In einer immer stärker alternden Gesellschaft findet die angemessene Erfassung des Gesamtzustandes älterer und alter Patienten in der Oral- und MKG-Chirurgie bislang meist nicht statt. Und dies, obwohl validierte Variablen und Testverfahren vorhanden sind, um Komplikationsrisiken durch eine Therapie oder eine Mortalität abzuschätzen. Diese Testverfahren, die über ein umfassendes geriatrisches Assessment abgebildet werden, sollten bei älteren und alten Patienten regelhaft eingesetzt werden. Hierbei sind v. a. die Dimensionen Sehen/Hören, Selbsthilfefähigkeit, Mobilität/Motorik, Kognition/Delir, Depressivität, soziale Situation, Schmerz, Ernährung/Dysphagie, Kontinenz, Schlaf, Substanzmissbrauch/Sucht wichtig. Der Beitrag beschreibt die Veränderungen dieser Dimensionen, die mit dem Altern einhergehen, und wichtige geriatrische Assessment-Tools, die häufig zur Einschätzung angewendet werden. Ebenso wird auf die Themen Demenz und postoperatives Delir eingegangen. Damit werden Anregungen gegeben, diese Tests im eigenen Praxis- bzw. Klinikalltag zu integrieren.