Arbeitsanforderungen, Ressourcen, gesundheitliche Auswirkungen und Unterstützungsbedarfe hybrid arbeitender Beschäftigter in der öffentlichen Verwaltung
- Open Access
- 19.06.2025
- Arbeitsmedizin
- Originalien
Zusammenfassung
Hintergrund und Zielstellung
Methodik
Ergebnisse
Variable | n | % |
|---|---|---|
Geschlecht | ||
Weiblich | 67 | 52,8 |
Männlich | 49 | 38,6 |
Fehlende Angabe | 11 | 8,7 |
Alter | ||
18–34 Jahre | 17 | 13,4 |
35–49 Jahre | 58 | 45,7 |
50–65 Jahre | 49 | 38,6 |
Fehlende Angabe | 3 | 2,4 |
Höchster (Hoch‑)Schulabschluss | ||
Realschulabschluss/Mittlere Reife | 17 | 13,5 |
Fachhochschulreife/Allgemeine Hochschulreife (Abitur) | 10 | 7,9 |
Bachelorabschluss/Vordiplom | 24 | 18,9 |
Masterabschluss/Diplomstudium | 59 | 46,5 |
Promotion (oder höher) | 16 | 12,6 |
Fehlende Angabe | 1 | 0,8 |
Berufserfahrung | ||
1–5 Jahre | 18 | 14,2 |
6–15 Jahre | 40 | 31,5 |
16–25 Jahre | 27 | 21,3 |
> 25 Jahre | 42 | 33,1 |
Arbeitszeit | ||
< 35 h/Woche | 26 | 20,5 |
≥ 35 h/Woche | 101 | 79,5 |
Führungsposition | ||
Nein | 102 | 80,3 |
Ja | 25 | 19,7 |
Arbeitsorte | ||
Immer im Büro des Unternehmens | 0 | 0 |
Überwiegend (zu größerem Anteil) im Büro des Unternehmens | 28 | 22,0 |
Hybrid (die Hälfte der Zeit im Büro des Unternehmens, die andere Hälfte der Zeit anderswo) | 51 | 40,2 |
Überwiegend remote (zu größerem Anteil außerhalb des Büros des Unternehmens, z. B. zu Hause, anderswo) | 48 | 37,8 |
Immer remote (außerhalb des Büros des Unternehmens, z. B. zu Hause oder anderswo, aber nie im Büro des Unternehmens) | 0 | 0 |
Direkter Kontakt zu Kolleg:innen | ||
Einmal pro Woche oder weniger | 53 | 41,7 |
Mindestens mehrmals pro Woche | 74 | 58,3 |
Erfahrung mit mobiler Arbeit | ||
Gar keine Erfahrung | 1 | 0,8 |
Mehrere Monate | 4 | 3,1 |
1–2 Jahre | 34 | 26,8 |
3–5 Jahre | 51 | 40,2 |
Mehr als 5 Jahre | 37 | 29,1 |
Arbeitsanforderungen und -ressourcen hybrider Arbeit
Arbeitsinhalte
„Trennung von Arbeit und Privatleben ist erschwert, man muss aktiv selbst Maßnahmen ergreifen, damit Arbeitsthemen nicht in den Feierabend oder ins Wochenende mitgenommen werden.“ [T.114]
„Dabei arbeitet man effektiv gesehen mehr, da keine Ablenkungen aus dem sozialen Bürogeschehen da sind und man die Arbeitswegzeiten spart.“ [T.90]
Arbeitsorganisation
„Reduzieren sich verschiedene Stressfaktoren wie z. B. Vereinbarkeit von Familie und Beruf und lange Anfahrtswege ins Amt.“ [T.44]
„Arbeitsgestaltung ist durch das hybride Arbeiten so flexibel, dass dadurch der Output deutlich gesteigert wird.“ [T.7]„Wichtig finde ich den gemeinsamen Besprechungstag vor Ort, damit ein Austausch in ‚echt‘ bleibt.“ [T.61]
„Das Teilen des Bildschirms ermöglicht allen Teilnehmern bei Video-Konferenzen konkrete Beispiele einzusehen ohne aufwendige Beamertechnik zu installieren. In Hybridveranstaltungen oder Videokonferenzen sind die Teilnehmer wesentlich pünktlicher (für 1–2 min Verspätung wird sich meist schon entschuldigt). In Hybridveranstaltungen oder Videokonferenzen werden klarer strukturierte Fachfragen gestellt, es gibt weniger Wiederholungen oder Dopplungen. Videokonferenzen mit Antragstellern oder Bundesbehörden ermöglichen einen schnelleren und ‚persönlicheren‘ Austausch.“ [T.93]„Möglichkeit von hybriden Teamrunden: bessere Kommunikation an alle Teammitglieder, wenn Arbeitsabläufe geändert werden, die alle betreffen oder es um fachliche Inhalte bzw. Änderungen geht.“ [T.123]„Die Zusammenarbeit funktioniert einwandfrei. Es steht jedem frei sich vor Ort zu treffen, wenn man das Bedürfnis hat live zu kommunizieren. In meiner Wahrnehmung haben wir hier einen guten Mix, der uns sehr viel Flexibilität ermöglicht immer in Kontakt zu bleiben.“ [T.109]
