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Auswirkungen psychischer Erkrankungen auf die somatische Gesundheit

  • 28.08.2025
  • Online-Artikel

Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen leiden häufiger an körperlichen Begleiterkrankungen als die Allgemeinbevölkerung. Besonders betroffen sind Menschen mit psychotischen, affektiven und ausgeprägten Persönlichkeitsstörungen. 

  

Wie in der Zeitschrift “Der Nervenarzt” (Ausgabe 2/2025) berichtet, erhöhen somatische Komorbiditäten psychischer Erkrankungen das Sterberisiko der Betroffenen deutlich. Ein zentraler Punkt ist die Wechselwirkung zwischen körperlichen und psychischen Erkrankungen. Diese können bei Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen (SMI) komplex interagieren, was die Behandlung erschwert. Zum Beispiel kann eine Autoimmunenzephalitis psychische Symptome verursachen, die eine spezifische immunsuppressive Therapie erfordern. Diese Erkrankungen stellen oft diagnostische Herausforderungen dar, da sie selten sind und eine genaue Diagnostik erforderlich ist. 

Sterblichkeitsrisiko erhöht

Die Übersterblichkeit bei Menschen mit SMI ist signifikant höher als in der Allgemeinbevölkerung. Studien zeigen, dass das Sterblichkeitsrisiko bei Menschen mit psychischen Erkrankungen global um das 2,2-Fache erhöht ist. Die Übersterblichkeit wird größtenteils durch natürliche Todesursachen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes verursacht. Ein Verlust von 10 bis 15 Lebensjahren ist bei SMI keine Seltenheit. 
Somatische Multimorbidität tritt bei Menschen mit SMI häufig auf. Eine Metaanalyse ergab, dass 25 % der Menschen mit SMI an mehr als einer somatischen Erkrankung leiden, was doppelt so häufig ist wie bei Nichtbetroffenen. Besonders auffällig ist das erhöhte Risiko bei jüngeren Personen unter 40 Jahren. Zu den häufigen somatischen Erkrankungen bei SMI-Patient:innen gehören Diabetes mellitus und koronare Herzkrankheiten. Außerdem liegt eine erhöhte Krebssterblichkeit vor, obwohl die Inzidenz von Krebserkrankungen nicht signifikant höher ist.

Rolle von Psychopharmaka 

Psychopharmaka, die bei der Behandlung von SMI eingesetzt werden, können die körperliche Gesundheit erheblich beeinflussen. Antipsychotika, Stimmungsstabilisierer und Antidepressiva sind bekannt dafür, Übergewicht und damit verbundene kardiovaskuläre Risiken zu fördern. Trotz dieser Risiken ergaben Langzeitdaten, dass eine kontinuierliche Behandlung mit Antipsychotika das Sterblichkeitsrisiko senken kann, was auf eine verbesserte Adhärenz bei der Einnahme anderer wichtiger Medikamente zurückzuführen sein könnte.

Prävention, Diagnostik und Therapie

Psychiatrische Symptome können körperliche Erkrankungen überlagern, was zu einer Unterdiagnose und -behandlung führen kann. Eine umfassende somatische Diagnostik und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit sind essenziell, um die gesundheitliche Chancengerechtigkeit für diese Patientengruppe zu verbessern. Präventive Maßnahmen wie die Förderung eines gesunden Lebensstils und die Reduzierung kardiovaskulärer Risiken sind von großer Bedeutung. Auch das Rauchen ist bei Menschen mit SMI weit verbreitet und sollte nicht als bloße schlechte Angewohnheit abgetan werden. Eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen medizinischen Fachbereichen und eine stärkere Integration von somatischer und psychiatrischer Versorgung sind notwendig, um die Versorgung dieser Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Fazit

Insgesamt ist es wichtig, dass die medizinische Versorgung von Menschen mit SMI sowohl die psychischen als auch die körperlichen Aspekte berücksichtigt. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Psychiater:innen, Allgemeinmediziner:innen und anderen Fachärzt:innen, um eine umfassende und ganzheitliche Betreuung zu gewährleisten.
 


Dieser Text ist eine KI generierte Zusammenfassung, die von Springer Medizin erstellt, geprüft und nachbearbeitet wurde.
Quelle: Hewer W et al. Somatische Gesundheit bei Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen. Nervenarzt. 2025;96:203-13

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