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01.12.2011 | Leitthema | Ausgabe 12/2011

Der Ophthalmologe 12/2011

Augenschmerzen aus neurologischer Sicht

Zeitschrift:
Der Ophthalmologe > Ausgabe 12/2011
Autoren:
Dr. O. Kastrup, H.-C. Diener, C. Gaul

Zusammenfassung

Viele Patienten mit neurologischen Störungen leiden an Kopf- oder Gesichtsschmerzen. Häufig ergeben sich klinisch Überlappungen mit differenzialdiagnostisch zu erwägenden ophthalmologischen Erkrankungen. Die Therapie chronischer Gesichts- und Kopfschmerzen sollte durch einen schmerztherapeutisch erfahrenen Neurologen erfolgen. Bei wiederkehrenden ins Auge projizierten Schmerzen handelt es sich häufig um Schmerzen, denen nicht unbedingt eine morphologische Schädigung an Auge oder Orbita zugrunde liegt. Symptomatische Kopf- und Gesichtsschmerzen können auch durch Gefäßprozesse im Kopf-Hals-Bereich ausgelöst werden. Aus diesem Grund ist eine differenzialdiagnostische Einordnung einer möglichen symptomatischen Schmerzursache unbedingt erforderlich. Ein vom Augenarzt morphologisch nicht erklärlicher Schmerz an Auge und Orbita sollte Anlass zu einer neurologischen Vorstellung geben. Bei episodischen Augenschmerzen kann der Neurologe anhand weiterer Symptomkonstellationen ggf. ein idiopathisches Kopf- oder Gesichtsschmerzsyndrom identifizieren und adäquat therapieren. Bei chronischen und persistenten Beschwerden sowie weiteren pathologischen körperlichen Befunden im neurologischen Untersuchungsbefund ist eine weitere bildgebende, elektrophysiologische oder liquorchemische Diagnostik erforderlich. Die Vielzahl von symptomatischen Augen- und Orbitaschmerzen, bedingt durch intrakranielle Pathologien, erfordert eine hohe differenzialdiagnostische Wachsamkeit.

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