Zum Inhalt
HNO

Tücken der Diagnostik der Hausstaubmilbenallergie

Erschienen in:

Zusammenfassung

Bei der Hausstaubmilbe (HSM) handelt es sich um das bedeutendste Innenraumallergen, das für viele Fälle nicht nur von Rhinoconjunctivitis allergica, sondern auch Asthma bronchiale verantwortlich und somit von erheblicher sozioökonomischer Relevanz ist. Neben symptomatischer Therapie und Karenzmaßnahmen ist v. a. die Allergenimmuntherapie (AIT) als einziger kausaler, krankheitsmodifizierender Therapieansatz von großer Bedeutung. Für die Einleitung einer AIT ist allerdings eine hohe diagnostische Sicherheit unerlässlich. Die Schwierigkeit einer korrekten Diagnosestellung liegt darin, die nachgewiesene HSM-Sensibilisierung hinsichtlich ihrer klinischen Relevanz (klinisch stumme Sensibilisierung vs. Allergie) richtig zu interpretieren. Das Allergierisiko steigt zwar mit der Höhe des IgE-Titers gegen HSM-Extrakt, Der p 1 oder Der p 2, wie auch mit der Breite des molekularen Sensibilisierungsprofils gegen HSM-Komponenten (Der p 1, Der p 2, Der p 23) an, jedoch kann weder bezüglich der Titer ein Schwellenwert für das Vorliegen einer Allergie definiert werden, noch kann eine Sensibilisierung gegen eine spezifische Komponente als sicher allergieauslösend bewertet werden. Zudem muss festgehalten werden, dass – zumindest in Südbayern – die Prävalenz der Der-p-23-Sensibilisierung zu niedrig ist, um als Majorallergen zu gelten, noch ist Der p 23 als Ergänzung zu den beiden Majorallergenen Der p 1 und Der p 2 in der Lage, alle HSM-Sensibilisierungen molekular aufzulösen. Offensichtlich verfügt die HSM über ein sehr diverses Profil an Allergenen, von denen einige relevante noch nicht beschrieben zu sein scheinen. Auch anamnestische Angaben erlauben keine ausreichend sichere Bewertung der klinischen Relevanz einer nachgewiesenen HSM-Sensibilisierung, sodass – trotz des relativ großen Aufwands – vor Einleitung einer AIT mit HSM eine Allergen-Provokationstestung empfohlen werden muss.
Titel
Tücken der Diagnostik der Hausstaubmilbenallergie
Verfasst von
P. Huber
S. Becker
Prof. Dr.med. M. Gröger
Publikationsdatum
15.02.2024
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
HNO / Ausgabe 9/2024
Print ISSN: 0017-6192
Elektronische ISSN: 1433-0458
DOI
https://doi.org/10.1007/s00106-024-01425-y
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Neu im Fachgebiet HNO

Podcast

"Schlaf ist mehr als ein Leerlauf im Körper"

Wie viel Schlaf wir brauchen und wann wir besonders leistungsfähig sind, das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eines ist jedoch klar: Guter Schlaf ist wichtig für die Gesundheit. Schlafmangel kann sich zum Beispiel endokrinologisch auswirken und unser Essverhalten beeinflussen, so die Schlafexpertin Dr. Sarah Dietz-Terjung. Aber warum schlafen wir überhaupt? Und wie können wir gut schlafen?

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin

CT-Verzicht und Übertherapie: Ein häufiges Problem bei Ballonsinuplastik

Seit etwa 20 Jahren ist die Ballonsinuplastik als Option für die Therapie der chronischen Rhinosinusitis verfügbar. Zwei Studien haben sich nun mit der Frage beschäftigt, ob das Verfahren adäquat angewendet wird.

Chance nicht verpassen – Warum das Screening auf Lungenkrebs für HNO relevant ist

Voraussichtlich ab April kommenden Jahres soll in Deutschland ein Screening auf Lungenkrebs per Low-Dose-CT starten. Warum das besonders auch HNO-Mediziner interessieren sollte, zeigt eine US-Studie.

gematik verlängert Frist für Austausch der E-Arztausweise

Nachdem die Berichte über Probleme beim Austausch der E-Arztausweise für die digitale Signatur in der Telematikinfrastruktur nicht abrissen, hat die gematik jetzt die Notbremsung eingeleitet: Demnach können eHBA der alten Version nun bis 30. Juni 2026 genutzt werden. Für alte Konnektoren gibt es keinen Aufschub.

Update HNO

Bestellen Sie unseren Fach-Newsletter und bleiben Sie gut informiert – ganz bequem per eMail.

Bildnachweise
DGIM Podcast-Reihe - Schlafmedizin/© (M) Andrey Popov / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell) Logo: Springer Medizin Verlag GmbH, Larynxkarzinom/© Springer Medizin, Arztausweis/© Ulrich Zillmann / FotoMedienService / picture alliance (Symbolbild mit Fotomodell)