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Transition bei Menschen mit angeborenem Herzfehler

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Zusammenfassung

Angeborene Herzfehler sind die häufigste singuläre angeborene Organmalformation. Durch Fortschritte in der medizinischen Versorgung erreichen mittlerweile > 95 % der Betroffenen das Erwachsenenalter. Oftmals bleiben bei Herzfehlern assoziierte Rest- oder Folgezustände bestehen; diese machen eine lebenslange spezialisierte Betreuung notwendig. Fehlende oder unregelmäßige Nachsorge führt zu schlechterem Outcome. Die Nachsorge Erwachsener mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) ist in der Realität häufig lückenhaft. Betroffene werden oftmals außerhalb qualifizierter Strukturen versorgt.
Der Transitionsprozess (Wechsel aus der kinderärztlichen in die erwachsenenmedizinische Versorgung) ist eine kritische Phase. Viele der Betroffenen bemerken zu diesem Zeitpunkt subjektiv kaum Einschränkungen. Dennoch müssen sie schrittweise die eigene Gesundheitsverantwortung übernehmen und gleichzeitig in ungewohnte Versorgungsstrukturen wechseln.
Durch einen strukturierten Transitionsprozess sollen die Versorgungskontinuität verbessert, die Krankheitsakzeptanz gefördert und Versorgungslücken verhindert werden. Betroffene und auch ihre Hausärzte müssen hinreichend informiert sein und die spezialisierten Anlaufstellen kennen. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Grundversorgern, Kinder‑/EMAH- und Erwachsenenkardiologie, unterstützt durch Programme wie Transitionsbegleitung oder Patientenverbände, ist essenziell. Ein Scheitern im Transitionsprozess gefährdet zuallererst die Gesundheit der Betroffenen und kann mit unnötigen Belastungen des Gesundheitssystems einhergehen.
Eine erfolgreiche Transition und ein flächendeckend spezialisiertes Versorgungsangebot sind der Schlüssel, um die Prognose von EMAH nachhaltig zu verbessern.
Titel
Transition bei Menschen mit angeborenem Herzfehler
Verfasst von
Dr. med. Fabian von Scheidt
Juliane Barth
Peter Ewert
Annika Freiberger
Harald Kaemmerer
Publikationsdatum
16.05.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Monatsschrift Kinderheilkunde / Ausgabe 6/2025
Print ISSN: 0026-9298
Elektronische ISSN: 1433-0474
DOI
https://doi.org/10.1007/s00112-025-02211-y
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