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16.05.2019 | Kasuistiken

Ausgeprägte Tinea corporis durch ein Terbinafin-resistentes Trichophyton-mentagrophytes-Isolat vom indischen Genotyp bei einem Säugling aus Bahrain in Deutschland

Zeitschrift:
Der Hautarzt
Autoren:
Anke Süß, Silke Uhrlaß, Alfons Ludes, Shyam B. Verma, Michel Monod, Constanze Krüger, Prof. Dr. Pietro Nenoff
Wichtige Hinweise
Prof. Dr. med. Pietro Nenoff und Dr. med. Constanze Krüger führen das Labor für medizinische Mikrobiologie als Partnerschaft.

Zusammenfassung

Ein 6 Monate alter weiblicher Säugling aus Bahrain litt an einer ausgeprägten Dermatomykose des gesamten Integuments. Die topische Behandlung mit Terbinafin über 2 Monate führte zu keinerlei Besserung. An der Dermatophytose erkrankte erwachsene Familienmitglieder und Kinder wurden im Heimatland ebenfalls ohne Erfolg topisch und auch systemisch – mit Voriconazol – antimykotisch behandelt. Die mykologische Diagnostik während eines Urlaubsaufenthaltes in Deutschland erbrachte den Nachweis des zoophilen Dermatophyten Trichophyton (T.) mentagrophytes. Mittels Sequenzierung der „internal transcribed spacer“(ITS)-Region der rDNA (ribosomale Desoxyribonukleinsäure) des Pilzes ließ sich der neu beschriebene Genotyp VIII innerhalb der Spezies Tmentagrophytes identifizieren. Dieser Genotyp von Tmentagrophytes ist der Haupterreger der aktuellen Epidemie von chronischen therapierefraktären Dermatophytosen in Indien. Von einer Übertragung dieses indischen Dermatophytengenotyps in andere Länder im Rahmen der Globalisierung muss ausgegangen werden. Ein wesentlicher Teil dieser indischen T.-mentagrophytes-Stämme ist zudem in vitro und genetisch – Punktmutationen der Squalenepoxidase (SQLE) – resistent gegenüber Terbinafin. Für das hier untersuchte T.-mentagrophytes-Isolat aus Bahrain bestätigte sich in der SQLE-Mutationsanalyse der Nachweis der Punktmutation TTC/TTA, die für die F397L-Aminosäuresubstitution des Enzyms steht. Der Stamm war zudem in vitro resistent gegen Terbinafin. Diese Punktmutation ist im hohen Maße mit einer In-vitro-Resistenz des Dermatophyten gegenüber Terbinafin assoziiert. Das Mädchen wurde erfolgreich rein topisch mit Miconazol, dann auch im Wechsel mit Ciclopiroxolamin behandelt. Es handelt sich hier um die erste Beschreibung einer Infektion durch einen Terbinafin-resistenten T.-mentagrophytes-Stamm vom ITS-Genotyp VIII aus Indien in Deutschland.

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