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Der Aortenklappenersatz bei jungen Patienten und Patientinnen: die Ozaki-Technik

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Zusammenfassung

Der Aortenklappenersatz mittels glutaraldehydfixiertem autologem Perikard nach Shigeyuki Ozaki stellt eine Therapiealternative zur Ross-Operation oder zum prothetischen Klappenersatz für jüngere Patienten dar, welche keine orale Antikoagulation nehmen wollen oder können. Durch die Implantation der autologen Perikardsegel am Aortenklappenanulus wird eine große Klappenöffnungsfläche mit niedrigen transvalvulären Gradienten geschaffen, was v. a. Patienten mit kleinem Klappenanulus und großer Körperoberfläche zugutekommt. Dafür ist es wichtig, dass der Klappenanulus sowie die Aortenwurzel nicht dilatiert sind und das Perikard gute Qualität aufweist. Aufgrund dieser Implantationstechnik und dem damit verbundenen laminaren Blutfluss zeigt das Ozaki-Verfahren sehr gute mittelfristige hämodynamische Ergebnisse, wobei die Datenlage bezüglich der Langzeithaltbarkeit noch eingeschränkt ist. Neben den hämodynamischen Vorteilen ist das Ozaki-Verfahren mit niedrigen Schlaganfallraten, einer geringen Notwendigkeit zur permanenten Schrittmacherimplantation und einem ausgezeichneten mittelfristigen Überleben vergesellschaftet. Der häufigste Grund für eine Reoperation ist die infektiöse Endokarditis mit einem Risiko von 0,3–1 % pro Patientenjahr. Durch den Erhalt des nativen Klappenanulus sind bei einer degenerierten autologen Perikardklappe konsekutive interventionelle Klappenersatzverfahren möglich, was jedoch nur in Einzelfällen beschrieben wurde.
Titel
Der Aortenklappenersatz bei jungen Patienten und Patientinnen: die Ozaki-Technik
Verfasst von
PD Dr. med. Benedikt Mayr
Prof. Dr. med. Markus Krane
Publikationsdatum
28.08.2025
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Infusionstropf im Krankenhaus /© Amornrat Phuchom / Getty Images / iStock, Kardiologen beim Kathetereingriff /© BVMed.de, Team operiert/© HealthyShot / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)