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Gefässchirurgie

Thorakoabdominelles Aortenaneurysma

Erschienen in:

Zusammenfassung

Thorakoabdominelle Aortenaneurysmen (TAAA) kommen mit einer Inzidenz von 5,9 Fällen pro 100.000 Personen pro Jahr selten vor. In Deutschland erfolgen etwa 940 TAAA-Eingriffe pro Jahr. TAAA können degenerativ, durch Dissektionen oder bei Bindegewebserkrankungen (z. B. Marfan-Syndrom) entstehen. Häufig haben die Patienten ein ausgeprägtes Begleiterkrankungsprofil mit Hypertonie, koronarer Herzkrankheit, COPD und haben häufig eine Raucheranamnese. Die Indikation zur Ausschaltung des Aneurysmas besteht, wenn der Diameter mehr als 6 cm (bei Bindegewebserkrankten > 5 cm) beträgt oder das TAAA rasch wächst (> 5 mm/Jahr). Als Therapieverfahren stehen die offen-chirurgische Rekonstruktion mit Einsatz der Herz-Lungen-Maschine, die endovaskuläre Behandlung mit fenestrierten/gebranchten Endoprothesen und im Notfall die Chimney-Technik sowie Hybridverfahren zur Verfügung. Sowohl die endovaskulären als auch die offen-chirurgischen Verfahren haben eine nicht unerhebliche Mortalitätsrate von etwa 8 % in großen Serien. Ferner sind die meistgefürchteten Komplikationen die Paraplegie (≤ 20 %) und die Dialysepflichtigkeit. In den letzten Jahren wurde eine Reihe von Behandlungsstrategien entwickelt, um diese Komplikationen zu minimieren. Um den Patienten optimal behandeln zu können, sind sowohl der subjektive klinische Eindruck des Patienten durch den Behandler, eine objektivierbare kardiopulmonale Risikoevaluation als auch das genaue Studium der Pathomorphologie des TAAA erforderlich. Die Behandlung von TAAA-Patienten in einem „High-volume“-Zentrum ist nachgewiesenermaßen für den Therapieerfolg von großer Bedeutung.
Titel
Thorakoabdominelles Aortenaneurysma
Verfasst von
J. Kalder
D. Kotelis
Univ.-Prof. Dr. M. J. Jacobs
Publikationsdatum
01.03.2016
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
Gefässchirurgie / Ausgabe 2/2016
Print ISSN: 0948-7034
Elektronische ISSN: 1434-3932
DOI
https://doi.org/10.1007/s00772-016-0118-x
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