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Primärversorgung im interprofessionellen Team

Routinedatenanalyse der interprofessionellen Versorgung im Primärversorgungszentrum Poliklinik Veddel

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Gemeinwesensorientierte Primärversorgungszentren (PVZ) sollen miteinander verschränkte gesundheitliche und soziale Problemlagen in der Primärversorgung adressieren. Die Poliklinik Veddel befindet sich in einem der ärmsten Stadtteile Hamburgs und bietet eine teambasierte interprofessionelle Primärversorgung an. Vor allem in Deutschland gibt es nur wenige Erfahrungen mit solchen Zentren. Daher soll die tatsächlich erbrachte interprofessionelle Versorgung anhand von Daten aus der Routineversorgung untersucht werden.

Fragestellung

Wie viele Nutzer*innen wurden interprofessionell versorgt? Wie häufig arbeiteten die verschiedenen Berufsgruppen zusammen? Was waren die häufigsten Gründe für interprofessionelle Konsultationen?

Material und Methoden

Es wurde eine Routinedatenanalyse aller interprofessionell betreuten Fälle der Jahre 2020 und 2021 nach Häufigkeit der Themen, Dauer der interprofessionellen Sitzungen und beteiligten Fachbereiche durchgeführt.

Ergebnisse

Es erhielten 98 (2020) bzw. 181 (2021) Nutzer*innen eine interprofessionelle Versorgung (bei etwa 2500–3000 Patienten pro Quartal in der hausärztlichen Praxis). Am häufigsten versorgte die hausärztliche Praxis gemeinsam mit der psychologischen Beratung, gefolgt von der Sozialberatung. Inhaltlich waren psychische Krisen, aufenthaltsrechtliche Fragen, Probleme mit der Wohnsituation oder komplexere Versorgungskoordinationen am häufigsten.

Diskussion

Die Studie deutet darauf hin, dass eine interprofessionelle, teambasierte Versorgung die Verflechtung von psychosozialen und medizinischen Versorgungsbedürfnissen wirksam adressieren kann. Interprofessionelle PVZ wie die Poliklinik Veddel könnten einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der Primärversorgung in Deutschland leisten.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Einleitung

Zwischen der sozialen Lage und der Gesundheit besteht ein enger Zusammenhang [1]. Hausärzt*innen sehen sich mehrfach in der Woche mit sozialen Problemen wie Armut oder Einsamkeit konfrontiert [2] und die hausärztliche Konsultation stellt für Patient*innen mit entsprechendem Unterstützungsbedarf eine wichtige Ressource dar [3]. Über eine Sozialanamnese kann ein Unterstützungsbedarf erhoben und Hilfestellungen eingeleitet werden [4]. Bei Vorliegen von Belastungen wie Arbeitslosigkeit ist die Ärzt*in-Patient*innen-Interaktion allerdings häufig herausfordernder [5] und eine strukturierte Verbindung mit dem sozialen Hilfesystem besteht meist nicht [6, 7].
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt den „Primary-Health-Care“(PHC)-Ansatz (deutsch: „Primärversorgung“) als gesamtgesellschaftliche Strategie zur Verbesserung der Bevölkerungsgesundheit mit einer sektorenübergreifenden und interdisziplinären Umgestaltung der Gesundheitssysteme. Zentral in der Versorgung steht die „primary care“, die einen niedrigschwelligen Zugang zum Gesundheitswesen bietet und durch interprofessionelle Teams, die über die rein hausärztliche Versorgung hinausgehen und nichtärztliche Gesundheitsprofessionen gleichberechtigt miteinbeziehen, eine umfassende Versorgung eines großen Teils der Gesundheitsprobleme gewährleistet. Dabei werden gesundheitliche und soziale Versorgungsangebote integriert angeboten. Die Versorgung orientiert sich am lokalen Bedarf, bezieht die Bevölkerung in die Ausgestaltung mit ein und ist somit sowohl auf das Individuum als auch auf die Population ausgerichtet [8, 9].
Interprofessionelle Primärversorgungszentren (PVZ) sind bereits in einigen europäischen Ländern etabliert [10]. In Deutschland hatte der Sachverständigenrat zur Begutachtung des Gesundheitswesen diese bereits 2014 empfohlen [11], eine Regelung zu den PVZ im Sozialgesetzbuch fehlt allerdings bisher. In einigen Bundesländern und eher pilotprojektartig sind jedoch einige PVZ entstanden, beispielsweise die PORT-Zentren, die eine berufsgruppenübergreifende Primärversorgung organisieren und den lokalen Bedarf in ihrer Konzeption berücksichtigen [12, 13].

