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Über dieses Buch

Dieses Buch bietet sichere Arzneitherapie für ältere Patienten und wendet sich mit den folgenden Fragestellungen an die Fachärzte.

Welche Besonderheiten es bei älteren Patienten gibt Welche Nebenwirkungen/Wechselwirkungeninsbesondere beachtet werden müssen und ggfs. als neue eigenständige Erkrankungen fehlinterpretiert werden könnenWelche Arzneimittel für ältere Patienten ungeeignet sind bzw. besondere Vorsicht erfordern

Menschen im Alter über 65 Jahre bilden die am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe.

Ältere Patienten haben häufig mehrere - oft chronische – Erkrankungen. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen sind überdurchschnittlich häufig u.a. wegen:

geänderter biologischer Eckdaten (Leberdurchblutung und Nierenfunktion vermindert, mehr Fett- weniger Muskelmasse)

mangelnder Compliance Vielfachmedikation mit kaum vorhersagbaren Wechselwirkungen

NEU

Neueste Daten, Statistiken, Key Evidences

Wertungssystem für Alterstauglichkeit von Arzneimitteln nach FORTA-Liste (top-aktuell nach 2. Delphi-Prozess 2015)

Neue Inhalte, u.a.

Suchterkrankungen

Wechselwirkungen von Medikamenten mit Lebensmitteln (z.B. Grapefruit) oder mit pflanzlichen Arzneimitteln (z.B. Johanniskrautpräparate).

Choosing wisely

Die Lösungsvorschläge und Antworten für die tägliche Praxis:

Medizinische Sicherheit: Welche Medikamente haben Priorität? Was kann/muss ich weglassen? Ökonomische Sicherheit: Bessere Arzneitherapie mit weniger Verschreibungen (= Einhaltung des Arzneimittelbudgets).

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Allgemeine Aspekte

Moderne Pharmakotherapie muss im Spannungsfeld zwischen Standardisierung einerseits und Individualisierung andererseits bestehen, will sie den Ansprüchen an eine möglichst optimale Behandlung des einzelnen Patienten genügen. Standardisierung ist erforderlich, um Therapiesicherheit zu gewährleisten und dem behandelnden Arzt verlässliche Anhaltspunkte über den zu erwartenden Nutzen der Therapie zur Verfügung zu stellen. Individualisierung ist aber ebenso essenziell, denn jedes Initiieren einer Pharmakotherapie ist in gewissem Sinne auch ein Einzelexperiment mit nicht vollständig gewissem Ausgang, können doch nie alle individuellen Faktoren a priori berücksichtigt und kalkuliert werden. Die Kenntnisse über Nutzen und Risiko einer Pharmakotherapie stammen in heutiger Zeit nach den Prämissen der evidenzbasierten Medizin aus möglichst gut kontrollierten Studien. Standard ist derzeit die randomisierte placebokontrollierte StudieStudie, randomisierte, placebokontrollierteStudie, randomisierte, placebokontrollierte (RCT). Hieraus lassen sich exemplarisch Daten gewinnen, die nach bestem Wissen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit erheben. Allerdings sind solche Daten zwangsläufig auch immer in ausgewählten Kollektiven erhoben (zumeist aufgrund methodischer Probleme nicht vermeidbar), sodass nicht in jedem Fall von einer allgemeinen Repräsentanz der gesamten Patientengruppe oder gar der gesamten Bevölkerung ausgegangen werden kann. Problematisch ist insbesondere, wenn wichtige Patientengruppen systematisch unterrepräsentiert sind. Dies trifft in sehr vielen Fällen auch für die Gruppe der älteren Menschen zu (Bugeja et al. 1997; Lee et al. 2001). Pharmakotherapie kann nicht eine reine »Kochbuchmedizin« sein (Sackett et al. 1998), die unkritisch an individuellen Gegebenheiten und Bedürfnissen vorbei eine letztlich nicht angemessene schematische Durchdringung durchsetzt. Moderne Pharmakotherapie muss daher eine rational differenzielle Therapie sein und immer neben den erarbeiteten im Modellfall anzustrebenden Standards auch die Argumente mit bedenken und entwickeln, die im Einzelfall ein rational begründetes Abweichen erlauben.

Heinrich Burkhardt, Martin Wehling

2. Spezielle Aspekte bezogen auf Organsysteme nach geriatrisch-klinischer Bedeutung

Die arterielle Hypertonie ist die häufigste Herz-Kreislauf-Erkrankung überhaupt, und sie ist eine Alterskrankheit. In den westlichen Industrienationen sind die älteren Menschen (>65 Jahre) die am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe.

