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28.09.2016 | originalarbeit | Ausgabe 3/2016 Open Access

neuropsychiatrie 3/2016

Alkohol- und Drogenmissbrauch bei psychisch kranken PatientInnen mit Migrationshintergrund in Österreich

Zeitschrift:
neuropsychiatrie > Ausgabe 3/2016
Autoren:
Univ.-Prof. Dr. Thomas Stompe, Kristina Ritter, David Holzer, Andrea Topitz, Thomas Wenzel

Zusammenfassung

Die Flüchtlingsbewegungen der letzten Jahre stellen sämtliche Gesundheitssysteme vor neue Herausforderungen. Als Problem erweist sich, dass in Österreich in wesentlichen Bereichen Daten über die psychische Verfassung von Migranten nicht vorhanden sind. Vor allem über die Häufigkeit und das Muster des komorbiden Substanzmissbrauchs bei psychisch kranken Zuwanderern sind auch aus internationalen Studien keine Daten bekannt. Unsere Analyse der Daten von 1819 Patientinnen und Patienten (1726 erste Generation, 93 zweite Generation), die in der Ambulanz für Transkulturelle Psychiatrie und migrationsgebundene Störungen am Allgemeinen Krankenhaus Wien behandelten wurden, zeigt, dass bei Migranten der ersten Generation der kulturelle und religiöse Hintergrund der Herkunftsregion den größten Einfluss auf die missbräuchlich verwendeten Substanzen hat, in der zweiten Generation erfolgt eine Annäherung an die Konsumgewohnheiten der Mehrheitsgesellschaft. Der Typus der Erkrankung spielt im Vergleich dazu eine geringere Rolle. Lediglich Persönlichkeitsstörungen weisen eine leicht höhere Rate an illegalem Substanzmissbrauch auf als die anderen Krankheitsgruppen.

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