Interprofessionelle Versorgung in der Poliklinik Veddel

Ein solches PVZ ist die Poliklinik Veddel in Hamburg (nachfolgend nur Poliklinik). Die Veddel gehört zu den Stadtteilen mit der höchsten sozialen Belastung (u. a. ein Anteil von SGB-II-Empfänger*innen von 22,9 % im Vergleich zum Hamburger Durchschnitt von 10,0 % [14]) und der schlechtesten Gesundheit der Bevölkerung in Hamburg mit im Durchschnitt 0,52 somatischen Erkrankungen pro Versichertem (vs. 0,39 in reicheren Stadtteilen; [15]).
Die Poliklinik eröffnete im Januar 2017 und umfasst nach einer Aufbauphase in der Versorgungsroutine eine hausärztliche Praxis (2 Kassensitze), eine kooperierende Hebammenpraxis, die Gesundheits- und Sozialberatung (GSB) und die psychologische Beratung (Vergleiche Abb. 1) sowie im Rahmen eines Forschungsprojekts die Community Health Nurses [16]. Das Haupteinzugsgebiet der Poliklinik ist der Stadtteil und die hausärztliche Praxis in der Poliklinik ist die einzige auf der Veddel. Schwerpunkthaft populationsorientiert arbeitet die gesundheitsförderliche Gemeinwesenarbeit.
Abb. 1
Fachbereiche des Primärversorgungszentrums Poliklinik Veddel
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Finanziert wird die Poliklinik, neben dem regulären Praxisbetrieb, durch Spenden, kommunale und städtische Mittel (als lokales Gesundheitszentrum) und Zuwendungen verschiedener Stiftungen (u. a. durch das supPORT-Programm der Robert Bosch Stiftung; für eine ausführlichere Darstellung siehe [17]).
Im Folgenden wird die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Hebammenpraxis, GSB, psychologischer Beratung und hausärztlicher Praxis betrachtet.
Der Zugang zum Zentrum besteht über jeden der Fachbereiche. Wenn das Anliegen einer Nutzer*in das Versorgungsangebot eines Fachbereichs überschreitet, wird nach Möglichkeit in einen anderen weiter vermittelt („interne Vermittlung“). Wöchentlich finden interprofessionelle Teamsitzungen mit Vertreter*innen aller Fachbereiche statt, in denen gemeinsam die fachbereichsübergreifende Versorgung mehrerer unterschiedlicher Fälle in verschiedenen Formaten und fallabhängig auch unter partizipativer Einbindung der Versorgten organisiert wird [17]:
  • „Fallkoordination“ bezeichnet eine kurze fallbezogene Absprache unter den Fachbereichen.
  • „Fallbesprechungen“ sind Intervisionen für komplexere Fälle (Dauer bis zu 60 min).
  • In einer „Fallkonferenz“ geschieht die interprofessionelle Versorgungsplanung unter Einbezug der versorgten Person (bis 90 min Dauer).
  • „Nutzer*innensprechstunden“ sind von seitens der versorgten Person selbst initiierte Fallkonferenzen.
Da diese Art der interprofessionellen Versorgung in Verbindung mit der hausärztlichen Tätigkeit eine neuartige Organisationsform im deutschen Gesundheitswesen darstellt, wollen wir die Inanspruchnahme dieser Versorgungsform untersuchen. Fragestellungen sind:
1.
Wie viele Personen wurden in den Jahren 2020 und 2021 interprofessionell versorgt?
 