„Die Möglichkeit nach Präsenz wird als Vorteil gesehen, aber auch die Möglichkeit akzeptiert, sich digital zu treffen, ohne dass es dabei Qualitätseinbußen in der Zusammenarbeit gibt.“ [T.9]
„Der mangelnde Informationsfluss liegt eher weniger am hybriden Arbeiten. Das Problem gab es schon immer. In unserem Fachbereich hatten wir durch sehr häufige, eher zwanglose Skype-Meetings während der Pandemie einen sehr guten Austausch und haben als Fachbereich insgesamt davon profitiert. Jetzt nach der Pandemie wollten wir diese Meetings daher in einem weniger häufigen Rahmen beibehalten, was von der Amtsleitung nicht gewünscht und unterbunden wurde. Daher ist der Austausch wieder sehr viel schlechter geworden und findet nur noch in den offiziellen, sehr formellen Meetings mit fester Tagesordnung statt.“ [T.50]
„Es ist schade, dass wenn man im Amt ist, sehr viele Türen von Kolleg:innen dauerhaft geschlossen statt offen sind. So sind zwar Kolleg:innen vor Ort, aber im Sinne eines Netzwerkens (so wirkt es) nicht offen für Interaktion. Man merkt teilweise auch nicht, dass sie da sind, sieht es nur am Chatstatus.“ [T.109]„Der Skype Anwesenheitsstatus sagt nicht immer etwas darüber aus, ob Kollegen gerade zu erreichen sind/erreicht werden wollen, oder nicht. Betrifft insbesondere den Status ‚Beschäftigt‘. Es ist oft unklar, ob der Status aktiv gesetzt wurde oder von Skype aufgrund eines automatisierten Abgleichs mit dem Outlook-Kalender eingetragen wurde. Hier wären entweder klarere Regelungen erforderlich oder aber der Aufruf an jede/n Einzelne/n, die eigene Statuspflege zu optimieren.“ [T.114]
„Teils stark unterschiedliche IT-Kenntnisse im Kollegium, teils stärkere Ablehnung gegenüber prozesserleichternde IT-Nutzung.“ [T.5]„Auslegung der Begrifflichkeit ‚dienstliche Belange‘ und unterschiedliche Prioritäten und Wertigkeiten von Kolleg:innen zur Notwendigkeit von Präsenzveranstaltungen, sowie fehlende konsequente Nutzung von Kommunikationstechnologie Bsp. manch eine/r mailt JEDE kleine Frage statt einmal anzurufen, kaum Skype-Nutzung innerhalb der Abteilung für den kleinen Austausch.“ [T.39]
„Klassische Hybrid-Formen werden eigentlich kaum genutzt. Entweder finden die Treffen in Präsenz statt oder es sind alle online zu geschaltet (auch wenn einige davon aus dem Büro eingewählt sind).“ [T.38]„Die hybrid zugeschalteten Kolleginnen und Kollegen zu Wort kommen zu lassen und als ‚vollwertige‘ Teilnehmer wahrzunehmen. Selbst nicht gehört und die nötige Aufmerksamkeit bekommen.“ [T.98]
Soziale Beziehungen
„Flexibilität und gegenseitiges Vertrauen funktionieren hier einwandfrei – weiter so!“ [T.10]„Der Austausch in hybrid ist manchmal bilateral gewinnbringender, da teilweise offener und vertrauter geredet wird als im direkten Kontakt. Es erfolgt ein schnellerer Austausch.“ [T.98]