Martin Wehling, Heinrich Burkhardt, Stefan Schwarz, Lutz Frölich, Ulrich Wedding

Zur Zeit gratis

3. Pharmakotherapie und geriatrische Syndrome

Posturale Stabilität ist, bedingt durch den aufrechten Gang des Menschen, eine komplexe Aufgabe des Gesamtorganismus und daher per se anfällig für Störungen, die in Stürzen resultieren können. Stürze aus dem Stand oder dem Gehen mit geringer Geschwindigkeit sind, anders als bei jüngeren Erwachsenen oder Kindern, bei älteren Patienten häufig ein klinisch bedeutsames Ereignis. Mit zunehmendem Alter nimmt nämlich nicht nur allgemein die Inzidenz der Sturzereignisse zu, sie sind auch stärker mit erheblichen Traumata verbunden. Man schätzt, dass etwa ein Drittel der zu Hause lebenden älteren Menschen über 65 Jahre im Durchschnitt einmal pro Jahr stürzt, von den über 80-Jährigen sind es bereits ca. die Hälfte (Tinetti et al. 1988). Für ältere Menschen entsteht aus diesen Sturzereignissen ein erhebliches Risiko für Morbidität und Mortalität (Stel et al. 2004). Dies gilt besonders für in Institutionen lebenden Menschen (Kron et al. 2003). Bei etwa 5% der Sturzereignisse bei älteren Menschen kommt es zu einer Fraktur (hier besonders häufig die Radius- und die proximale Femurfraktur), deren Mortalitätsrate mit höherem Lebensalter ansteigt. Die größte klinische Bedeutung aufgrund der assoziierten Morbidität und Mortalität hat hierbei die proximale Femurfraktur. In einer Erhebung der US-Regierung (US Congress, Office of Technology Assessment 1994) zu diesem Thema wurde 1994 festgestellt, dass die 12-Monats-Mortalitätsraten der proximalen Hüftfraktur mit höherem Lebensalter deutlich ansteigen und bei den über 65-Jährigen bis zu 24% erreichen. Darüber hinaus konnte von den zuvor zu Hause lebenden Personen über 40% nach der proximalen Femurfraktur nicht wieder in ihr häusliches Umfeld zurückkehren und mussten in einer stationären Pflegeeinrichtung aufgenommen werden. Begünstigt wird dies durch eine zunehmende Prävalenz an Osteoporose mit höherem Lebensalter aber auch durch den abnehmenden Schutz durch Reflexe bzw. kompensierende Reaktionen. Wichtige altersassoziierte Veränderungen des Organismus in diesem Zusammenhang sind

Heinrich Burkhardt

4. Weitere Problemfelder der Gerontopharmakotherapie und pragmatische Empfehlungen

Adherence, zuvor häufig als Compliance beschrieben, ist definiert als Übereinstimmung zwischen dem Verhalten des Patienten und dem aufgestellten Therapieplan (Haynes 1979). Dies betrifft selbstverständlich nicht nur Pharmakotherapie, sondern auch andere gesundheitsrelevante Ratschläge, die von Funktionsträgern des Gesundheitssystems gegeben werden. Trotz der großen Bedeutung des Adherenceproblems gibt es relativ wenig schlüssige Daten und insgesamt zu wenig Anstrengungen, diesen wichtigen Aspekt der Pharmakotherapie weiter zu erhellen. Dies beruht nicht zuletzt auf methodologischen Problemen, z. B. korrekte Prävalenzdaten einer Non-Adherence zu erheben, was sogar in kontrollierten klinischen Untersuchungen auf erhebliche Schwierigkeiten stößt (Kruse 1995; Spilker 1991). Es bleibt insgesamt bei allen Zahlenangaben eine große Unsicherheit, inwiefern die tatsächliche Adherence korrekt abgebildet wird und die große Variabilität für Non-Adherence in der bisherigen Literatur lässt sich dadurch gut erklären. Die Prävalenzraten schwanken immerhin zwischen 15% und 93%. Zum Beispiel wird berichtet, dass nur ca. 50% der Patienten mit arterieller Hypertonie sich an das verordnete Schema der Medikamenteneinnahme halten. Schwanken die Prävalenzzahlen auch je nach Therapieregime und Indikation, kann doch konsistent gezeigt werden, dass die Non-Adherence mit der Anzahl der gleichzeitig verordneten Medikamente ansteigt (Spagnoli et al. 1989). So gilt die Verabreichung von 5 und mehr Medikamenten insgesamt als problematisch (McElnay et al. 1998).

Heinrich Burkhardt

Backmatter

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