2.
Welche Berufsgruppen waren an der interprofessionellen Zusammenarbeit beteiligt?
 
3.
Wie oft wurden welche der interprofessionellen Versorgungselemente (s. Abb. 2) genutzt?
 
4.
Was waren die häufigsten Gründe für interprofessionelle Konsultationen?
 
Abb. 2
Elemente der interprofessionellen Zusammenarbeit in der Poliklinik Veddel
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Methode

Es wurden Versorgungsdaten der Jahre 2020 und 2021 zugrunde gelegt, da in diesem Zeitraum erstmalig eine umfangreiche interprofessionelle Versorgung mit 4 Fachbereichen angeboten wurde. Die untersuchten Routinedaten wurden zu internen Dokumentationszwecken erhoben, wozu Protokolle der Teamsitzungen, Aufzeichnungen aus den Fachbereichen sowie Informationen aus der Praxissoftware zählten.
Zunächst wurden die Kontakte aller Fachbereiche ermittelt. Anschließend wurde ausgewertet, wie viele interne Vermittlungen zwischen den Fachbereichen stattgefunden haben und wie viele hiervon tatsächlich von den Nutzer*innen in Anspruch genommen wurden. Schließlich wurden die Häufigkeit der Beteiligung der verschiedenen Fachbereiche an der interprofessionellen Versorgung ausgewertet sowie die Themen der Konsultationsanlässe thematisch geclustert.

Ergebnisse

Inanspruchnahme der einzelnen Fachbereiche

In der hausärztlichen Praxis wurden im Jahr 2020 im Quartal durchschnittlich 1100 Patient*innen (im Sinne abrechenbarer GKV-„Scheine“) versorgt, nach der Erweiterung im Jahr 2021 auf 2 Arztsitze ca. 2500–3000 Patient*innen.
In der GSB wurden im Jahr 2020 966 Beratungen und 21 Begleitungen (z. B. zu Behördenterminen) geleistet, im Jahr 2021 1386 Beratungen und 47 Begleitungen. In der psychologischen Beratung stieg die Zahl der Beratungen von 569 (2020) auf 855 (2021). Zu letzteren zählten (ab April 2021) 371 Schwerpunktberatungen mit Bezug zu Kindern und Familien oder Rassismuserfahrungen. In der Hebammenpraxis wurden im Jahr 2020 ca. 25 bzw. ca. 45 Wochenbettbetreuungen (2021) durchgeführt.

Interprofessionell versorgte Fälle: interne Vermittlungen, Beteiligungen der einzelnen Fachbereiche