„Skype-Besprechungen, Kommunikation per Skype, um schnell Probleme zu lösen (inkl. Bildschirm-Teilen)“ [T.89]
„Mit dem Thema mobilen Arbeiten wird jetzt entspannter umgegangen (seitens der Führungskräfte). Ich fühle mich nicht mehr so kontrolliert.“ [T.100]
„Im Gegensatz zu der vorpandemischen Zeit ist das Arbeitsklima erheblich rauer geworden. Ich erlebe ein hohes Misstrauen im Kollegenkreis, v. a. aber auf Leitungsebene, dass im Homeoffice auch wirklich gearbeitet wird. Das belastet mich sehr. Ich führe das einerseits auf eine gewisse Entgrenzung während der Lockdown-Phasen zurück, sehe aber auch eine Ursache darin, dass sich manche Kolleginnen und Kollegen nur noch selten am Arbeitsplatz von Angesicht zu Angesicht begegnen.“ [T.94]„Bei zu wenig Begegnungsmöglichkeiten Vereinsamung, Verlust einer Kollegialität, Unklare Definition von Bring‑/Holschuld.“ [T.78]„Durch den selten gewordenen persönlichen Austausch wie z. B. in den Mittagspausen wird der Zusammenhalt im Team schwieriger, man fühlt sich eher als Einzelkämpfer.“ [T.13]
„Durch das hybride Arbeiten fühle ich mich von Präsenz-Netzwerken, die ich ‚früher‘ hatte, abgeschnitten. Bei mir hat sich noch nicht etabliert, Kolleg:innen ‚einfach mal so‘ digital zu kontaktieren, wie ‚früher‘, als die Bürotüren offenstanden und man mit einem Problem (oder auch ohne) zu Kolleg:innen gehen konnte. Der zwischenmenschliche Kontakt ist auf ein Minimum reduziert, was ich sehr schade finde.“ [T.40]
„Schade ist das mangelnde Vertrauen in die Mitarbeiter, Kontrollanrufe und Skype-Status wird gefühlt als Kontrollinstrument genutzt.“ [T.33]„Es gibt unterschiedliche Arbeitstypen. Es gibt Beschäftigte, die sich im mobilen Arbeiten gut selber organisieren können, und welche die es nicht können. Statt diejenigen mit Schwächen stärker individuell zu betrachten, wird pauschal über alle Mitarbeiter sanktioniert.“ [T.26]„Hybrides Arbeiten erfordert einen anderen Führungsstil bzw. andere Führungsfähigkeiten. Die Führungskräfte müssen sich nun stärker und mit teils mit digitalen Methoden darum bemühen, die Mitarbeiter zu erreichen, einzubinden, Informationsfluss garantieren, etc. Das läuft mal besser, mal schlechter.“ [T.106]
Arbeitsmittel
„Aufgrund der analogen Postfächer befürchte ich, nur dort abgelegte wichtige Information zu spät zu erhalten.“ [T.44]
„Herausforderung: Mit mangelhafter und unzeitgemäßer Ausstattung/Ausrüstung hochqualitative und hochquantitative Arbeit verrichten.“ [T.54]
„Einführung neuer Programme und Arbeitsweisen ohne ausreichende vorhergehende Information und Schulung. Fehlende verbindliche Festlegung der Arbeitsweise (schleichende Einführung – Programme werden zur Verfügung gestellt in der Annahme, dass sich deren Nutzung durchsetzt). Abkopplung der Mitarbeitenden, die über weniger Digitalkompetenz verfügen.“ [T.71]
Arbeitsumgebung
„Leider fehlt im Homeoffice ergonomisches Mobiliar.“ [T.13]„Die (Selbst‑)Ausstattung und Ergonomie ist im Homeoffice viel besser als im Büro.“ [T.48]
Gesundheitliche Auswirkungen hybrider Arbeit
Positive gesundheitliche Auswirkungen
