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06.09.2021 | Anästhesiologisches Vorgehen in der Gynäkologie und Geburtshilfe | Leitlinien und Empfehlungen | Ausgabe 12/2021

Der Anaesthesist 12/2021

S3-Leitlinie „Vaginale Geburt am Termin“ aus anästhesiologischer Sicht

Wissenswertes für den Anästhesisten

Zeitschrift:
Der Anaesthesist > Ausgabe 12/2021
Autoren:
P. Helmer, T. Skazel, M. Wenk, C. von Kaisenberg, M. Abou-Dakn, M. Papsdorf, F. Abu Hmeidan, S. Kehl, P. Meybohm, MBA Univ.-Prof. Dr. Peter Kranke
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Zusammenfassung

Mit der Veröffentlichung der neuen S3-Leitlinie „Vaginale Geburt am Termin“ und der ebenfalls 2020 veröffentlichten Leitlinie zur Sectio caesarea wurden weitere Schritte zur Förderung einer evidenzbasierten Medizin in der Geburtshilfe gelegt, auch wenn insbesondere die genaue Ausgestaltung des neonatalen Monitorings unter der Geburt noch Gegenstand aktueller Diskussionen ist. Auch die Multiprofessionalität bei der Betreuung einer Geburt wird durch die beteiligten Akteure und Fachgesellschaften im Rahmen der Erstellung der S3-Leitlinie grundsätzlich gut abgebildet. Aus anästhesiologischer Sicht bedeutsam ist der Umstand, dass neuroaxiale Verfahren nach wie vor den Goldstandard im Rahmen der geburtshilflichen Analgesie darstellen; mit der Remifentanil-PCA steht eine Ausweichmöglichkeit zur Verfügung, die es auch bei z. B. Kontraindikationen gegen die Durchführung neuroaxialer Methoden ermöglicht, eine verlässliche Analgesie zu erzielen, wenn die Rahmenbedingungen (1:1-Betreuung und entsprechendes Monitoring) dies zulassen. Von strengen Nüchternheitsregeln im Rahmen einer komplikationslosen Geburt wird Abstand genommen. Insgesamt unterstreicht die Leitlinie die Bedeutung der Selbstbestimmung und Selbstkontrolle für die werdenden Mütter und hebt Sicherheit und Wohlergehen von Mutter und Kind als höchstes Gut heraus. Dies setzt allerdings voraus, dass die werdende Mutter über die Wertigkeit einer neuroaxialen Analgesie informiert ist. Hierfür erscheint es bedeutsam, Informationsangebote zu eröffnen, die über die üblichen Informationsabende für Eltern, die oft ausschließlich von Hebammen ausgerichtet werden, hinausgehen.

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