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18.07.2018 | Leitthema | Ausgabe 9/2018

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 9/2018

Arzneimitteltherapiesicherheit im Krankenhaus

Einbindung von Stationsapothekern zur Reduktion von arzneimittelbezogenen Problemen im stationären Medikationsprozess

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 9/2018
Autoren:
Dr. Ute Blassmann, Benedict Morath, Andreas Fischer, Holger Knoth, Torsten Hoppe-Tichy

Zusammenfassung

Arzneimittelbezogene Probleme (ABP) sind eine signifikante und häufig vermeidbare Ursache für Morbidität und Mortalität. Bei einem Krankenhausaufenthalt sind, vor allem durch eine fehlende Weitergabe von Informationen, die Übergänge zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor mit einem hohen Risiko für ABP assoziiert. Gleichzeitig erfordern medizinische Interventionen während des Krankenhausaufenthaltes meist eine Änderung der Arzneimitteltherapie und steigern so zusätzlich das Risiko für ABP. ABP können dabei auf allen Ebenen des Medikationsprozesses auftreten und durch verschiedene Berufsgruppen verursacht werden. Eine Möglichkeit, die Arzneimitteltherapiesicherheit im Krankenhaus zu verbessern, ist die Einbindung von Stationsapothekern in den Medikationsprozess.
Die verfügbaren Daten zeigen, dass Stationsapotheker als Teil des multiprofessionellen Teams bei Aufnahme, Krankenhausaufenthalt und Entlassung signifikant dazu beitragen können, ABP zu reduzieren, die Arzneimitteltherapie effektiver zu gestalten und Kosten zu senken. Zusätzlich kann durch die Arzneimittelversorgung mit Unit-Dose-Systemen (patientenindividuelle Zusammenstellung der Arzneimittel) und die Digitalisierung des Medikationsprozesses eine Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit erreicht werden. Eine strukturierte Arzneimittelanamnese und die lückenlose Weitergabe von versorgungsrelevanten Informationen bei der Entlassung (Entlassmanagement) tragen zur Verbesserung der Versorgungskontinuität und signifikanten Reduktion von arzneimittelbezogenen Rehospitalisierungen und Notaufnahmen bei, was sich in reduzierten Kosten wiederfindet. Hier sind die Krankenhausapotheker mit einer Spezialisierung im Bereich der klinischen Pharmazie aufgrund ihrer universitären Ausbildung die einzige Berufsgruppe, die den Arzt im Bereich der Arzneimitteltherapie umfassend unterstützen kann.

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