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Die Synoviale Chondromatose

Ergebnisse aus dem histopathologischen Arthritisregister der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Synoviale Chrondromatose oder Osteochondromatose ist eine seltene, gutartige Erkrankung unbekannter Ätiologie, die in Gelenken, Sehnenscheiden oder Bursen auftritt, Knorpelproliferate unterschiedlicher Größe und Form zeigt und oft Ossifikationen aufweist.
In dieser Arbeit werden die Prävalenz, die Sensitivität, die Geschlechtsprädominanz, Differentialdiagnosen und die Primärlokalisation der Synovialen Chondromatose im histopathologischen Arthritisregister der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) analysiert.

Methodik

Es wurden alle Fälle mit der Diagnose „Synoviale Chondromatose“ retrospektiv aus dem histopathologischen Arthritisregister der DGORh im Zeitraum vom 01.01.2018–31.12.2022 untersucht.

Ergebnisse

Im Zeitraum vom 01.01.2018–31.12.2022 gab es im histopathologischen Arthritisregister der DGORh von insgesamt N = 13.222 Fällen n = 14 Fälle mit Synovialer Chondromatose. Die vorliegenden Daten beinhalten die Primärlokalisation, das Alter und das Geschlecht der Patient*innen. Es ergibt sich eine Prävalenz von 0,1 % bzw. ein Vorkommen von 1,13 pro 1000 Fälle. Die richtige klinische Verdachtsdiagnose wurde in 5 Fällen gestellt, was eine Sensitivität von 35,7 % ergibt, 95 % Konfidenzintervall (KI) [12,8 %, 64,9 %].

Diskussion

Zu den Differentialdiagnosen der Erkrankung zählen unter anderem die pigmentierte villonoduläre Synovialitis, der tenosynoviale Riesenzelltumor und das Chondrosarkom. Häufige Krankheitslokalisationen stellen das Knie, die Hüfte und das temporomandibuläre Gelenk dar. Es wird eine Spitzeninzidenz im fünften Lebensjahrzehnt beschrieben. Das Krankheitsbild kann allerdings auch bei Kindern auftreten.
Erstmals konnte die Studie Daten für Deutschland anhand einer großen Stichprobe bereitstellen. Außerdem konnten erste Aussagen bezüglich der Prävalenz und Sensitivität der Synovialen Chondromatose getroffen werden. Mit dieser Arbeit soll die Aufmerksamkeit für diese sehr seltene Erkrankung gestärkt werden, um eine schnellere und effizientere Diagnosefindung zu ermöglichen. Die Arbeit hebt zusätzlich die Bedeutung der Histopathologie bei der Diagnosefindung der Synovialen Chondromatose hervor.

Graphic abstract

Titel
Die Synoviale Chondromatose
Ergebnisse aus dem histopathologischen Arthritisregister der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
Verfasst von
Stella Kriegsmann
Veit Krenn
Martin Liebisch
Publikationsdatum
26.09.2024
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Zeitschrift für Rheumatologie / Ausgabe 10/2024
Print ISSN: 0340-1855
Elektronische ISSN: 1435-1250
DOI
https://doi.org/10.1007/s00393-024-01569-w
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