Im Jahr 2020 wurde in 98 Fällen eine Vermittlung von einem Fachbereich in einen weiteren eingeleitet, in 84 Fällen (86 %) wurde diese interprofessionelle Versorgung durch die Patient*innen auch in Anspruch genommen. Hinter diesen 84 Fällen standen 80 Nutzer*innen, von denen 79 durch 2 und einer durch 3 Fachbereiche gemeinsam versorgt wurden (als „Fall“ wurde jeweils ein Beratungsanlass, der zu einer interprofessionellen Versorgung geführt hat, gezählt; verschiedene Beratungsanlässe der gleichen Person zu unterschiedlichen Zeitpunkten waren entsprechend mehrere Fälle). Im Jahr 2021 kam es zu 181 internen Vermittlungen mit einer Inanspruchnahme von 76 % (137 Fälle; 101 Nutzer*innen wurden von 2, 20 von 3i, und einer von 4 Fachbereichen gemeinsam versorgt).
Alle Fachbereiche waren an den internen Vermittlungen beteiligt (Tab. 1). Am häufigsten wurde aus der hausärztlichen Praxis in andere Fachbereiche vermittelt (Vermittlung von 67 Patient*innen, Inanspruchnahme: 84 % [2020]; Vermittlung von 136 Patient*innen, Inanspruchnahme: 69 % [2021]). Der Fachbereich, an den am häufigsten vermittelt wurde, war die psychologische Beratung: Von den insgesamt 167 Nutzer*innen dieses Fachbereichs im Jahr 2020 kamen 27 % über eine interne Vermittlung; im Jahr 2021 kamen von 260 Nutzer*innen 35 % über eine interne Vermittlung. Der häufigste Vermittlungspfad war in beiden Jahren von der hausärztlichen Praxis hin zur psychologischen Beratung.
Tab. 1
Interne Vermittlungen zwischen den Fachbereichen der Poliklinik
Von
An
Gesamt IP*
Praxis
Hebammen
Psych**
GSB***
Vermittlung angebahnt/angekommen (%)
Vermittlung angebahnt/ angekommen (%)
Vermittlung angebahnt/angekommen (%)
Vermittlung angebahnt/angekommen (%)
Vermittlung angebahnt/angekommen (%)
Praxis
2020
x
7/4 (57)
48/40 (83)
12/12 (100)
67/56 (84)
2021
3/0 (0)
102/81 (79)
31/19 (61)
136/100 (69)
Hebammen
2020
2/1 (50)
x
2/1 (50)
1/1 (100)
5/3 (60)
2021
1/1 (100)
3/3 (100)
4/2 (50)
8/6 (75)
Psych**
2020
14/14 (100)
2/2 (100)
x
2/2 (100)
18/18 (100)
2021
3/3 (100)
1/0 (0)
13/13 (100)
17/16 (94)
GSB***
2020
2/2 (100)
1/1 (100)
5/4 (80)
x
8/7 (87)
2021
8/6 (75)
2/2 (100)
10/7 (70)
20/15 (75)
Gesamt
2020
18/17 (94)
10/7 (70)
55/45 (82)
15/15 (100)
98/84 (86)
2021
12/10 (83)
6/2 (33)
115/91 (79)
48/34 (69)
181/137 (76)
*Interprofessionelle Versorgung
**Psychologische Beratung
***Gesundheits- und Sozialberatung
In beiden Jahren war die hausärztliche Praxis der Fachbereich, der am häufigsten an der interprofessionellen Versorgung beteiligt war, gefolgt von der psychologischen Beratung. Auch die gemeinsame Versorgung durch 2 Fachbereiche fand am häufigsten zwischen der hausärztlichen Praxis mit der psychologischen Beratung statt (2020 n = 54 und 2021 n = 84) – gefolgt von der Kombination GSB und hausärztlicher Praxis (n = 14 und n = 25). In beiden Jahren wurden auch Fälle ohne Beteiligung der hausärztlichen Praxis durch die 3 anderen Fachbereiche untereinander interprofessionell versorgt (n = 11 und n = 27). Unter Beteiligung von 3 oder mehr Fachbereichen fand die Versorgung im Jahr 2020 in 3 und im Jahr 2021 in 22 Fällen statt. Die häufigste Kombination bestand dabei aus GSB, psychologischer Beratung und hausärztlicher Praxis (n = 13 im Jahr 2021).

