Pseudoaneurysmen der A. ulnaris sind extrem seltene Ereignisse, über die es nur vereinzelt Fallberichte gibt [
1]. Die Entstehung eines Pseudoaneurysmas der A. ulnaris wird mit penetrierenden Traumen, Kanülierungen der A. ulnaris, mit dem Hypothenar-Hammer-Syndrom oder perioperativen Traumen assoziiert [
2]. In seltenen Fällen kann auch ein einmaliges Trauma mit direkter arterieller Verletzung die Ursache darstellen [
3]. Der Verdacht begründete sich auf eine schmerzlose, zunehmende und pulsierende Schwellung im Bereich des linken Hypothenars, periphere Parästhesien [
4] sowie ischämische Zeichen im Versorgungsgebiet des Arcus palmaris superficialis [
5]. Die klinische Diagnose wird mittels Ultraschall verifiziert. Im Farbdopplerbild stellt sich das Typische „Yin-Yang“-Zeichen und ein schneller Jetstrom dar [
6]. Weitere diagnostische Möglichkeiten sind die computertomographische Angiographie (CTA) und Magnetresonanzangiographie (MRA) zum differenzialdiagnostischen Ausschluss anderer Ursachen der Schwellung, z.B. einer Thrombose, wobei die gerätebedingte Auflösung der Arterien des Handbogens oft nicht ausreichend ist. Mithilfe einer Angiographie werden die vaskuläre Anatomie und insbesondere Verschlüsse im Bereich der Handwurzelgefäße und der Finger dargestellt, wodurch die Operationsplanung erleichtert wird [
3,
4,
7].
Die Resektion des Pseudoaneurysmas der A. ulnaris und die Rekonstruktion mittels Interponat unter Verwendung einer autologen Vene ist die präferierte Behandlungsmethode [
1,
3‐
5]. Als alternative Therapieoptionen wären bei geeigneter Anatomie die perkutane Injektion von Thrombin, die Embolisation [
7] und die endovaskuläre Therapie im posttraumatischen Pseudoaneurysma der proximalen A. ulnaris zu nennen [
8].