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Über dieses Buch

Neue Wege in der operativen Uroonkologie!

Dieses Buch beschreibt besondere operative Verfahren in ihren Einsatzfeldern von der praktischen Durchführung bis zu ihrer Stellung in der Literatur und den Leitlinien. Darüber hinaus geben die ausgewiesenen Experten Hinweise, wie solche Operationen praktisch, möglichst risikoarm und effektiv zu gestalten seien.

Im Spannungsfeld zwischen den Radikaltherapien auf der einen Seite und dem vorübergehenden Nichtbehandeln auf der anderen Seite suchen viele Betroffene nach sogenannten alternativen Therapien. Dabei handelt es sich um Verfahren, welche als noch nicht standardisiert gelten. Ziel soll eine möglichst gleichwertige Krebstherapie bei weniger Invasivität bzw. besserem Erhalt der Lebensqualität sein.

Unter anderem finden sich folgende Themen im Buch:

· Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU)

· Kryotherapie

· Tookad

· Brachytherapie

· Alternative Therapien bei Nierenzellkarzinom, Urothelkarzinom und Hodenkarzinom

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Zur Zeit gratis

1. Alternative Verfahren bei Prostatakrebs

Im Spannungsfeld zwischen Ganzdrüsentherapien auf der einen Seite und Beobachten oder Nichtstun auf der anderen Seite suchen zahlreiche Betroffene mit Prostatakrebs nach sog. alternativen Behandlungen. Die am weitesten verbreitete Technik ist der hochintensive fokussierte Ultraschall (HIFU), dessen Verfahrensweise und Ergebnisse hier besonders ausführlich beschrieben werden. Das Konzept einer fokalen Therapie hat das Ziel, Tumorgewebe innerhalb der Prostata zu zerstören, unbetroffenes Gewebe im Organ jedoch zu schonen und dabei die Funktionen des Urogenitaltraktes möglichst zu erhalten. Als mögliche Therapieformen zur fokalen Therapie kommen HIFU, Brachytherapie, Kryotherapie, die irreversible Elektroporation und andere in Frage. Alle Verfahren werden bisher nur in Studien durchgeführt.
M. Schostak, A. Blana, R. Ganzer, D. Baumunk, L. Sentker, G. Salomon, A. Roosen, F. Kahmann, T. O. Henkel

2. Alternative Verfahren beim Nierenzellkarzinom

Durch die fast flächendeckende Anwendung bildgebender Diagnostik wie Ultraschall, Magnetresonanz- oder Computertomographie wird eine zunehmende Anzahl von Nierentumoren in einem frühen, lokal begrenzten, oft symptomlosen Stadium diagnostiziert. Aus bisherigen Beobachtungsstudien weiß man, dass diese kleinen, inzidenten Nierentumoren einerseits zwar in bis zu 87 % der Fälle maligne sind, andererseits jedoch meist nur sehr langsam wachsen und sehr selten metastasieren, weswegen auch diese Tumoren zunehmend nierenerhaltend operiert werden. Als Alternative stehen die folgenden bildgestützten, lokalablativen Verfahren zur Verfügung: Radiofrequenzablation, Kryoablation, bildgeführte interstitielle Hochdosisratenbrachytherapie sowie die Mikrowellenablation, die Laserablation und die Ablation durch hochintensiven, fokussierten Ultraschall. Alle Techniken sind entweder minimalinvasiv perkutan oder laparoskopisch anwendbar und weisen niedrigere Komplikationsraten als die Nierenteilresektion auf.
B. Friebe, T. Bretschneider, J. Ricke, U.-B. Liehr, J. J. Wendler, H. C. Klingler, M. Susani, S. Sevcenco

3. Alternative Verfahren bei Urothelkarzinom

Die Prognose des Urothelkarzinoms der Harnblase wird im Wesentlichen geprägt von den Kriterien Infiltrationstiefe und Differenzierungsgrad im Tumor. Um das Rezidiv- und Progressionsrisiko so gering wie möglich zu halten, werden nach transurethraler Blasentumorresektion (TUR-B) adjuvante Konzepte der Blaseninstillationstherapie angewandt (Mitomycin C und Bacillus-Calmette-Guérin). Möglicherweise kann das Rezidivrisiko durch den Einsatz der Hyperthermie in Verbindung mit Mitomycin weiter gesenkt werden. Für Patienten, die aus Altersgründen, aufgrund von Komorbiditäten oder einfach auch wegen des Wunsches nach Organerhalt eine Zystektomie beim muskelinvasiven Harnblasentumor ablehnen, besteht die Möglichkeit einer kombinierten Radiochemotherapie. Grundvoraussetzung ist eine geringe Resttumorlast nach TUR-B. Blasenteilresektionen bleiben nur streng selektionierten Patientengruppen mit guter Blasenkapazität, unifokalen Tumoren und einer hohen Compliance vorbehalten.
C. Kempkensteffen, K. Miller, S. Höcht, M. Nausner, F. Christoph

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4. Organerhaltende Operationsverfahren bei Hodentumoren

Die organerhaltende Hodentumorenukleation stellt die leitliniengerechte Therapie der Wahl bei synchronen oder metachronen bilateralen testikulären Keimzelltumoren oder benignen Hodentumoren dar. Voraussetzung für die Organerhaltung sind eine ausreichende Hodenparenchymreserve des verbleibenden Resthodens nach Enukleation sowie normwertige Serumkonzentrationen für Testosteron und luteinisierendes Hormon (LH). Aufgrund der im Restparenchym immer nachweisbaren intraepithelialen testikulären Neoplasie sollte eine adjuvante Radiation mit 20 Gy angeschlossen werden. Werden diese Kautelen berücksichtigt, bleibt eine physiologische endokrine Hodenfunktion bei über 80 % der Patienten nach einer Nachbeobachtung von 75 Monaten erhalten. Das lokale Rezidivrisiko ist nach adjuvanter Radiation praktisch nicht existent. Die Organerhaltung bedingt kein erhöhtes Metastasierungsrisiko im weiteren Krankheitsverlauf.
A. Heidenreich

Backmatter

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