Charakteristika der interprofessionellen Versorgung (siehe Abb. 2)

Im Jahr 2020 fanden 86 Fallkoordinationen (durchschnittliche Dauer 9,5 min) sowie 32 Fallbesprechungen (durchschnittliche Dauer 32 min) statt. Im Jahr 2021 waren es 98 Fallkoordinationen (durchschnittliche Dauer 8 min) und 45 Fallbesprechungen (durchschnittliche Dauer 30 min).
Versorgungsplanungen unter Beteiligung der Nutzer*innen fanden im Jahr 2020 bei 37 Fällen im Rahmen einer Fallkonferenz (durchschnittliche Dauer 60 min) statt, Nutzer*innensprechstunden gab es keine. Im Jahr 2021 waren es insgesamt 45 Sitzungen, davon 36 als Fallkonferenz (durchschnittliche Dauer 47 min; 7‑mal ohne Zeitangabe) und 9 als Nutzer*innensprechstunde (durchschnittliche Dauer 53 min).
Die Inhalte dieser Versorgungsplanungen wurden für beide Jahre zusammen betrachtet:
  • Die Fallkoordinationen dienten überwiegend der Klärung organisatorischer Fragen sowie dem Informationsaustausch im Team (118-mal); zu einem geringeren Anteil wurden spezifische Themen besprochen (13-mal psychische Verfassung, 6‑mal Wohnen sowie 5‑mal Asyl und Aufenthalt).
  • Die Fallbesprechungen zeigten folgende Themenhäufigkeit: 14-mal psychische Verfassung/Krise (z. B. depressive Symptome oder suizidale Gedanken), 12-mal umfangreiche Versorgungsplanung (z. B. Abklärung Kindeswohlgefährdung oder Klärung von Zuständigkeiten), 6‑mal Selbstfürsorge Versorger*innen (z. B. Gefühle von Ohnmacht, Abgrenzung), 6‑mal aufenthaltsrechtliche Anliegen und 5‑mal Wohnen (z. B. drohender Wohnungsverlust oder akute Wohnungslosigkeit).
  • Bei den Fallkonferenzen und Nutzer*innensprechstunden gab es folgende Häufigkeiten: 17-mal Asyl- und Aufenthalt, 16-mal psychische Verfassung, 9‑mal familienbezogene Themen, 6‑mal Wohnen und Pflege, 5‑mal Ausbildung und Arbeit. Vereinzelt waren Themen wie Schulabsentismus, Sucht und Einsamkeit Anlässe für Besprechungen.

Diskussion

Die hier vorliegende Auswertung der ersten praktischen Erfahrungen eines interprofessionellen Primärversorgungszentrums in einem sozial schwachen Stadtteil in Deutschland zeigen,
1.
dass eine interprofessionelle Versorgung in Anspruch genommen wird – einzelne Nutzer*innen wurden von 3 oder 4 Fachbereichen versorgt;
 
2.
dass vor dem Hintergrund der hier gezeigten Inanspruchnahme von einem Bedarf an interprofessioneller Versorgung auszugehen ist – insbesondere in sozioökonomisch deprivierten Gebieten ohne entsprechendes Angebot in Deutschland.
 

