Ausgewogenes Mikrobiom vs. Dysbiosen und assoziierte Erkrankungen
- 02.09.2024
- Online-Artikel
Das Darmmikrobiom ist ein wichtiger Forschungsbereich, der uns Tag für Tag neue Erkenntnisse bringt! Es ist wichtig für unsere Gesundheit und kann die Entstehung von Krankheiten beeinflussen. Was wissen wir bereits zum Mikrobiom und assoziierten Krankheiten? Und was muss weiter erforscht werden?
Funktionen des Darmmikrobioms
Die Relevanz des Darmmikrobioms gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit. Diese Gemeinschaft aus einer Vielzahl von Bakterien, Viren, Pilzen und Archaea erfüllt vielfältige Funktionen. Sie produzieren bestimmte Vitamine, Vitaminvorstufen und bioaktive Substanzen wie Neurotransmitter [1]. Außerdem spielen sie eine wichtige Rolle beim Abbau von Ballaststoffen, was zur Bildung von kurzkettigen Fettsäuren, sog. short-chain fatty acids (SCFAs), führt. Diese dienen den Darmepithelzellen als Energiequelle und weisen u.a. anti-inflammatorische Eigenschaften auf [2, 3].
Obwohl die Zusammensetzung des Mikrobioms äußerst variabel und individuell ist, sind die Metabolome bei gesunden Menschen sehr ähnlich. Dies weist darauf hin, dass trotz der Unterschiede in der Zusammensetzung die gleichen Funktionen erfüllt werden können [4].
Mikrobiom-Veränderungen und deren Folgen
Andererseits können immer mehr Erkrankungen mit charakteristischen Veränderungen im Mikrobiom in Verbindung gebracht werden. Gemeinsame Merkmale, die bei zahlreichen Krankheiten auftreten, sind z.B. verringerte Diversität des Mikrobioms, eine Anreicherung als pathogen geltender Bakterien und eine Reduktion gesundheitsfördernder Bakterien [5].
Wie genau Dysbiosen bestimmte Krankheiten begünstigen können, ist noch unklar. Aktuelle Studien erhärten jedoch die Hypothese, dass Dysbiosen mit einer erhöhten Permeabilität der Darmbarriere assoziiert sind, was unter anderem durch eine Reduktion der Muzinschicht erklärt wird. So können vermehrt allergene Substanzen und Schadstoffe in das Darmepithel eindringen und dort immunvermittelte Entzündungsprozesse auslösen [6].
Dysbiosen und intestinale Erkrankungen
Einige der mit Dysbiosen assoziierten Erkrankungen betreffen den Gastrointestinaltrakt. Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa konnte die Relevanz des Mikrobioms in der Pathogenese bereits in verschiedenen Studien nachgewiesen werden [7]. Für das Reizdarmsyndrom liegen besonders viele Daten vor. Dass die Erkrankung mit einem veränderten intestinalen Mikrobiom und Metabolom assoziiert sein kann, wird bereits mit starkem Konsens von den Autoren der aktuellen S3-Leitlinie anerkannt [8].
Für weiteres aktuelles, kompaktes Mikrobiom-Wissen empfehlen wir Ihnen das von der Ärzteschulungsplattform STREAMED UP gemeinsam mit Medice entwickelte doctupus Tutorial „Mikrobiom“. In dem Video erfahren Sie mehr zum Zusammenhang zwischen Dysbiosen und assoziierten Erkrankungen, beispielsweise dem Reizdarmsyndrom.
Bitte beachten Sie: Medice präsentiert ihr auf Mikrobiom- und Darmgesundheit ausgerichtetes Konzept seit Kurzem unter der Marke MEDIBIOM (statt Theralution).
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