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Die Dermatologie

Arzneimittelreaktionen vom Soforttyp

Epidemiologie, Klinik, Auslöser und Management

  • 01.05.2014
  • Leitthema
Erschienen in:

Zusammenfassung

Arzneimittelüberempfindlichkeitsreaktionen betreffen über 7% der Bevölkerung und sind ein Problem für Patienten und Ärzte. Bei einem Teil solcher Reaktionen wurden IgE-vermittelte Mechanismen dokumentiert. Klinische Manifestationen von Reaktionen vom Soforttyp, die direkt nach Arzneimittelzufuhr (zumeist ≤1 h) auftreten, sind akute Urtikaria, Angioödem, Atemnot und andere Symptome der Anaphylaxie an Haut, Magen-Darm-Trakt, Atemwegen oder Kreislaufsystem. Arzneimittel führen in der überwiegenden Mehrzahl zu milderen Reaktionen, sind aber auch die häufigsten Auslöser fataler Anaphylaxien. Die mediane Dauer zwischen systemischer Zufuhr und klinischem Tod liegt dann bei etwa 5 min. Die wichtigsten auslösenden Arzneimittel sind Schmerzmittel, Antibiotika, Röntgenkontrastmittel und Muskelrelaxanzien. Ziel der anamnesegeleiteten Hauttestung und ggf. Labortestung ist der Nachweis einer Sensibilisierung, der in Abhängigkeit von dem auslösenden Arzneimittel nur bei weniger als der Hälfte der Fälle gelingt. Ansonsten ist häufig zur Klärung der Diagnose, d. h. zur Bestätigung oder zum Ausschluss einer Arzneimittelüberempfindlichkeit, eine Provokationstestung unter kontrollierten Bedingungen notwendig. Die Therapie besteht in der Meidung der auslösenden Arzneimittel, nur bei dringender Indikation wird eine Toleranzinduktion durch „Desensibilisierung“ durchgeführt.
Titel
Arzneimittelreaktionen vom Soforttyp
Epidemiologie, Klinik, Auslöser und Management
Verfasst von
Prof. Dr. K. Brockow
Publikationsdatum
01.05.2014
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
Die Dermatologie / Ausgabe 5/2014
Print ISSN: 2731-7005
Elektronische ISSN: 2731-7013
DOI
https://doi.org/10.1007/s00105-013-2695-x
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