Popliteaaneurysmaassoziierte Probleme
- 01.03.2016
- Aneurysmen
- Leitthema
- Verfasst von
- Dr. J. Teßarek
- Erschienen in
- Gefässchirurgie | Ausgabe 2/2016
Zusammenfassung
Hintergrund
Das thrombosierte Popliteaaneurysma als Ursache einer akuten oder exazerbierten chronischen Ischämie stellt trotz aller technischen Optionen eine therapeutische Herausforderung dar und geht immer noch mit einer hohen Amputationsrate einher.
Material und Methoden
Wir berichten über fünf Patienten mit thrombosiertem Popliteaaneurysma und einer akuten Ischämie im Stadium IIa bis b nach TASC II mit deutlich rarefiziertem Run-off. Die Revaskularisierung erfolgte unter Lokalanästhesie mittels Draht gesteuerter Rotationsthrombektomie und Stentimplantation in das Aneurysma zur Thrombussicherung mit fortlaufender lokoregionärer Thrombolyse über 18–24 h.
Ergebnisse
In allen Fällen konnte die popliteale Strombahn auf diese Weise erfolgreich mit einer Operationsdauer von 44–71 min rekanalisiert und die Ischämie aufgehoben werden. Durch die Fortführung der Thrombolyse über 18–24 h konnte mindestens ein Unterschenkelgefäß ohne thrombolyseassoziierte Komplikationen oder weitere Embolisationen wiedereröffnet werden. In einem Fall war aufgrund eines Kompartmentsyndroms eine Fasziotomie notwendig. Im Follow-up von 4–32 Monaten kam es zu einem Re-Verschluss des Popliteastents nach Absetzen der Thrombozytenhemmung mit erfolgreicher Rekanalisierung. Eine Konversion war nicht notwendig.
Schlussfolgerungen
Das vorgestellte Verfahren zur Aufhebung der Ischämie ist effektiv und schnell in Lokalanästhesie durchführbar. In unserem Patientengut konnten die Dauer und das Risiko der Thrombolyse durch die Rotationsthrombektomie reduziert werden und weitere Embolisationen aus dem Aneurysma durch den Stent verhindert werden. Basierend auf den bisher erreichten Ergebnissen erlauben die Stenteigenschaften den Einsatz als definitive und dauerhafte Therapieoption. Die Zulassung des Stents gilt für die popliteale Strombahn, allerdings nicht explizit für das Aneurysma und erfordert daher eine entsprechende Aufklärung. Die Fasziotomie ist nicht als verfahrensassoziierte Komplikation zu sehen, sondern als Notwendigkeit bei Reperfusion und Kompartmentsyndrom.
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- Titel
- Popliteaaneurysmaassoziierte Probleme
- Verfasst von
-
Dr. J. Teßarek
- Publikationsdatum
- 01.03.2016
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
- Erschienen in
-
Gefässchirurgie / Ausgabe 2/2016
Print ISSN: 0948-7034
Elektronische ISSN: 1434-3932 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00772-016-0122-1
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