Limitationen/Stärken und Schwächen

Erstmalig liegen Daten zu interprofessioneller Primärversorgung eines Pilotprojekts in Deutschland vor, in der eine gemeinsame Versorgung einer hausärztlichen Praxis mit Hebammen, Sozialberatung und psychologischer Beratung im direkten räumlichen Verbund stattfand.
Als Grundlage dieser Auswertung dienten Daten aus den verschiedenen Fachbereichen, die zur Qualitätssicherung im Nachhinein zusammengetragen worden waren. Diese waren nicht zu Forschungszwecken erhoben worden und auch nicht für die Durchführung der Versorgungsabläufe erforderlich. Einige Nutzer*innen des PVZ wurden auch ohne ausreichende Dokumentation interprofessionell versorgt; allerdings lässt sich das Ausmaß schwer quantifizieren, wodurch die Datenqualität limitiert wird. Weiterhin lassen sich so keine Aussagen über die Behandlungsqualität treffen, über Versorgungsabläufe im zeitlichen Verlauf, die Zufriedenheit der Nutzer*innen oder klinische Outcomes.
Das Angebot an interprofessioneller Versorgung wurde umfassend in Anspruch genommen und die Kapazitäten der GSB und psychologischen Beratung wurden dabei ausgeschöpft. Inwieweit sich diese Inanspruchnahme durch Schaffung einer neuen Angebotsstruktur erklären lässt und möglicherweise im Verlauf wieder zurückgehen würde, kann durch die vorliegende Untersuchung nicht gezeigt werden. Die anhaltende Auslastung psychosozialer Beratungsangebote scheint jedoch die allgemeine Unterversorgung entsprechender Beratungs- oder Versorgungsangebote nahezulegen [18].
Die Ergebnisse sind zunächst begrenzt auf das Hamburger Stadtviertel Veddel zu interpretieren; eine vergleichbare Verdichtung psychosozialer Problemlagen in ähnlich sozial strukturierten Gegenden ist jedoch anzunehmen. Kürzlich konnte zudem gezeigt werden, dass ein interprofessionelles PVZ auch in einer ländlichen Gegend Deutschlands von der Bevölkerung in Anspruch genommen wird [13].
Schließlich fällt der betrachtete Zeitraum in die COVID-19-Pandemie mit monatelangen Lockdowns. Sowohl die hierdurch bedingten Zugangsbarrieren als auch die besonderen psychosozialen Belastungssituationen könnten sich in der Inanspruchnahme niedergeschlagen haben und sich im weiteren zeitlichen Verlauf anders darstellen.

