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01.02.2013 | Leitthema | Ausgabe 2/2013

Der Onkologe 2/2013

Alternative Medizin bei Tumorerkrankungen

Zeitschrift:
Der Onkologe > Ausgabe 2/2013
Autoren:
Prof. Dr. K. Münstedt, J. Hübner

Zusammenfassung

Hintergrund

Alternative Medizin bei Patienten mit Tumorerkrankungen wird anstelle schulmedizinisch empfohlener evidenzbasierter Therapien oder parallel zu ihnen angewendet. Sie basiert auf Konzepten der Kanzerogenese, die nicht mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen übereinstimmen, und bedient sich häufig laienätiologischer Vorstellungen zur Diagnose und Therapie. Eine andere Gruppe von Therapien benutzt Vorstellungen und Nomenklatur der modernen onkologischen Forschung und ist deshalb auch für nichtspezialisierte Ärzte häufig nur schwer abzugrenzen.

Methoden

Anhand der publizierten wissenschaftlichen Daten und anderweitigen verfügbaren Informationen, z. B. Homepages, wurden Alternativen zur Schulmedizin beurteilt.

Ergebnisse

Die Einordnung der Homöopathie und anthroposophischen Medizin ist schwierig – ihre Konzepte sind mit der wissenschaftlichen Sicht auf das Tumorgeschehen nicht zu vereinbaren. Meist werden sie jedoch unter Akzeptanz der Schulmedizin mit supportiver Intention eingesetzt und gehören damit eher zur Komplementärmedizin. Wenn sie als alleinige Tumortherapie empfohlen werden, handelt es sich jedoch um einen alternativmedizinischen Ansatz. Die Gefahr der Alternativmedizin besteht in verpassten Chancen auf eine Heilung oder zumindest Verbesserung der Krankheitssituation und in unkalkulierbaren Wechsel- und Nebenwirkungen. Gesundheitsökonomisch kommt die Kostenbetrachtung hinzu.

Schlussfolgerung

Aufgrund der weiten Verbreitung und aus Laiensicht überzeugenden Argumentationsstrategien sind Kenntnisse zu den Methoden der Alternativmedizin und eine Auseinandersetzung mit den Argumenten aus onkologischer Sicht erforderlich.

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Literatur
Über diesen Artikel

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