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17.09.2020 | Antimikrobielle und antivirale Chemotherapie in der Pädiatrie | Konsensuspapiere

Antibiotische Standardtherapie häufiger Infektionskrankheiten in der ambulanten Pädiatrie

Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft Antibiotic Stewardship ambulante Pädiatrie (ABSaP) der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und der Bielefelder Initiative AnTiB

Zeitschrift:
Monatsschrift Kinderheilkunde
Autoren:
Prof. Dr. M. Hufnagel, A. Simon, S. Trapp, J. Liese, S. Reinke, W. Klein, T. Parlowsky, J. Pfeil, H. Renk, R. Berner, J. Hübner, S. Kummer, R. Tillmann
Wichtige Hinweise

Redaktion

A. Borkhardt, Düsseldorf
S. Wirth, Wuppertal

Zusammenfassung

Hintergrund

Die zunehmende Verbreitung von Antibiotikaresistenzen und die fehlende Weiterentwicklung von neuen Antibiotika erfordern eine rationale, leitlinienkonforme Antibiotikatherapie. Das gilt v. a. für die ambulante Medizin, in deren Bereich 85 % aller Antibiotika verordnet werden.

Ziele

Die Arbeitsgemeinschaft Antibiotic Stewardship ambulante Pädiatrie hat praxisnahe Empfehlungen zur antibiotischen Standardtherapie häufiger Infektionskrankheiten in der pädiatrischen Praxis formuliert.

Material und Methoden

Die Empfehlungen berücksichtigen Leitlinien zur rationalen Antibiotikatherapie und sind nach einem Konsentierungsprozess unter Beteiligung der Fachgesellschaften Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie (DGPI) erstellt worden.

Ergebnisse

Kurz gefasste Empfehlungen zur antibiotischen Standardbehandlung der häufigsten ambulant erworbenen Infektionskrankheiten der oberen und unteren Atemwege, Harnwege, Haut, Augen und Darm sowie in der Kinderchirurgie.

Schlussfolgerung

Mit den Empfehlungen soll sowohl eine Reduktion als auch eine Verbesserung der Qualität der Antibiotikaverordnungen in der ambulanten Pädiatrie erreicht werden. Unnötige Antibiotikatherapien sollen vermieden bzw. rasch beendet werden. Bei unklaren Situationen ohne Risikokonstellation soll statt einer antibiotischen Therapie eine kurzfristige Kontrolle vorgenommen werden. Antibiotika sollen so kurz und so schmal wie möglich verschrieben werden. Topische Antibiotika sollen vermieden werden, ebenso kritische Antibiotika wie Cephalosporine und Azithromycin (Risikofaktoren für eine Resistenzentwicklung). Es wird angeregt, die Empfehlungen in einem lokalen intersektoralen Konsensprozess anzupassen, um breite Akzeptanz und Verbindlichkeit zu steigern sowie Konflikte zu reduzieren, die sich aus der hohen Variabilität der Verordnungspraxis ergeben.

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