„Positiv durch die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie (mehr Flexibilität), z. T. habe ich Zuhause mehr Ruhe um Themen auszuarbeiten (weniger Unterbrechungen, längere Konzentrationsphasen).“ [T.104]
„Insgesamt positiv im Vergleich zu nur Büro oder nur Homeoffice durch Abwechslung, Freiheiten für die eigene Planung, größere Ruhe und Selbstfürsorgemöglichkeiten zu Hause, andererseits Anregung und Kontakte sowie Zugriffsmöglichkeiten auf Ressourcen im Büro.“ [T.105]
„Das hybride Arbeiten ist für mich insbesondere schon deshalb gut, da ich aufgrund von psychischen und körperlichen Faktoren mit Lärm, vielen Nebengeräuschen, großen Menschenansammlungen (insbesondere nicht nur temporärer Kontakte) in diesen Punkten beeinträchtigt bin. Die Möglichkeit hybrid zu Arbeiten schafft Erholung ohne Verlust vom Arbeitsoutput. Die Kontakte kann ich dann gezielter und gesteuerter zulassen und individuell darauf eingehen. Ohne diese Möglichkeit sähe ich mich ggf. gezwungen meine Arbeitszeit zu reduzieren und damit auch einen finanziellen Verlust hinnehmen zu müssen.“ [T.26]
„Durch das Homeoffice entfällt ein täglicher Arbeitsweg von insgesamt 2 h. Diese Zeit nutzte ich für sportliche Aktivität, wodurch ich viel fitter und ausgeglichener bin als vor der Homeoffice Zeit.“ [T.34]„Weniger häufig langes Sitzen in Besprechungen (im Homeoffice habe ich einen höhenverstellbaren Schreibtisch), mehr Bewegung durch häufigere und aktivere Pausen Und nicht zuletzt weniger Infektionen durch weniger Teilnahme am ÖPNV.“ [T.76]
Negative gesundheitliche Auswirkungen
„Durch kurz aufeinander getaktete digitale Termine (keine Pausen, manchmal den ganzen Tag) kommt es zu Hektik und Zeitdruck, der auch zur Erschöpfung beiträgt.“ [T.9]„Durch die gesunkene Präsenz vor Ort in der Dienststelle steigt die Gefahr der Vereinsamung und Anonymität, man nimmt weniger Anteil am Sozialleben der Kolleg:innen.“ [T.47]„Der Zustand der emotionalen Erschöpfung tritt zunehmend häufiger auf. Die Fülle an Informationen, technischen Programmen und Neuerungen, Arbeitsaufgaben, Anfragen und Reaktionen von außen und innen nehmen stetig zu und führen zu vielen Arbeitsunterbrechungen und sorgen für Stress. Dazu unklare Vorgaben, Informationen und Kommunikation durch Vorgesetze und Führungspersonen bringen einen an Grenzen. Die Arbeit mit und in Betrieben ist sehr sinnstiftend und erzeugt die Begeisterung im Job und auch die Zusammenarbeit auf gleicher Ebene sorgt dafür, mit Freude zur Arbeit zu gehen. Entscheidungen der Führung und Kommunikation von oben nach unten erzeugen den Frust bei der Arbeit. Der Blick auf unsere Kernaufgaben scheint mach mal verlorenzugehen. Die hybride Zusammenarbeit erzeugt hier zunehmend Distanz.“ [T.98]
„Da ich viel im Homeoffice arbeite, bleibt aber immer ein etwas schlechtes Gewissen, dass ich nicht vor Ort bin. Obwohl dies für meine Arbeit eigentlich keinen Unterschied macht.“ [T.83]„Hybrides Arbeiten ermöglicht mir, die Herausforderungen in Beruf und Familie ausgewogen zu vereinbaren. Ich nutze diese Arbeitsform daher schon seit vielen Jahren (auch schon vor der Pandemie). Leider ist während der Lockdown-Phasen ein erhebliches Misstrauen im Kollegenkreis und Führung aufgekommen, das dazu geführt hat, dass ich hybrides Arbeiten emotional eher als belastend erlebe (anders als früher). Seitdem zeige ich deutlich mehr Stress-Symptome als früher.“ [T.94]
