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16.09.2019 | Leitthema | Ausgabe 10/2019

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 10/2019

Alles nur Methodeneffekte? Prävalenz von Untergewicht, Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in Abhängigkeit von Gewichtungsfaktoren und Referenzsystem

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 10/2019
Autoren:
Dr. Anja Schienkiewitz, Stefan Damerow, Angelika Schaffrath Rosario

Zusammenfassung

Hintergrund

Die „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS) ist eine wichtige Datenquelle, um die Häufigkeit des Auftretens von Untergewicht, Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland berechnen und bewerten zu können. Zur Beurteilung zeitlicher Trends muss jedoch berücksichtigt werden, dass zur Prävalenzberechnung methodische Anpassungen erforderlich waren und das Referenzsystem überarbeitet wurde.

Fragestellung

Sind die Auswirkungen der methodischen Veränderungen bei Gewichtungsfaktoren und Referenzsystem so groß, dass sie die vorliegenden Prävalenzzahlen und Aussagen zum Trend über die Zeit maßgeblich beeinflussen?

Material und Methoden

Datengrundlage sind gültige Messwerte zu Körpergröße und -gewicht aus der KiGGS-Basiserhebung (2003–2006, 7531 Jungen und 7215 Mädchen) und aus KiGGS Welle 2 (2014–2017, 1762 Jungen und 1799 Mädchen), jeweils im Alter von 3 bis 17 Jahren. Es werden Prävalenzen (%, 95 %-KI) für Untergewicht, Übergewicht und Adipositas für die KiGGS-Basiserhebung abhängig vom Referenzsystem sowie von unterschiedlichen Gewichtungsfaktoren berechnet.

Ergebnisse

Die Aussagen über Prävalenzzahlen und den zeitlichen Trend von Unter‑, Übergewicht und Adipositas bleiben auch unter Berücksichtigung methodischer Veränderungen bestehen. Lediglich bei den 16- und vor allem 17-jährigen Mädchen wirkt sich die Veränderung des Referenzsystems deutlich aus.

Diskussion

In Bezug auf den hier untersuchten Trend können die methodischen Veränderungen vernachlässigt werden, so lange keine zu kleinen Subgruppen betrachtet werden. Dieses Fazit lässt sich jedoch nicht verallgemeinern; die Auswirkungen methodischer Veränderungen müssen für jede Fragestellung neu überprüft werden.

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