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29.05.2019 | Anästhesiologisches Vorgehen in der Pädiatrie und Neonatologie | Originalien | Ausgabe 6/2019

Der Anaesthesist 6/2019

Perioperative Infusionstherapie im Kindesalter

Eignen sich Infusionssysteme mit Laufratenbeschränkung für die Kinderanästhesie?

Zeitschrift:
Der Anaesthesist > Ausgabe 6/2019
Autoren:
Dr. med. M. Bollinger, C. Keller, C. Theis, S. G. Russo

Zusammenfassung

Hintergrund

Zur Steuerung der perioperativen Infusionstherapie bei Kindern kommen häufig Infusionssysteme zum Einsatz, bei denen sich die Laufrate mithilfe eines Schlitzklemmenreglers regulieren lässt. Über die Anwendungssicherheit und Genauigkeit dieser Systeme existieren bisher keine Untersuchungen. Ziel dieser Untersuchung war es daher, voreingestellte und tatsächliche Laufraten von 3 verschiedenen Infusionssystemen mit Schlitzklemmenreglern zur Laufratenbeschränkung unter standardisierten Bedingungen miteinander zu vergleichen.

Methode

Es wurden 3 verschiedene Infusionssysteme mit Schlitzklemmenreglern zur Laufratenregulierung in jeweils 2 verschiedenen Aufhängungshöhen untersucht. Dabei wurden die tatsächlichen Durchflussraten bei jeweils 5 Infusionen mit einer eingestellten Laufrate von 50 ml/h, 100 ml/h, 150 ml/h, 200 ml/h und 250 ml/h über einen Zeitraum von 1 h gemessen. Die statistische Analyse wurde mittels Excel (Microsoft Corporation, Redmond, WA, USA) und SOFA (Paton-Simpson and Associates Ltd., USA) durchgeführt. Die Ergebnisse sind als Mittelwert (Standardabweichung) dargestellt.

Ergebnisse

Für die vorgewählten Laufraten von 50, 100, 150, 200 und 250 ml/h lagen die tatsächlichen Laufraten bei: 107 (5,3), 174,8 (6,5), 255,8 (10,2), 312,4 (15,7) und 362,6 (20,2) ml/h für das Infusionssystem Frekadrop® bei einer Aufhängungshöhe von 128 cm bzw. 83,8 (4,4), 147,8 (5,5), 197 (12,4), 257,2 (4,97) und 311,6 (17,9) ml/h bei einer Aufhängungshöhe von 100 cm. Für das Infusionssystem Exadrop® lagen die tatsächlichen Laufraten bei 88,6 (6,9), 131,2 (14,1), 224,4 (14,1), 296,6 (27,6) und 330,4 (22,4) ml/h bei einer Aufhängungshöhe von 128 cm bzw. 54 (4), 82,4 (10,2), 138,8 (15,7), 209,4 (36,8) und 249 (12) ml/h bei einer Aufhängungshöhe von 76 cm. Für das Infusionssystem D‑Flo lagen die tatsächlichen Laufraten bei 95,6 (2,8), 167,6 (29), 217,8 (9,9), 281,6 (10,6) und 396,8 (37,5) ml/h bei einer Aufhängungshöhe von 128 cm bzw. einer Laufrate von 69,2 (4,4), 110,2 (12,6), 169,2 (6), 205,2 (14) und 243 (15,9) ml/h bei einer Aufhängungshöhe von 80 cm.

Schlussfolgerung

Die tatsächlichen Laufraten wichen bei den untersuchten Infusionssystemen mit Schlitzklemmenregler teilweise erheblich von den voreingestellten Laufraten ab. Die Laufraten hingen hierbei wesentlich von der Aufhängungshöhe der Infusion ab. Insgesamt scheint die präzise Regulierung des Infusionsvolumens mit Infusionssystemen mit Schlitzklemmenregler praktisch nicht zuverlässig möglich.

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