„Durch das Fehlen der ergonomischen Büroausstattung treten Rückenprobleme, Verspannungen und ähnliches vermehrt auf.“ [T.13]
Unterstützungsbedarfe hybrider Arbeit
Verhältnispräventive Maßnahmen | Verhaltenspräventive Maßnahmen |
|---|---|
Arbeitsinhalt Mehr Handlungsspielraum Flexibilisierung von Arbeitsmodellen | Soziale Beziehungen Teamentwicklung/Team-Maßnahmen umsetzen (z. B. Kommunikation, Teamzusammenhalt, Vertrauen) Führungskräfte weiterbilden (z. B. Kommunikation, Erreichbarkeit, Führungsstil) |
Arbeitsorganisation Anpassungen der Regelungen zur hybriden Arbeit Behebung des Personalmangels | Ergänzende verhaltenspräventive Maßnahmen Betriebliche Gesundheitsförderungsangebote für alle Beschäftigten zur Verfügung stellen |
Arbeitsmittel Verbesserte technische Ausstattung (Soft- und Hardware), weitere Arbeitsmittel im Homeoffice (z. B. Bildschirm, Tastatur) Verbesserter technischer Support, insbesondere auch bei Implementierung neuer Programme | – |
Arbeitsumgebung Verbesserte ergonomische Ausstattung im Homeoffice und Büro | – |
Verhältnispräventive Maßnahmen
„Keine ständigen Regelungen durch höhere Vorgesetzte, wenn aus Sicht des Referats Sachen gut laufen und dann ohne nachvollziehbare Begründung unterbunden werden. Mehr Eigengestaltung im Referat/Sachgebiet.“ [T.50]
„Zugeständnis regelmäßiger Homeoffice-Zeiten, um Planungssicherheit für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten (kein kurzfristiges ‚ins Büro beordern‘ an Home-Office-Tagen, sondern Akzeptanz, dass die Arbeit an diesen Tagen nicht vor Ort erbracht wird).“ [T.94]„Ausbau auf Desk-Sharing. Keine festen Bürotage. Es reicht aus, zu den Präsenzmeetings da zu sein. Präsenzmeeting bündeln. Flexibilität in der Tätigkeit erhöhen.“ [T.54]
„Ich wünsche mir mehr Präsenzpflicht. Unser Job lebt auch von der direkten internen Kommunikation zu Vorgängen, mit denen wir es zu tun haben, damit nicht jede/r im eigenen Saft schmort. Die Hürde der Elektronik ist für mich zu hoch. Ich fühle mich schnell als ‚ungewünscht‘.“ [T.40]
„Ausreichend Personal, damit das mobile Arbeiten nicht zu kurz kommt. In den ganzen vergangenen Monaten musste unser Team in anderen Abteilungen vor Ort aushelfen. Dieser Zustand besteht immer noch und wurde/wird durch Kündigungen und Ausscheidung wegen Altersrente noch verschärft.“ [T.122]
„Da in der [Behörde] das mobile Arbeiten grundsätzlich ermöglicht wird, die konkrete Vereinbarung von Homeoffice aber eher die Ausnahme ist, ist die technische Ausstattung am Heimarbeitsplatz verbesserungswürdig. Durch die vorgenannte Regelung besteht seitens der [Behörde] (als Arbeitgeber) keine Pflicht, hierfür Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Oftmals würden schon ‚Kleinigkeiten‘ helfen, die Ausstattung zu verbessern (zweites Headset, zusätzlicher Monitor usw.).“ [T.56]„Sicherer funktionierende Technik. Bei fast jedem Meeting gibt es mindestens eine Person, die z. B. mit dem Ton zu kämpfen hat. Wenn es Meetings außerhalb der [Behörde] sind, wird es oft technisch richtig herausfordernd und Unterstützung, die man bräuchte, ist nicht da oder nicht gut.“ [T.15]„Meinem Gefühl nach könnte es mehr interne Unterstützung für ältere Kolleg:innen geben, die evtl. Schwierigkeiten haben, mit neu eingeführten Programmen, neuen digitalen Vorgaben etc. umzugehen bzw. sich umzustellen.“ [T.114]
