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Die Urologie

Anwendung von Surgisis® zur Optimierung und Vereinfachung der Nierenteilresektion bei größeren renalen Neoplasmen

  • 01.02.2013
  • Originalien
Erschienen in:

Zusamenfassung

Hintergrund

Aufgrund geringerer Raten an postoperativer Niereninsuffizienz, Diabetes, kardiovaskulärer Folgeerkrankungen und damit einem längeren Gesamtüberleben bei gleich langem tumorspezifischem Überleben stellt die partielle Nephrektomie heute den Goldstandard in der Therapie des renalen Neoplasmas dar, inzwischen auch für Tumore ≥ 4 cm. Die Hauptkomplikationen der nierenerhaltenden Chirurgie, insbesondere bei größeren und zentral liegenden Tumoren, sind die Nachblutung aus dem Parenchym sowie das Auftreten von Urinfisteln nach intraoperativer Eröffnung des Nierenbeckenkelchsystems (NBKS).

Material und Methode

In der Zeit zwischen 08/2003 und 04/2012 wurden 76 partielle Nephrektomien bei Tumoren ≥ 4 cm durchgeführt, bei denen zur Versorgung des kapsulären, renalen und ggf. NBKS-Defekts porkine Dünndarmsubmukosa (SIS, Surgisis®) zur Anwendung kam.

Ergebnisse

Bei einer medianen Tumorgröße von 5,0 (4,0–13,0) cm wurde der Eingriff in 25 (32,8%), 16 (21,2%) bzw. 35 (46,0%) Fällen in warmer Ischämie, Kaltperfusion bzw. ohne Ischämie durchgeführt. Insgesamt entwickelten 4 (5,5%) Patienten postoperativ Urinfisteln; 4 (5,5%) benötigten Revisionen aufgrund signifikanter Nachblutungen. Lokale Infektionen oder allergische Reaktionen auf das Fremdmaterial wurden nicht beobachtet.

Schlussfolgerungen

Die Applikation von Surgisis® zum Verschluss des renalen Defekts nach partieller Nephrektomie ist technisch unkompliziert und schnell durchführbar. Postoperative Nachblutungen sowie die Ausbildung von Urinfisteln können so potentiell weiter minimiert und der Eingriff soweit erleichtert werden, dass die Durchführung nierenerhaltender Eingriffe auch bei Patienten mit Tumoren ≥ 4 cm weitere Verbreitung findet.
Titel
Anwendung von Surgisis® zur Optimierung und Vereinfachung der Nierenteilresektion bei größeren renalen Neoplasmen
Verfasst von
Dr. T.J. Schnoeller
R. de Petriconi
R. Hefty
F. Jentzmik
A. Al Ghazal
J. Steinestel
J. Mueller
F. Zengerling
M. Schrader
A.J. Schrader
Publikationsdatum
01.02.2013
Verlag
Springer-Verlag
Erschienen in
Die Urologie / Ausgabe 2/2013
Print ISSN: 2731-7064
Elektronische ISSN: 2731-7072
DOI
https://doi.org/10.1007/s00120-012-3050-z
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