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23.11.2016 | infopharm | Ausgabe 11/2016

Multiple Sklerose
InFo Neurologie & Psychiatrie 11/2016

Anti-CD20-Antikörper punktet bei schubförmigem und progredientem Verlauf

Zeitschrift:
InFo Neurologie & Psychiatrie > Ausgabe 11/2016
Autor:
Dr. Andreas Häckel
B-Zellen von MS-Patienten spielen bei der Reaktion auf Autoantigene des Nervensystems und damit bei der Pathogenese der MS eine entscheidende Rolle, erklärte der Neurologe Professor Hans-Peter Hartung von der Universität Düsseldorf. Die CD20-positiven Zellen produzieren bei einer Autoimmunreaktion überschießend proinflammatorische Zytokine und sind damit ein potenzieller therapeutischer Angriffspunkt. Ein Angreifer ist der gegen CD20-positive B-Zellen gerichtete rekombinante humanisierte monoklonale Antikörper Ocrelizumab, der sich in mehreren Studien als wirksam bei remittierend schubförmiger (RRMS) und primär progredienter MS (PPMS) gezeigt hat. Dass die Depletion zirkulierender CD20 +-B-Zellen den Fortschritt einer RRMS wirksam bremsen kann, haben die gepoolten Daten aus den identischen Phase-III-Studien OPERA I und II [Giovannoni G et al., ECTRIMS 2016; Abstract P1593] mit über 1.600 RRMS-Patienten gezeigt. Im Vergleich zu Interferon β-1a (IFN β-1a) wurde durch den Antikörper die jährliche Schubrate über zwei Jahre als primärer Endpunkt „nahezu halbiert“, so Hartung (Abb. 1). Zudem stieg im gleichen Zeitraum durch den Antikörper der Anteil der Patienten ohne Anzeichen einer Krankheitsaktivität („no evidence of disease activity“, NEDA) im Vergleich zur Kontrollsubstanz um 75 % (47,7 % vs. 27,1 %, p < 0,0001). Die zudem unter Ocrelizumab beobachtete Abnahme der Anzahl neuer Gd +-Läsionen im MRT als Surrogatmarker entzündlicher Aktivität um 99 % „ist nicht mehr zu schlagen“, zeigte sich Hartung begeistert, zumal das Sicherheitsprofil beider Substanzen vergleichbar war. ...

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