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Risikoevaluation bei thorakalem Aortenaneurysma

Vom Durchmesser zu multimodalen Strategien

Erschienen in:

Zusammenfassung

Thorakale Aortenaneurysmen bergen ein hohes Risiko für lebensbedrohliche Komplikationen wie akute Typ-A-Dissektionen. Die traditionelle Risikostratifikation basiert primär auf dem maximalen Aortendurchmesser, doch viele Dissektionen treten bei Durchmessern unterhalb der klassischen Schwellenwerte zur prophylaktischen operativen Versorgung auf. Eine präzisere Risikoeinschätzung erfordert die Berücksichtigung zusätzlicher Parameter wie der Aortenwurzelmorphologie, der Aortenlänge, -krümmung, des Aortenvolumens, des Patientenalters, der Nebenerkrankungen, der Körpergröße sowie genetischer Faktoren (hereditäre thorakale Aortenerkrankungen). Auch moderne Bildgebungsverfahren, wie 4D-Flow-MRT, und Elastizitätsmessungen sowie zirkulierende Biomarker bieten neue Perspektiven, sind jedoch noch nicht in die klinische Routine überführt. Die aktuelle Herausforderung besteht darin, diese multiplen Risikofaktoren in praktikable, evidenzbasierte Entscheidungsalgorithmen zu integrieren. Erste multimodale Ansätze wie der AORTA Gene Score zeigen vielversprechende Resultate. Künstliche Intelligenz und Big-Data-Analysen könnten künftig subtile Risikomuster erkennen und individuelle Vorhersagen weiter verbessern. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung präziser, patientenindividueller Risikomodelle, die eine personalisierte Entscheidungsfindung hinsichtlich prophylaktischer Eingriffe bei thorakalen Aortenerkrankungen erlauben.
Titel
Risikoevaluation bei thorakalem Aortenaneurysma
Vom Durchmesser zu multimodalen Strategien
Verfasst von
Dr. Till Joscha Demal
Marco Sachse
Prof. Dr. Dr. Hermann Reichenspurner
Prof. Dr. Christian Detter
Publikationsdatum
23.06.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Zeitschrift für Herz-,Thorax- und Gefäßchirurgie / Ausgabe 6/2025
Print ISSN: 0930-9225
Elektronische ISSN: 1435-1277
DOI
https://doi.org/10.1007/s00398-025-00713-1
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