„Bessere Ausstattung mit Möbeln etc. im Homeoffice durch Arbeitgeber.“ [T.6]
Verhaltenspräventive Maßnahmen
„Teamgefühl verbessern, Austausch untereinander verbessern (an den Präsenztagen, z. B. durch räumliche (schöne und ansprechende) Möglichkeiten des Treffens und Austausches), zusätzliche digitale Abteilungsmeetings erlauben.“ [T.106]„Bessere Kommunikation bei fachlichen Themen etc. an alle Teammitglieder zeitgleich.“ [T.123]
„Ich würde mir wünschen, dass Skype nicht als Kontrollsystem genutzt wird. Die Vorgabe, dass ich in Skype meinen Status angebe, wie, wo und wann ich anwesend/abwesend bin erzeugt ein Gefühl von Misstrauen. Gern würde ich auch wieder mehr telefonieren und nicht schon um 7:00 Uhr beim Hochfahren des PC von KuK angeskypt werden, die sehen, dass ich ‚grün‘ bin. Ich fühle mich häufig kontrolliert und dadurch bewertet. Eine Überarbeitung des Skype oder Hybrid-Knigge wäre toll.“ [T.98]„Ausbaufähig ist das Zutrauen der Leitung in die Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Homeoffice.“ [T.94]
„Bekannte Zeitfenster, in denen die Vorgesetzten für Anliegen erreichbar sind (es klappt meistens auch so innerhalb einiger Tage, aber unklar und nicht sicher).“ [T.105]„Offenere Kommunikation und Transparenz bei Entscheidungen.“ [T.5]
Diskussion
Arbeitsanforderungen und -ressourcen hybrider Arbeit
Gesundheitliche Auswirkungen hybrider Arbeit
Unterstützungsbedarfe hybrider Arbeit
Limitationen und Implikationen für zukünftige Forschung
Fazit für die Praxis
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Die Arbeitsanforderungen und -ressourcen hybrider Arbeit in öffentlichen Verwaltungen unterscheiden sich abhängig von individuellen Faktoren (z. B. persönlichen Kompetenzen oder Wohnbedingungen für die Arbeit im Homeoffice) und organisationalen Faktoren (z. B. Gestaltung der Arbeitsorganisation, Bereitstellung der Arbeitsmittel oder Organisationskultur). Daraus abgeleitet ergibt sich auch keine einheitliche gesundheitliche Auswirkung hybrider Arbeit auf Beschäftigte.
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Die präventive Gestaltung hybrider Arbeit bedarf einer ganzheitlichen wie auch individuellen Perspektive von Seiten der Organisation.
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Auf verhältnispräventiver Ebene sollten öffentliche Verwaltungen in erster Linie eine angemessene technische Ausstattung für die hybride Zusammenarbeit schaffen sowie Ressourcen für den Implementierungsprozess und IT-Support bereitstellen. Unter Partizipation der Beschäftigten sollten zudem Regelungen zur hybriden Zusammenarbeit gefunden werden, welche die unterschiedlichen individuellen Bedürfnisse berücksichtigen.
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Auf verhaltenspräventiver Ebene sollten Weiterbildungsmöglichkeiten für Beschäftigte und Führungskräfte bereitgestellt werden, um die persönlichen Kompetenzen zu hybrider Zusammenarbeit zu schulen, ebenso um Teams auf sozialer Ebene in neuen Arbeitsstrukturen zu unterstützen.