysieren.
Methoden
Alle bei der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) erfassten Chefärzte wurden anhand eines standardisierten Fragebogens zu Strukturen und Prozessen der Akutschmerztherapie in ihren Kliniken befragt.
Ergebnisse
Es konnten 403 Fragebogen (46 %) ausgewertet werden. Ein Anteil von 81 % der Häuser gab an, über einen Akutschmerzdienst (ASD) zu verfügen, wovon 45 % definierte Qualitätskriterien erfüllten. Schriftliche Standards für die Versorgung auf der Normalstation hatten 97 % der Krankenhäuser, in 96 % wurden Schmerzen perioperativ regelmäßig erfasst (meist Ruhe- und/oder Belastungsschmerz, nur in 16 % auch funktionelle Beeinträchtigungen). In 62 % erfolgten außerhalb dieser Routine keine weiteren Messungen, z. B. zur Effektivitätskontrolle nach Bedarfsmedikationen. Auch für nichtoperative Abteilungen existierten in 51 % der Krankenhäuser schriftliche Behandlungsstandards zur Akutschmerztherapie. Häufig waren interdisziplinäre Arbeitsgruppen und/oder Schmerzbeauftragte zur klinikweiten Steuerung sowohl für die Akutschmerztherapie in operativen als auch in nichtoperativen Abteilungen etabliert. Als spezielle Therapieverfahren waren die patientenkontrollierte i.v.-Analgesie (PCIA) und Periduralanalgesie (PDA) am weitesten verbreitet (> 90 % aller Kliniken). Im vergangenen Jahrzehnt etablierte sich in der Akutschmerztherapie neben der intravenösen auch die orale Applikation von Opioiden, einschließlich der retardierten Präparate.
Schlussfolgerung
Es wurden repräsentative Daten für deutsche Krankenhäuser erfasst. Die in der S3-Leitlinie zum Akutschmerz empfohlenen organisatorischen Voraussetzungen für eine adäquate Schmerztherapie scheinen sich in der stationären Versorgung in den vergangenen Jahren zunehmend etabliert zu haben. Auch wenn die organisatorische Umsetzung der Akutschmerztherapie in nichtoperativen Bereichen im Durchdringungsgrad ergebnismäßig nicht der perioperativen Versorgung gleicht, sind adäquate Ansätze zu erkennen. In allen Bereichen sind moderne systemisch-medikamentöse (z. B. medikamentöse Algorithmen) und invasive Analgesietechniken (z. B. PDA) weitgehend verfügbar.
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- Titel
-
Akutschmerztherapie in der stationären Versorgung an deutschen Krankenhäusern
Ergebnisse des Akutschmerzzensus 2012 - Verfasst von
-
Dr. J. Erlenwein
U. Stamer
R. Koschwitz
W. Koppert
M. Quintel
W. Meißner
F. Petzke
- Publikationsdatum
- 01.04.2014
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
- Erschienen in
-
Der Schmerz / Ausgabe 2/2014
Print ISSN: 0932-433X
Elektronische ISSN: 1432-2129 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00482-014-1398-2
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