Inanspruchnahme und Ausgestaltung der interprofessionellen Versorgung

Die erfolgte Inanspruchnahme stützt die der Konzeption der Poliklinik zugrunde liegende Annahme, dass in einem sozial schwachen Einzugsgebiet mit einer schlechteren Bevölkerungsgesundheit ein Bedarf für interprofessionell zu versorgende komplexere Fälle in der Primärversorgung besteht. Dabei handelte es sich zumeist um Patient*innen, bei denen psychosoziale Belastungssituationen vorlagen und die unter chronischen Erkrankungen litten oder bei denen eine Chronifizierung von Gesundheitsstörungen drohte. Ein großer Teil wurde in der hausärztlichen Praxis identifiziert und die interprofessionelle Versorgung bot die Möglichkeit, Problemlagen zu adressieren, die die Möglichkeiten regulärer hausärztlicher Versorgung überstiegen, und auch über den weiteren Verlauf informiert zu bleiben. In der Folge interprofessionell versorgte Fälle machten zwar nur einen kleineren Teil der gesamten Konsultationsanlässe aus, traten aber regelmäßig auf und der limitierende Faktor zu ihrer Versorgung waren die Kapazitäten der beratenden Fachbereiche.
Um den Bedarf an interprofessioneller Versorgung genauer zu quantifizieren und das Angebot entsprechend anzupassen, würde es weiterer Analysen des Anteils dieser Fälle und ihres Anteils am gesamten Versorgungsaufwand anhand der Praxisdaten bedürfen, wie es mit der hier zugrunde liegenden Auswertung erst ansatzweise geschehen konnte. Ebenso wäre es sinnvoll, diese Informationen mit Ergebnissen lokaler Bedarfserhebungen im Einzugsgebiet abzugleichen und langfristige Trends in der Inanspruchnahme auch außerhalb von Pandemiezeiten zu bewerten.
Die wöchentlichen Teamsitzungen bedeuteten einen erheblichen zusätzlichen Aufwand ohne zusätzliche Vergütung. Der Nutzen dieses zusätzlichen Aufwands wurde aus hausärztlicher Sicht in insgesamt besser koordinierten Versorgungsabläufen, zielgerichteteren Vermittlungen in das psychosoziale Versorgungssystem und in den dadurch mitbeeinflussten stärker fundierten gemeinsamen Entscheidungsfindungen gesehen (mündliche Kommunikation).
In der internationalen Literatur werden als Vorteile interprofessioneller Versorgung ein besseres klinisches Management bei gleichzeitig bestehenden psychosozialen und gesundheitlichen Versorgungsbedarfen [19], stärker koordinierte Versorgungsabläufe [20], eine höhere Patient*innenzufriedenheit [21], ein Abbau von Zugangshürden [22] und eine gemischte aber überwiegend positive Evidenz für klinische Outcomes bei interprofessioneller Primärversorgung [23] diskutiert, bei weiterhin bestehendem Forschungsbedarf zu den genannten Aspekten [24].
Um auch die Effektivität für die interprofessionell versorgten Patient*innen in der Polklinik zu objektivieren, wären fundiertere Evaluationen wichtig. Diese könnten beispielsweise im zeitlichen Verlauf Versorgungsabläufe, die Zufriedenheit der Patient*innen und bestenfalls auch klinische Outcomes bewerten. Ebenso könnten damit die Effizienz der aufgewendeten zeitlichen und personellen Ressourcen in ein Verhältnis zum beobachteten Nutzen gesetzt und gegebenenfalls die interprofessionellen Versorgungsformate weiterentwickelt werden.
Die psychologische Beratung war insgesamt und als Partner mit der hausärztlichen Praxis am häufigsten an der interprofessionellen Versorgung beteiligt. Hier dürfte sich der hohe Beratungsbedarf in einer überdurchschnittlich psychisch belasteten Bevölkerung bemerkbar machen [15], dem nicht allein durch die Versorgung in der hausärztlichen Praxis begegnet werden kann. Durch die niederschwellige Arbeitsweise der psychologischen Beratung, die eine Leerstelle zwischen psychosomatischer Grundversorgung und Psychotherapie besetzt, könnte ein entsprechender Bedarf in einem PVZ leichter gefüllt werden, als wenn auf externe Beratungsangebote verwiesen werden muss. Auch die gemeinsame Versorgung durch die GSB und die hausärztliche Praxis wurde in Anspruch genommen, während in der Regelversorgung die hausärztlichen und sozialarbeiterischen Versorgungsangebote trotz bestehender Bedarfe bei bestehenden Sektorengrenzen häufig nicht direkt miteinander zusammenarbeiten [7]. Informationen aus der interprofessionellen Versorgung konnten zudem zur Ausrichtung der Gemeinwesenarbeit beitragen.
Für das Gelingen interprofessioneller Teamarbeit in der Primärversorgung sind ein gemeinsames Verständnis der Versorgungsziele, ein vertrauensvolles Miteinander und die Entwicklung einer gemeinsamen Teamkultur zentrale Voraussetzungen [25]. In der Poliklinik soll dies durch eine Arbeitskultur unterstützt werden, die flache Hierarchien und Entscheidungsfreiräume fördert, zum gegenseitigen Verständnis der jeweiligen Arbeitsweisen beiträgt und verschiedene formelle (regelmäßige Teamsitzungen) und informelle Mechanismen („Tür-und-Angel-Gespräche“) beinhaltet. Schließlich kann auch das partizipative Einbinden von Patient*innen die interprofessionellen Versorgungsabläufe verbessern sowie deren Zufriedenheit und die Effizienz der Versorgungsprozesse erhöhen [26].
Für die Etablierung von PVZ in der ambulanten Regelversorgung in Deutschland müssten die sozialgesetzbuchübergreifenden rechtlichen Rahmenbedingungen sowie bedarfsgerechte Finanzierungsmodelle noch geschaffen werden [27]. Gleichzeitig bedarf es systematischer Begleitforschung, die die Effektivität und Effizienz interprofessioneller Versorgung bewerten sollte. Zudem stellen sich Fragen von Zuständigkeiten, Rollenbildern und der organisatorischen Weiterentwicklung von PVZ [28]. Die Frage der Ermittlung insbesondere komplexerer Gesundheitsbedarfe für die jeweilige Bevölkerung ihres Einzugsgebiets müsste evaluiert [29] und die Vorteile für die Bevölkerungsgesundheit sowie der Beitrag zur Reduktion gesundheitlicher Ungleichheiten durch PVZ im deutschen Kontext untersucht werden.

