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28.06.2016 | Atemwegsmanagement | Übersicht | Ausgabe 2/2017

Notfall +  Rettungsmedizin 2/2017

Formelbasierte Berechnung der Tubusgröße für die präklinische Notfallmedizin

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin > Ausgabe 2/2017
Autoren:
Dr. M. Boensch, V. Schick, O. Spelten, J. Hinkelbein
Wichtige Hinweise
Die vorliegende Arbeit basiert auf der systematischen Übersichtsarbeit M. Boensch, V. Schick, O. Spelten, J. Hinkelbein (2016) Abschätzung der optimalen Tubuslänge – Systematische Übersichtsarbeit zu publizierten Formeln bei Säuglingen und Kindern, Anästhesist 65:115–121 und fokussiert auf notfallmedizinisch relevante Aspekte in der prähospitalen Versorgung.

Zusammenfassung

Hintergrund

Im Kindesalter kann eine Fehlplatzierung des Endotrachealtubus Folgen haben, die einerseits eine Tubusdislokation, andererseits eine einseitige Intubation umfassen.

Material und Methoden

Ziele der Übersichtsarbeit ist die Analyse der bisher publizierten Formeln zur korrekten Tubusplatzierung mit Vor- und Nachteilen mit Hilfe einer Zusammenstellung der in MEDLINE® bzw. PubMed® publizierten Daten. Es werden Formeln zur oro- und nasotrachealen Intubationstiefe diskutiert. Die für das Neugeborenen- und Säuglingsalter publizierten Formeln werden gesondert dargestellt. Zur Identifikation wurden folgende Suchbegriffe verwendet: „paediatric“/„pediatric“, „anaesthesia“/„anesthesia“, „anaesthesiology“/„anesthesiology“, „endotracheal tube“, „placement“, „position“, „length“, „depth“ „insertion“.

Ergebnisse

Insgesamt wurden N = 806 Publikationen gesichtet. 16 Publikationen wurden als relevant identifiziert. Insgesamt konnten 13 unterschiedliche Formeln identifiziert werden, wobei in der Altersgruppe von 1–16 Jahre insgesamt 7 Formeln (6 altersbasierte und eine gewichtsbasierte Formel) und in der Altersgruppe der Neugeborenen und Säuglinge insgesamt 6 Formeln (4 Formeln basierend auf dem Gewicht, eine Formel basierend auf der Körperlänge und eine Formel basierend auf dem Gestationsalter) gefunden werden konnten. Alle Publikationen wurden von einem Facharzt für Anästhesiologie und einem Facharzt für Pädiatrie gesichtet und kategorisiert.

Diskussion

Bei den altersbasierten Formeln zeigte sich in der Kontrolle in beiden Altersgruppen eine Übereinstimmung von maximal 81 %. Dies gilt für die oro- und nasotracheale Intubation. Für den prähospitalen Kindernototfall kann keine allumfassende Formel empfohlen werden. Lediglich die Anwendung des Gestationsalters erscheint sinnvoll. Insbesondere bei unter Zeitdruck zu fällenden Entscheidungen erscheint eine sicher anwendbare Formel unabdingbar.

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