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01.01.2016 | Andrologie | Übersichten | Ausgabe 1/2016

Der Urologe 1/2016

„Social freezing“ – die männliche Seite

Zeitschrift:
Der Urologe > Ausgabe 1/2016
Autoren:
J. Gromoll, F. Tüttelmann, Prof. Dr. S. Kliesch

Zusammenfassung

Hintergrund

Vor dem Hintergrund einer deutlichen Verschiebung des Kinderwunsches in eine spätere Lebensphase wird in Deutschland zunehmend der Einsatz von fertilitätskonservierenden Maßnahmen bei nichtmedizinischer Indikation („social freezing“) auf weiblicher Seite diskutiert, andererseits wird auf männlicher Seite der Einfluss des Alterns auf die Integrität der Spermien und damit verbundene Risiken für die Fertilisierung und die Gesundheit der Kinder in der aktuellen Betrachtung vernachlässigt.

Fragestellung

Welchen Einfluss hat das väterliche Alter auf die Integrität der Keimzelle?

Methoden

Für die selektive Literaturrecherche wurde PubMed, Daten des Deutschen Statistischen Bundesamtes und des Deutschen IVF-Registers sowie eigene Daten verwendet.

Ergebnisse

Die Integrität der Spermien unterliegt deutlichen Alterungsprozessen sowohl auf genetischer wie auch epigenetischer Ebene. So verdoppelt sich die Mutationsrate in Spermien alle 16,5 Jahre. Bestimmte monogene wie auch genetisch mitbedingte Erkrankungen können eindeutig mit dem paternalen Alter assoziiert werden. Das Risiko für die Weitergabe von altersabhängigen spermienspezifischen Mutationen auf die Nachkommen ist bei Männern > 40 Jahren deutlich erhöht.

Schlussfolgerung

Die Kryokonservierung von Spermien ist in bestimmten Fällen eine Option für ältere Männer. Abgesehen davon kann eine genetische Beratung bei Kinderwunsch und einem Alter des Vaters > 40 Jahre empfohlen werden.

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