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Gruppenpsychotherapie mit älteren Menschen

Besonderheiten der Gestaltung und evidenzbasierte Gruppentherapieprogramme

  • 16.09.2024
  • Angst
  • Schwerpunkt: Psychotherapie mit älteren Menschen – Übersichten
Erschienen in:

Zusammenfassung

Gruppenpsychotherapie kann als Modalität neue Behandlungskapazitäten für die psychotherapeutisch unterversorgte Gruppe älterer Patient*innen schaffen. Die bisherige Evidenz in Form von einzelnen Studien und systematischen Reviews deutet auf gute Wirksamkeit der Gruppentherapie hin, dabei ist ein bisheriger Forschungsfokus die Behandlung von Depression bei älteren Personen. Durch die Begegnung mit anderen älteren Patientinnen, die sich in der gleichen Lebensphase befinden und ebenfalls mit den Herausforderungen des Älterwerdens konfrontiert sind, kann eine positive Altersidentität gefördert werden. Außerdem können Gruppenteilnehmer einen adaptiven Umgang mit typischen Herausforderungen des Älterwerdens erlernen. Gruppenformate können zudem zu einer Stärkung der ohnehin oft positiven Generationenidentität beitragen. Eine Herausforderung besteht darin, dass es schneller zu einer Affektansteckung und -überflutung kommen kann, und die Theory-of-Mind-Fähigkeiten im Alter abnehmen. Als praktische Unterstützung können Kliniker*innen auf das Behandlungsmanual Ageing Wisely zurückgreifen, das in mehreren Studien gute Wirksamkeit und Überlegenheit gegenüber aktiven Kontrollgruppen zur Reduktion von depressiven und Angstsymptomen im Alter demonstrieren konnte. Zukünftige Forschung sollte sich auch der Frage widmen, ob und wie virtuelle Gruppentherapien eine wirksame und akzeptable Intervention für (mobilitätseingeschränkte) ältere Personen darstellen können.
Titel
Gruppenpsychotherapie mit älteren Menschen
Besonderheiten der Gestaltung und evidenzbasierte Gruppentherapieprogramme
Verfasst von
Felicia Hoppmann
Eva-Marie Kessler
Publikationsdatum
16.09.2024
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Psychotherapie / Ausgabe 6/2024
Print ISSN: 2731-7161
Elektronische ISSN: 2731-717X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00278-024-00743-4
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