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16.06.2020 | Analchirurgie | Leitthema | Ausgabe 6/2020

coloproctology 6/2020

Kombinationstherapie Fissurektomie und Botulinumtoxin in der Behandlung der chronischen Analfissur

Zeitschrift:
coloproctology > Ausgabe 6/2020
Autor:
Prof. Dr. Igors Iesalnieks

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Fissurektomie und die laterale Sphinkterotomie sind die zwei am weitesten verbreiteten operativen Verfahren zur Behandlung der chronischen Analfissur. Die Kombinationsbehandlung Fissurektomie und Injektion von Botulinumtoxin sollte den Nachteilen beider Methoden entgegenwirken – der mangelnden Sphinkterrelaxation bei alleiniger Fissurektomie und dem bleibenden Sphinkterschaden nach lateraler Sphinkterotomie.

Material und Methode

Es wurde eine systemische Literaturrecherche mit den Stichwörtern „Fissurectomy“ und „Botulinum toxin“ oder „Botox“ durchgeführt. Die Technik der Kombinationsbehandlung beinhaltet die knappe Exzision der Fissurränder und der sekundären Merkmale der chronischen Analfissur – der hypertrophen Analpapille und der chronischen Mariske sowie die Injektion von 20–100 IE Botulinumtoxin in den M. sphincter ani internus.

Ergebnisse

Wenige retrospektive Arbeiten, die meisten ohne Kontrollkollektive, wurden in die vorliegende Arbeit eingeschlossen. Die Kombinationsbehandlung führt zur Beschwerdefreiheit bei über 90 % der Patienten 6 bis 12 Wochen nach der Operation bei einer temporären Inkontinenzrate von ca. 7 %. Langfristige Heilung kann in 73–93 % der Fälle erreicht werden, wobei hier die Ergebnisse je nach Nachsorgeart variieren.

Schlussfolgerung

Die Injektion von Botulinumtoxin in den inneren Analsphinkter im Rahmen einer Fissurektomie führt zu guten kurz- und langfristigen Ergebnissen bei vernachlässigbarer Morbidität. Die wissenschaftliche Qualität der vorliegenden Daten ist jedoch niedrig.

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