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11.05.2018 | Allgemeinmedizin | Nachrichten

Kommunikation

Pfleger können Arzt-Patienten-Verhältnis stärken

Autor:
Ingrid Mühlnikel

Noch lange nicht selbstverständlich: Pflegekräfte können einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass die Arzt-Patienten-Kommunikation gelingt.

Studien zufolge verstehen Patienten nur rund 50 Prozent des Gesagten in einem Arzt-Patienten-Gespräch. Dabei – auch dies ist belegt – ist die Adhärenz höher, wenn die Krankheit verstanden wird und Patienten bei Entscheidungen hinsichtlich ihrer Therapie nicht außen vor bleiben.

Die Patientenkommunikation werde sich deswegen im digitalen Zeitalter von einer bislang eher paternalistisch geprägten Kommunikation zu einer Kommunikation der partizipativen Entscheidungsfindung wandeln, prognostizierte Professor Kai Kahl, Geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover, vor Kurzem beim Deutschen Pflegetag in Berlin.

"Eine besondere Rolle kommt dabei den Pflegenden zu", glaubt Kahl. "Sie sind einfach näher dran am Patienten und wissen auch mehr über dessen psychosoziales Umfeld. Die Pflege ist die Brücke zwischen der heutigen Hochleistungsmedizin und dem Menschen.

Deswegen nehmen sie als Co-Therapeuten in einer Kommunikation, die auf partizipative Entscheidungsfindung setzt, eine zentrale Rolle ein." Gesundheitsentscheidungen könnten durch Pflegekräfte wirksam unterstützt werden.

In England gebe es beispielsweise schon lange eine "Consulting Nurse", die diese Funktionen übernimmt. Allerdings setzen Patienten zunehmend auf das Netz statt auf Heilberufler.

Recherchen im Internet

70 Prozent der Bevölkerung gehe heute bei gesundheitlichen Problemen ins Internet, wies Volker Nürnberg von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO hin. Deswegen gewännen auch Online-Therapieangebote zunehmend an Akzeptanz.

Beispiel: Depressionen. Bis zu sechs Monate warten Patienten auf eine adäquate Behandlung. Der Markt an Online-Therapieangeboten verspricht Abhilfe, ist aber auch unübersichtlich und die wenigsten Programme sind so wie etwa deprexis®24 von Servier wissenschaftlich erforscht.

"In einer neuen randomisierten, kontrollierten Studie, die von den Universitäten Zürich und Bern in Zusammenarbeit mit der Deutschen Psychotherapie Vereinigung (DPtV) durchgeführt wurde, konnte erstmals nachgewiesen werden, dass die Kombination eines Online-Therapieprogramms mit einer ambulanten Face-to-Face-Therapie zu einer signifikanten Verbesserung der depressiven Symptome führen kann", teilt der Hersteller mit.

Partizipative Entscheidungsfindung soll also dem Patienten helfen, anhand strukturierter und evidenzbasierter Informationen, ergebnisoffen gemeinsam mit dem Arzt eine Entscheidung zu treffen.

Möglich ist dies heute auch online. Doch: "Eine Online-Therapie kann nur dann sinnvoll sein, wenn die Wirksamkeit des Programms durch Studien belegt ist und wenn das Thema Datenschutz ernst genommen wird", betonte Kahl.

Quelle: Ärzte Zeitung

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