Arthroskopie im Rahmen der Behandlung von akuten und chronischen Syndesmosenverletzungen des Sprunggelenks
- 05.06.2025
- Arthroskopie
- Operative Techniken
- Verfasst von
- Dr. Judith Schrempf
- Prof. Dr. Boris M. Holzapfel
- Prof. Dr. Hans Polzer
- Prof. Dr. Sebastian F. Baumbach
- Erschienen in
- Operative Orthopädie und Traumatologie | Ausgabe 5/2025
Zusammenfassung
Operationsziel
Identifizierung und Behandlung von intraartikulären Begleitpathologien, Verifizierung der Syndesmoseninstabilität, bei chronischen Verletzungen Anfrischen der syndesmalen Strukturen, Reposition und Retention der Fibula im distalen Tibiofibulargelenk.
Indikationen
Akute und chronische Zwei- oder Dreibandrupturen der Syndesmose bei Patient:innen mit funktionellem Anspruch.
Kontraindikationen
Weichteilschäden, allgemeine Risikofaktoren, z. B. Durchblutungsstörungen, diabetisches Fußsyndrom, komplexes regionales Schmerzsyndrom.
Operationstechnik
Durchführung einer diagnostischen Arthroskopie (ASK) des Sprunggelenkes über anterolaterales und -mediales Portal; Identifikation und Behandlung von intraartikulären Begleitpathologien; Verifizierung der syndesmalen Instabilität durch Einführen eine Instrumentes > 4 mm in die Incisura fibularis; bei chronischen Syndesmosenverletzungen Anfrischen der syndesmalen Strukturen und Inspektion ggf. Débridement Deltabandkomplex; Reposition der Fibula in die Incisura fibularis; Retention der Fibula mittels Stellschraube oder Seilzugsystem.
Weiterbehandlung
Teilbelastung mit 20 kg für 6 Wochen, keine Immobilisation, forcierte Beübung der Beweglichkeit des Sprunggelenkes, Röntgenkontrolle nach 6 Wochen, dann ggf. Belastungssteigerung.
Ergebnisse
Akute Syndesmosenverletzungen: 19 Patient:innen (37 ± 13 Jahre) wurden 38 ± 17 Monate nach arthroskopisch assistierter Versorgung einer akuten Syndesmosenverletzung nachuntersucht. In 53 % lag eine Zweiband-, in 16 % eine Dreiband-, in 32 % eine knöcherne Syndesmosenverletzung vor. Ein Knorpelschaden Grad II lag bei 35 %, ein Grad-IV-Schaden bei 20 % vor, bei 16 % wurden freie Gelenkkörper entfernt; 94 % der Patient:innen erreichten ein Behandlungsergebnis entsprechend der gesunden Referenzpopulation für den Olerud and Molander Ankle Score (OMAS; primärer Zielparameter) und Foot and Ankle Ability Measure (FAAM). Art der Syndesmosenverletzung und Schwere des Knorpelschadens hatten keinen signifikanten Einfluss auf die Behandlungsergebnisse. Chronische Syndesmosenverletzungen: Im Rahmen einer systematischen Literaturrecherche wurden 17 Arbeiten mit 196 Patient:innen identifiziert nach operativ versorgten, chronischen Syndesmoseninsuffizienzen, 16 davon waren retrospektive Fallserien und eine prospektive Fallserie. Die Operation erfolgte in 13 Studien arthroskopisch assistiert. Unabhängig von der Operationstechnik resultierte die Operation in einer Verbesserung des AOFAS Score in 10 Studien. Insgesamt war die Studienqualität niedrig, und die Angaben zu Komplikationen, sekundärer Diastase, Behandlungsergebnisse etc. waren eingeschränkt.
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- Titel
- Arthroskopie im Rahmen der Behandlung von akuten und chronischen Syndesmosenverletzungen des Sprunggelenks
- Verfasst von
-
Dr. Judith Schrempf
Prof. Dr. Boris M. Holzapfel
Prof. Dr. Hans Polzer
Prof. Dr. Sebastian F. Baumbach
- Publikationsdatum
- 05.06.2025
- Verlag
- Springer Medizin
- Erschienen in
-
Operative Orthopädie und Traumatologie / Ausgabe 5/2025
Print ISSN: 0934-6694
Elektronische ISSN: 1439-0981 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00064-025-00907-8
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