Per- und Polyfluoralkylsubstanzen – die „Ewigkeitschemikalien“ und Haut
- 20.12.2025
- Atopische Dermatitis
- Leitthema
- Verfasst von
- Prof. Dr. rer. nat. Charlotte Esser
- PD Dr. rer. nat. Thomas Haarmann-Stemmann
- Erschienen in
- Die Dermatologie | Ausgabe 2/2026
Zusammenfassung
Hintergrund
Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) sind eine große Gruppe anthropogener Chemikalien, die seit Jahrzehnten eine breite Anwendung in der industriellen Produktherstellung erfahren. Aufgrund ihrer Verweildauer in der belebten wie unbelebten Natur über Jahre hinweg werden PFAS auch als Ewigkeitschemikalien bezeichnet. Einige PFAS weisen toxische Eigenschaften auf und können sowohl der Umwelt als auch der menschlichen Gesundheit schaden.
Ziel der Arbeit
Es erfolgt die Darstellung der chemischen Eigenschaften, gesundheitsschädlichen Wirkungen und wesentlichen Expositionsquellen von PFAS mit besonderem Fokus auf die Haut und inflammatorische Hauterkrankungen.
Material und Methoden
Es wurde eine zeitlich unbegrenzte Literaturrecherche zur Erstellung eines narrativen Reviews in den Datenbanken PubMed und Google Scholar durchgeführt. Die Suchbegriffe umfassten: atopic dermatitis, cutaneous, forever chemicals, PFAS, PFOA, psoriasis, skin, skin cancer, skin disease.
Ergebnisse
Die Exposition der menschlichen Haut gegenüber PFAS erfolgt entweder durch direkten Kontakt mit kontaminierten Kosmetika, Körperpflegeprodukten und Textilien oder indirekt durch die Umverteilung systemisch aufgenommener PFAS. Abhängig von der jeweiligen PFAS-Spezies sowie von Expositionsdauer und -dosis können diese Verbindungen kutane Immunreaktionen unterdrücken, oxidativen Stress auslösen und proinflammatorische Gewebereaktionen hervorrufen. Epidemiologische Studien zeigen eine Assoziation zwischen PFAS-Exposition und atopischer Dermatitis – v. a. bei weiblichen Untersuchungspersonen – auf.
Diskussion
Die derzeit vorliegenden epidemiologischen und experimentellen Erkenntnisse zu den Effekten von PFAS auf die Hautgesundheit sind nur eingeschränkt aussagekräftig. Da PFAS in der Umwelt nahezu allgegenwärtig sind, ist weitere Forschung dringend erforderlich, um die Risiken für die Haut besser zu verstehen und gezielte Präventionsstrategien zu entwickeln.
Anzeige
- Titel
- Per- und Polyfluoralkylsubstanzen – die „Ewigkeitschemikalien“ und Haut
- Verfasst von
-
Prof. Dr. rer. nat. Charlotte Esser
PD Dr. rer. nat. Thomas Haarmann-Stemmann
- Publikationsdatum
- 20.12.2025
- Verlag
- Springer Medizin
- Schlagwörter
-
Atopische Dermatitis
Psoriasis vulgaris
Dermatologie - Erschienen in
-
Die Dermatologie / Ausgabe 2/2026
Print ISSN: 2731-7005
Elektronische ISSN: 2731-7013 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00105-025-05615-9
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.