Zusammenfassung

Das PVZ Poliklinik Veddel hat als Pilotprojekt gezeigt, dass die in der Primärversorgung regelhaft vorkommenden biopsychosozialen Versorgungsbedarfe durch ein interprofessionell und im räumlichen Verbund arbeitendes Team adressiert werden können und dass diese Versorgung in Anspruch genommen wird. Die PVZ sind ein Ansatz für die Weiterentwicklung der hausärztlichen Versorgung in Verbindung mit anderen Versorgungsangeboten, der die Attraktivität einer Tätigkeit in der Primärversorgung erhöhen dürfte. Forschungsbedarf besteht für die Bedarfsermittlung, die Wirksamkeit patientenspezifischer und sozialraumbezogener Gesundheitsoutcomes, die Kosteneffizienz und hinsichtlich der organisatorischen Ausgestaltung solcher Primärversorgungszentren. Auf gesundheitspolitischer Ebene müssen die sozialrechtlichen Rahmenbedingungen und eine bedarfsgerechte Vergütungsstruktur geschaffen werden.

Fazit für die Praxis

  • Eine interprofessionelle Versorgung in Primärversorgungszentren ermöglicht es, miteinander verschränkte soziale und gesundheitliche Problemlagen adäquat zu adressieren. Dabei spielt die Einbettung der hausärztlichen Versorgung in ein interprofessionelles Team eine zentrale Rolle.
  • Die Autor*innen empfehlen, die Vorteile einer derartigen Versorgungskonzeption auch in anderen Versorgungskontexten umzusetzen, indem:
    • hausärztliche Praxen aktiv Netzwerke mit Gesundheitsversorger*innen aus anderen Disziplinen, vorrangig der Pflege, Sozialarbeit und psychologischen Beratung, aufbauen;
    • diese interprofessionellen Netzwerke gezielt auf die Zusammenarbeit in gemeinsamen Räumlichkeiten setzen, etwa durch regelmäßige Fallkoordination und -besprechungen, und idealerweise die Gründung von Primärversorgungszentren anstreben.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

T. Filmar und O. Spreckelsen sind in der Poliklinik Veddel aktiv oder tätig. T. Kloppe ist Fördermitglied der Poliklinik Veddel. A. Schuster gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für diesen Beitrag wurden von den Autor/-innen keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Im Beitrag werden die Strukturen und Prozesse der interprofessionellen Versorgung im Primärversorgungszentrum sowie häufig vorkommende Konsultationsanlässe dargestellt. Einzelne Nutzer*innen des Zentrums bzw. Patient*innen der Praxis lassen sich so nicht identifizieren, weshalb wir vom Einverständnis einer Ethikkommission absahen.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
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Titel
Primärversorgung im interprofessionellen Team
Routinedatenanalyse der interprofessionellen Versorgung im Primärversorgungszentrum Poliklinik Veddel
Verfasst von
Tobias Filmar
Thomas Kloppe
Angela Schuster
Dr. med. Ove Spreckelsen, MSc
Publikationsdatum
16.01.2025
Verlag
Springer Medizin
Schlagwort
Allgemeinmedizin
Erschienen in
Zeitschrift für Allgemeinmedizin / Ausgabe 3/2025
Print ISSN: 1433-6251
Elektronische ISSN: 1439-9229
DOI
https://doi.org/10.1007/s44266-024-00328-z
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Die Leitlinien für Ärztinnen und Ärzte, Mann und Frau küssen sich/© AS/peopleimages.com / Stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), Mandeln in und neben einem Holzschälchen/© onairjiw / Getty Images / iStock (Symbolbild), Kind erhält Augentropfen/© Nadzeya Haroshka / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell), EKG befunden mit System - EKG Essential/© Springer Medizin Verlag GmbH