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Cannabis-Arzneimittel: Hochindividuelle Therapie in der Praxis ein Muss

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Auszug

Hauptindikation für eine Behandlung mit Cannabis-Arzneimitteln sind Schmerzen, gefolgt von Tumorerkrankungen und Spastik [Schmidt-Wolf G et al.: Bundesgesundheitsblatt 2021, 64:369-377; Grotenhermen F: Hanf als Medizin. Nachtschatten Verlag 2016]. In der Therapie weisen Vollspektrum-Cannabisextrakte und Cannabisblüten unterschiedliche Eigenschaften auf (Tab. 1) und sollten in der Praxis individualisiert eingesetzt werden, betonte Angelika Hilker, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Anästhesiologie in Bochum.
Tab. 1:
Vor- und Nachteile von Cannabis-Vollextrakten und -Blüten
Vorteile Extrakte
Nachteile Extrakte
Vorteile Blüten
Nachteile Blüten
— Verfügbarkeit in der Apotheke
— Dosierung - Konzentration
— Wirkeintritt langsam
— "Retardformulierung"
— Veträglichkeit - kaum Nebenwirkungen
— Extrakte kombinierbar
— Vielstoffgemisch - Entourage
— Hohe Akzeptanz bei Pflege
— Praktikabilität - Compliance
— Wirkdauer zu lang
— Nebenwirkungen zu lang
— Wirkeintritt zu langsam
— Kaum wasserlöslich
— Verursacher von Nebenwirkungen unklar
— Wechselwirkungen
— Allergien
— Hoher First-pass-Effekt
— Anfluten in Minuten
— Nebenwirkungen kurz, aber heftig
— Wirkdauer kurz
— Kein Frist-pass-Effekt - höhere Resorption
— Blütenvielfalt - Kombinationsmöglichkeiten
— Häufigkeit der Anwendung
— Verdampfen - umständlich, inakzeptabel in Außenwirkung
— Wirkeffekt abhängig von sehr vielen Faktoren
— Blütenvielfalt unübersichtlich
— "Verfügbarkeit"
nach Vortrag Angelika Hilker, Bochum
Titel
Cannabis-Arzneimittel: Hochindividuelle Therapie in der Praxis ein Muss
Verfasst von
Dagmar Jäger-Becker
Publikationsdatum
26.07.2021
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Schmerzmedizin / Ausgabe Sonderheft 1/2021
Print ISSN: 2194-2536
Elektronische ISSN: 2364-1010
DOI
https://doi.org/10.1007/s00940-021-3177-3

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